Eine insgesamt eher ruhige Veranstaltung mit einigen Fragen, aber kaum Kritik, wurde die Bürgerversammlung in Abtswind. Dabei blieb der Aufreger der letzten Versammlung, das Thema Parkplätze im Ortskern, komplett außen vor, was auch Bürgermeister Jürgen Schulz überraschte, wie er hinterher zugab.

Bei einer Nachfrage aus den Reihen der 53 Gekommenen wurde deutlich, was der Kommune momentan Sorgen bereitet. Wie denn der Stand beim vorgesehenen neuen Gewerbegebiet sei, wollte ein Bürger wissen. Die Gemeinde hat dazu eine Fläche zwischen der Straße nach Wiesentheid und der Kläranlage erworben und vorgesehen. Die Erschließung lässt jedoch auf sich warten.

Als Grund nannte der Bürgermeister die Kläranlage. Für deren Betrieb habe man eine Genehmigung bis 2029. Komme jedoch das Gewerbegebiet dazu, reiche die bestehende Anlage nach Ansicht des Wasserwirtschaftsamtes nicht aus. Als Begründung hieß es, dass der Vorfluter, also der Bach, über den das Abwasser abfließt, zu wenig Wasser führe. Das Abwasser könne nicht entsprechend der Vorschriften gereinigt werden, so Schulz.

Zwei Alternativen wurden für die Zukunft aufgezeigt. Einmal wäre es ein Anschluss an die Kläranlage nach Wiesentheid. Zum anderen müssten die Abtswinder eine etwa drei Kilometer lange Leitung bauen, um ihr Abwasser bei Feuerbach einzuleiten. Dort reiche die Fließgeschwindigkeit der Bäche aus. Diese Lösung stünde auch im Raum, wenn die Gemeinde ihre eigene Anlage ertüchtige.

Die Vorgaben von Amtswegen mochte mancher Bürger nicht verstehen. Das Wasser, das aus der Anlage abfließe, habe doch annähernd Trinkwasserqualität, meinte Bernhard Kniewasser. "Das Wasserwirtschaftsamt sieht das eben anders", antwortete Bürgermeister Schulz. Bis Ende des Jahres werde im Zusammenhang mit dem Ganzen eine Studie vorgestellt, sagte er. Dann folgen nächste Schritte.

Silos sind scheinbar nicht ausreichend abgedeckt

In der Versammlung monierte Peter Baumann den momentanen Blick auf das Ortsbild von Greuth her. Was da rechts und links der Straße liege, sei "ein Saustall", auch auf der Straße läge bisweilen einiger Dreck. In dem Bereich befinden sich Silos eines Landwirts, die anscheinend unzureichend abgedeckt sind. Die Gemeinde könne die Beschwerde lediglich an entsprechende Stellen weiter geben, mehr nicht, so Bürgermeister Schulz.

Zuvor hatte das Gemeindeoberhaupt die wichtigsten Punkte der vergangenen Monate gestreift. Im Vorjahr wurde der neue Kindergarten am Ortsrand eingeweiht, die Kosten lagen bei 1,205 Millionen Euro. Außerdem hat die Gemeinde mehr als 1,5 Millionen Euro in ihre Eigenwasserversorgung investiert. Schulz zeigte Bilder vom neu gebauten Wasserwerk. Beim Hochwasser im Juli sei Abtswind gerade noch ohne größere Schäden davon gekommen. Der Bürgermeister zeigte auf, wie sich eine schon länger eingebaute Drossselung sowie eine Rückhaltemöglichkeit hier als äußerst hilfreich erwiesen.

Eine halbe Millionen mehr für Personalkosten

Insgesamt hat die 857 Einwohner zählende Gemeinde leichten Zuwachs zu verzeichnen. Im 2017 ausgewiesenen Baugebiet mit 25 Plätzen sind bis auf vier alle verkauft. Für die übrigen liegen Reservierungen vor. Die Finanzen in Abtswind stimmen, auch wenn die Pro-Kopf-Verschuldung 568 Euro beträgt.

Der Haushalt umfasste zuletzt 5,074 Millionen Euro. Die Steigerung bei den Personalausgaben um rund 500 000 Euro begründete Bürgermeister Schulz mit dem Kindergarten und einigen in der Kommune geschaffenen Teilzeit-Stellen. Zudem kündigte der Bürgermeister an, dass nach Weihnachten wieder der Gemarkungsumgang vorgesehen sei. Außerdem wolle man nächstes Jahr das 50-jährige Bestehen des Weinlehrpfades nachträglich feiern.