Alle Generationen in einem Boot
Autor: Von unserem Redaktionsmitglied Ralf Dieter
Kitzingen, Dienstag, 20. August 2013
16 Millionen Menschen leben in Deutschland alleine. Das ist ungefähr jeder Fünfte. Anni Ebert und Mathilde Grebe wollen auf keinen Fall zu diesen 16 Millionen Menschen gehören. Sie wohnen im Mehrgenerationenhaus St. Elisabeth in Kitzingen - und haben die MS Wissenschaft besucht, die gerade in Kitzingen vor Anker liegt.
16 Millionen Menschen leben in Deutschland alleine. Das ist ungefähr jeder Fünfte. Anni Ebert und Mathilde Grebe wollen auf keinen Fall zu diesen 16 Millionen Menschen gehören. Sie wohnen im Mehrgenerationenhaus St. Elisabeth in Kitzingen.
„Heute habe ich viel gelernt“, sagt Mathilde Grebe und lächelt. Zusammen mit der Projektleiterin des Mehrgenerationenhauses, Petra Dlugosch, Praktikantin Monika Kneuer, der 18-jährigen Auszubildenden Demet Ugurlu und dem 12-jährigen ehrenamtlichen Helfer Angel Reynoso Vasquez haben die beiden Seniorinnen die MS Wissenschaft besucht.
Das Schiff liegt bis Mittwochabend am Kitzinger Ufer. Das Thema der Ausstellung im Schiffsbauch ist wie gemacht für einen Besuch von Alt und Jung: „Alle Generationen in einem Boot – Die demografische Chance.“
Wo und wie möchte ich im Alter leben? Wie plane ich Beruf und Familie? Welche technischen Hilfestellungen gibt es, um den Alltag für Senioren zu erleichtern? Fragen, die in der Ausstellung anschaulich beantwortet werden. Fast nebenbei wird bei den jungen Besuchern Verständnis für die Sorgen und Probleme der älteren Generation geweckt.
Demet Ugurlu zieht sich an einem Informationsstand eine Kettenhand mit Manschette über. Die simuliert Krankheiten wie Gicht oder Arthritis. Jetzt versucht sie, eine Tasche aufzuknöpfen. Kein leichtes Unterfangen. „Da braucht man viel Geduld“, erkennt die 18-Jährige. Daneben steht Angel und schreibt mit einem zitternden Stift das Wort Kitzingen auf ein Blatt. Es will ihm nicht ganz gelingen.
Beim Buzzer-Spiel nebenan geht es darum, wer ein Wort am schnellsten liest. „Und das sind beileibe nicht immer die Jüngeren“, versichert Ausstellungslotse Martin Fischer. „Die Jahrzehnte lange Erfahrung zahlt sich halt doch aus.“
Verschiedene Lebensstile, die künftige Bevölkerungswanderung – Kitzingen wird nach der Prognose im Jahr 2030 rund 1000 Einwohner weniger haben – die Einstellung der Menschen zur Religion: Die Ausstellung zeigt etliche Zukunftsthemen auf und präsentiert gleichzeitig hilfreiche Erfindungen und mögliche Modelle für das Zusammenleben von Jung und Alt.