Dieser Tage hat mit Christina Brückner eine Sozialpädagogin ihre neue Arbeitsstelle beim Markt Wiesentheid angetreten. Die 32-Jährige soll künftig als Streetworkerin in der mobilen Jugendarbeit der Gemeinde tätig sein. Sie unterstützt außerdem Ivonne Berthel und Seda Elmas, die das Jugendzentrum in Wiesentheid leiten.

Allerdings sind die Räume in der Kolpingstraße, direkt neben dem Mehrgenerationenplatz, momentan geschlossen. Grund ist ein noch vom Hochwasser im Juli her rührender Wasserschaden, der momentan behoben wird. Als Übergang richten sich die drei für die Jugendarbeit zuständigen Frauen gerade in der Köglergasse, unweit des Rathauses, ein. Dort hat die Gemeinde ein Haus gekauft, in das der Treff für die Jugendlichen zunächst einziehen soll.

Das Jugendzentrum ist nur zu bestimmten Zeiten da

Mit der Streetworkerin Christina Brückner hat der Markt Wiesentheid erstmals eine derartige Stelle eingerichtet. Sie soll noch näher an den Jugendlichen, ihren Problemen und Sorgen dran sein. Bürgermeister und Gemeinderat ließen sich davon überzeugen, dass man damit vielen Problemen entgegen wirken könne.

"Das ist sehr sinnvoll. Das Jugendzentrum ist da, aber nur zu bestimmten Zeiten", sagt Ivonne Berthel. Nach 19 Uhr eben nicht mehr, dann entstehen meist die Probleme. Viele jungen Leute ziehe es dann im Ort an verschiedene Stellen ins "Dunkle." Außerdem gebe es etliche, die eben nicht ins Zentrum kämen und auch bei keinem Verein organisiert seien, und sich unorganisiert in Wiesentheid treffen.

Brückner möchte mit allen ins Gespräch kommen

Christina Brückner möchte mit allen, gerade den "Problemfällen" ins Gespräch kommen, Vertrauen zu den jungen Leuten aufbauen. Das andere komme nach und nach. Dabei sehe sie sich nicht als Polizei oder Ordnungsamt, sondern sie wolle Hilfe anbieten, etwa bei der Suche nach einer Ausbildung, nach Arbeit, bei Suchtproblemen, Selbstzweifeln, bei vielem, was die Jugendlichen umtreibt. Da gebe es durchaus Bedarf, sind sich die drei sicher.

Aktuell will sich die neue Sozialpädagogin einarbeiten in ihr neues Umfeld, wobei ihr Ivonne Berthel und Seda Elmas helfen. Das sei gut, schließlich kennen die beiden die Jugendlichen und brisante Punkte im Markt. "Wir haben die Hotspots zum Teil schon mit ihr besichtigt", sagt Ivonne Berthel.

Zuletzt war der Jugendtreff eineinhalb Jahre wegen Corona zu. Jetzt wartet nicht nur sie schon darauf, dass das Jugendzentrum in den Übergangsräumen endlich öffnen kann. Auch der Nachwuchs frage ständig, wann es wieder so weit sei. Spätestens dann wird Christina Brückner ihre künftigen "Klienten" kennen lernen.