Barbara Stamm hält der Politik Spiegel vor
Autor: Andreas Stöckinger
Wiesentheid, Sonntag, 14. Februar 2016
Wenn ein Politiker in Bayern aktuell den Menschen ins Gewissen reden kann, dann ist es am ehesten Babara Stamm. Das bewies die Präsidentin des Bayerischen Landtags in Wiesentheid.
Wenn ein Politiker in Bayern aktuell den Menschen ins Gewissen reden kann, dann ist es am ehesten Babara Stamm. Das bewies die Präsidentin des Bayerischen Landtags beim Politischen Ascherfreitag des CSU-Kreisverbandes in der Wiesentheider Steigerwaldhalle.
Hatten die großen Parteien die Aschermittwochsveranstaltungen wegen des Zugunglücks bei Bad Aibling abgesagt, stand dies für die Landkreis-CSU nicht zur Debatte. „Man kann so etwas auch mit leiseren Tönen bestreiten und muss nicht immer auf die anders Denkenden einhauen.“ So verzichtete die 71-jährige Unterfränkin auf einen Rundumschlag in Richtung der anderen Parteien. Sie regte in ihrer Rede eher zum Nachdenken an und hielt der Gesellschaft – wie auch der Politik – den Spiegel vor. Das war es wohl auch, was viele der rund 320 Zuhörer wollten.
Nach einer Gedenkminute für die Opfer des Zugunglücks begrüßte CSU-Kreisvorsitzender und Landtagskollege von Barbara Stamm, Otto Hünnerkopf, die Gäste. Er war sich sicher, dass viele Zuhörer ausschließlich wegen Barbara Stamm gekommen waren.
Nachdenklich machten seine Worte zum Thema Asyl: Deutschland habe einen Teil seines Wohlstands vielleicht auch den Ländern zu verdanken, aus denen aktuell die Flüchtlinge kämen. Aus diesem Grund müsse Deutschland helfen, dürfe aber seine organisatorischen wie auch finanziellen Kräfte dabei nicht überfordern.
In der Folge zog die Hauptrednerin Barbara Stamm ihre Zuhörer in den Bann. Sie beschrieb eingangs ihre politische Rolle anhand einer Frage, die ihr kürzlich ein Kind gestellt hatte. „Sind sie als Landtagspräsidentin so etwas wie ein Klassensprecher?“, wollte eine Zehnjährige wissen.
Ein anderes Kind habe sie gefragt, ob es in der Politik Freundschaft gebe. Dies habe sie zum Nachdenken angeregt. Wie erleben uns die Kinder? Welches Bild gebe man ab?
Zur Politik allgemein hob Stamm hervor, dass es neben manchen Problemen auch vieles gebe, was in der Gesellschaft gut laufe. Sie merkte an, dass es in unserer Gesellschaft nicht nur Probleme, sondern auch vieles gebe, was gut laufe. Das werde allzu häufig vergessen.