Die wilde Parkerei vor dem Torhausplatz der Abtei Münsterschwarzach beschäftigte zum wiederholten Mal die Mitglieder des Schwarzacher Gemeinderats. Zwar berichtete der Schwarzacher Bürgermeister Volker Schmitt in der Sitzung am Dienstag von rückläufigen Beschwerdeanrufen, die in der Gemeindeverwaltung eingingen, doch Ratsmitglied Peter Kuhn sah der Realität knallhart ins Auge: "Auch heute noch ist in der Früh und am Nachmittag dort Chaos pur."

Weil sich die gelb schraffierten Sperrflächen auf der Straße vor dem Torhausplatz der Abtei Münsterschwarzach zumindest teilweise bewährt haben, beantragt die Gemeinde jetzt eine dauerhafte Anordnung beim Landratsamt Kitzingen. Die gelben Sperrflächen waren eingeführt worden, weil Park- und Halteverbotszeichen in den vergangenen Jahren regelmäßig missachtet wurden. Die Falschparker sorgten dadurch vor allem zu Beginn und am Ende der Schulzeiten des Egbert-Gymnasiums Münsterschwarzach für reichlich Verkehrschaos.

Positiv sah das Gemeindeoberhaupt die Situation auch deshalb, weil die seit einigen Wochen eingesetzte Kommunale Verkehrsüberwachung in der jüngsten Vergangenheit in diesem Bereich keine häufigen Ordnungswidrigkeiten feststellte. Ein Grund für die wenigen festgestellten Parkverstöße kann aber auch sein, weil die Verkehrsüberwachung laut Schmitt "nur punktuell vor Ort sein kann". Ruhestandspolizist Peter Kuhn sieht da nur eine Lösung: "Was hilft, ist kassieren, kassieren, kassieren." Ralf Henninger schlug vor, anstelle der Sperrflächen eine Fahrradspur einzuzeichnen. "Keine schlechte Lösung", befürworteten Georg Ruhsert und Hartmut Ratz Henningers Vorschlag. Allerdings war die Mehrheit im Gremium der Meinung, dass die Straße für eine Radspurlösung zu schmal ist. Henningers Antrag, den Vorschlag vom Landratsamt überprüfen zu lassen, wurde mit sechs gegen neun Stimmen abgelehnt. Somit bleibt es bei den gelben Sperrflächen, die das Landratsamt nun auf Dauer absegnen soll.

Der Beseitigung der Schäden beim jüngsten Hochwasser kommt Schwarzach teuer zu stehen. Ein Ersatzbau für die weggeschwemmte Radwegebrücke an der Schwarzach-Mündung in den Main wird voraussichtlich über 410 000 Euro verschlingen. Die Summe hat das Ingenieurbüro TIG grob errechnet. Eine günstigere Variante, die nicht rollstuhlgerecht wäre, läge bei 338 0000 Euro. Ob die Sanierung öffentlich gefördert wird, ist noch offen. "Derzeit läuft eine Anfrage bei der Regierung von Unterfranken", so Schmitt. Er hofft auf 50 Prozent Förderung. Gegen fünf Stimmen, die auf eine neue Brücke verzichten und den Strom der Radfahrer gerne weiter durch die Ortsteile lenken würden, beschloss das Gremium, die Planung der Bücke voranzutreiben und die zuständigen Behörden zu beteiligen.

Auch die Sanierung des überschwemmten Kindergartens St. Felizitas in Münsterschwarzach wird teuer. Die Gesamtkosten für die Sanierung liegen bei 114 000 Euro. Bürgermeister Schmitt hat die Aufträge für die notwendigen Arbeiten an die wirtschaftlichsten Anbieter vergeben.