Biomarkt am Rande der Innenstadt
Autor: Harald Meyer
Kitzingen, Dienstag, 21. Juni 2016
Ein Biomarkt mit Wohnungen soll auf dem verwaisten Grundstück gegenüber dem Vhs-Haus an der Kitzinger Wörthstraße entstehen. Die Pläne werden im Bauausschuss vorgestellt.
Auf dem seit rund zwei Jahren verwaisten Grundstück in der Schmiedelstraße 1 – am Eck gegenüber dem Luitpoldbad (Vhs/Stadtbücherei) – soll ein Bio-Fachmarkt mit Wohnungen im Obergeschoss entstehen. Dem Verwaltungs- und Bauausschuss werden am Donnerstag (23. Juni, 18.45 Uhr) die Entwurfspläne für den Neubau präsentiert.
Das rund 2000 Quadratmeter große Areal, das größtenteils hinter einem Bauzaun steht, war noch vor rund zwei Jahren von einem Kfz-Betrieb (Kaupa) – mit Tankstelle – genutzt. Im vorderen Haus, an der B 8 Kreuzung, war vor etlichen Jahren auch eine Gaststätte (Traudls Schubkarrn) in Betrieb.
Diese Gebäude sollen laut Entwurfsplanung alle abgerissen und durch einen zweigeschossigen Neubau mit Flachdächern abgelöst werden. Kern der Bebauung wäre ein Bio-Fachmarkt mit rund 660 Quadratmetern Verkaufsfläche. Ein Geschoss höher sind nach den Vorstellungen des Investors fünf Wohnungen geplant.
Das Vorhaben stößt laut Beschlussvorlage auf den Beifall der Verwaltung. Es diene einer „Belebung des Kitzinger Einzelhandels in der unmittelbaren Nähe der Innenstadt“. Positiv sei auch, dass alle Parkplätze für den Markt und die Wohnungen auf dem Grundstück nachgewiesen würden.
Neue Chance für Norma-Markt
Ein Hindernis für die Ansiedlung eines Norma-Markts auf dem Grundstück Lochweg 6 räumte der Bauausschuss Anfang Juni mit knapper 7:6-Mehrheit weg, als er sich für die Streichung einer Veränderungssperre für das Mischgebiet Schwarzacher Straße aussprach. Wenn der Ausschuss jetzt die entsprechende Satzung beschließt, wäre diese Hürde für eine Bauvoranfrage des Discounters beseitigt.
Die heftig umkämpfte Veränderungssperre sollte Voranfragen wie die von Norma so lange auf Eis legen, bis über eine Änderung des Bebauungsplans entschieden ist. Diese Änderung wird jetzt zur Entscheidung vorgelegt. Spannend bleiben die Norma-Pläne auf jeden Fall: Bislang sind die Pläne des Discounters laut Verwaltung nicht zustimmungsfähig wegen Abweichungen von den Baugrenzen und dem erlaubten Höchstmaß für eine Bebauung des Areals.
Ein Knackpunkt könnte auch das 2012 verabschiedete Zentrenkonzept sein, das nach Meinung der Kritiker mit der Verwirklichung der Norma-Pläne ausgehebelt würde. Interessant in diesem Zusammenhang wäre auch die Reaktion der Regierung von Unterfranken. Die hat schließlich eine Menge Geld als Zuschuss in das Zentrenkonzept gesteckt, mit dem der Innenstadthandel gestärkt werden sollte. Ob die Stadt jetzt die Förderung zurückzahlen muss, wenn das Konzept gelöchert wird, muss sich noch zeigen.