In anderen Urlaubsregionen gibt es sie an jeder Ecke, im Landkreis Kitzingen sind Erlebniswege für Kinder noch eine Seltenheit. Warum die Mainbernheimer das bei ihrem Bärlesweg  selbst in die Hand genommen haben und wie es um die Erweiterung steht, beantwortet Thomas Bachleitner im Interview.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, in Mainbernheim einen Erlebnisweg für Kinder aufzubauen?

Thomas Bachleitner: Es war eigentlich die Idee meiner Frau Sabrina, wir hatten das im Urlaub in den Alpen gesehen. Wieder zuhause haben wir dann mit dem Arbeitskreis Kultur und Tourismus rund ein Jahr geplant und das dann umgesetzt. Es war ein Gemeinschaftswerk: Einer hat die Flyer erstellt und eine Gruppe Rentner hat das Baumhaus über den Sickerbach gebaut. Das war gar nicht so einfach, denn der TÜV musste es ja hinterher abnehmen. Aber so haben wir viel Geld gespart. Insgesamt haben rund 50 Leute angepackt, unterstützt vom Bauhof und der Stadt Mainbernheim.

Und wer pflegt den Weg mit seinen acht Stationen jetzt?

Das machen die Ehrenamtlichen selbst. Das ist wie beim Bau: Es ist vielleicht nicht alles perfekt und manchmal dauert es zwei Wochen, bis etwas wieder repariert ist, aber die Arbeit miteinander stärkt gleichzeitig die Gemeinschaft. Auch unsere Kinder waren beim Aufbau dabei und haben sich als kritische Tester eingebracht (lacht).

Wird der Weg denn gut angenommen?

Ja, sehr. Er wird zum Glück nicht überrannt, aber auch die Anwohner merken, dass viel los ist. Darum ist auch eine Erweiterung geplant. Diese zweite Runde in die andere Richtung sollte eigentlich noch heuer entstehen, aber das verschiebt sich wegen Corona voraussichtlich um ein Jahr. Spätestens im Herbst 2021 wollen wir damit fertig sein. Auf rund drei Kilometern Länge wird es dann ganz andere Stationen geben wie ein Weidenhaus oder ein Spinnennetz über dem Boden.