Bei strömendem Regen trafen sich die Mitglieder des Schwarzacher Marktgemeinderats am Dienstag im Vorfeld der Ratssitzung am Kindergarten in Schwarzenau. Nach fünf Minuten war der erste Beschluss des Abends gefasst: der Kindergartenverein St. Laurentius darf die Außenspielfläche um die beantragten 100 Quadratmeter auf Gemeindegrund erweitern.

Die Außenspielfläche des Kindergartens Schwarzenau ist momentan 800 Quadratmeter groß, so Bürgermeister Volker Schmitt zu Beginn. Eine Teilfläche befindet sich auf einem verrohrten Graben. Für den Bereich unterhalb des Kindergartens seien grundsätzlich Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung vorgesehen, die in den Startlöchern steht. Nach Ansicht des Kindergartenvereins besteht aktuell auch hinsichtlich der Ausstattung der Spielgeräte ein Nachholbedarf, was das Ratsgremium ebenfalls einstimmig befürwortete. Offen blieb, ob weitere Stellplätze für das Personal des Kindergartens geschaffen werden.

Der ehemalige Parkplatz der geschlossenen Firma René Lezard im Industriegebiet Stadtschwarzach soll künftig baulich genutzt werden. Grundstückseigentümer Roland Höfer hat einen entsprechenden Antrag bei der Gemeinde eingereicht. Höfer beantragte zudem eine zukünftige Festlegung als Mischgebiet im Flächennutzungsplan der Marktgemeinde. Bürgermeister Volker Schmitt erläuterte die Details.

Von Hochwasser betroffen

Das Grundstück hat eine Größe von 10 000 Quadratmetern. Davon sind 7250 Quadratmeter als Parkplatz angelegt, die verbleibende Restfläche ist Grünland. Im Flächennutzungsplan des Marktes ist das gesamte Grundstück aktuell als "Sondergebiet Parkplatz" ausgewiesen. Mit der Neufestsetzung des Hochwassergrenze für den Silberbach im Jahr 2020 befinde sich lediglich die südliche Teilfläche außerhalb des HQ100-Gebietes (Hundertjähriges Hochwasser). Der Parkplatz war bei den beiden Hochwasserereignissen 2013 und 2021 betroffen, erinnerte das Gemeindeoberhaupt. Deshalb werde das Vorhaben skeptisch gesehen.

Außerdem könnten sich die Bewohner des Baugebietes "Am Seewasen" durch die mögliche Ansiedlung eines Gewerbetriebes gestört fühlen, wandten Peter Kuhn und Max Hegler ein. Bei einer Wohnnutzung auf dem einstigen Parkplatz werden die Emissionen von den bestehenden Gewerbetrieben problematisch angesehen, da keine ausreichenden Abstandsflächen vorhanden sind. Höfers Antrag, den Stefan Schielke "für ein paar Bauvorhaben" befürwortete, wird jetzt an die zuständigen Fachbehörden am Landratsamt Kitzingen zur Prüfung weitergeleitet. Diese müssen entscheiden, ob eine Ausweisung als Mischgebiet aufgrund der zu erwartenden Immissionen und der Hochwasserproblematik grundsätzlich möglich ist.

Bei der anstehenden Dorferneuerung in Schwarzenau wird mit der dortigen Teilnehmergemeinschaft (TG) eine Vereinbarung über die gestalterische Beratung und die Planung der Grünordnung/Dorfökologie abgeschlossen. Partner ist das Planungsbüro Schlicht Lamprecht Architekten PartGmbB aus Schweinfurt. Die Vorstandswahlen wurden auf den 21. November verschoben.

Parkzeiten geändert

Die Zeiten der Kurzzeitparkzonen am Marktplatz in Stadtschwarzach werden auf Antrag der Firma Getränke Wagner geändert. Künftig darf nur noch eine halbe Stunde Montag bis Freitag von 8 bis 19 und Samstag von 8 bis 14 Uhr geparkt werden. Dies betrifft vier Parkplätze. Auf fünf Parkplätzen herrscht auch weiterhin keine zeitliche Begrenzung.

Die Grundschule Schwarzacher Becken und die drei Kindergärten werden mit mobilen Luftreinigungsgeräten ausgestattet. Die Kosten für die Beschaffung der 21 Geräte belaufen sich auf 25 000 Euro, die zur Hälfte bezuschusst werden.