Ein Tipi aus Holz steht bereits. Den Sitzkreis haben die Kinder selber gebaut. In wenigen Schritten entfernt steht ein Holzpavillon mit Aufenthaltsraum, Abstellkammer und Komposttoilette. An schönen Tagen können die Iphöfer Kindergartenkinder nun ihre Tage im Wald verbringen, auf dem waldpädagogischen Areal am Iphöfer Wertholzplatz.

Das Ziel: die Kinder für das Thema "Natur und Wald" zu sensibilisieren. Das war ein großer Wunsch, bei den Iphöfer Kindergärten, aber auch im Stadtrat, sagt Altbürgermeister Josef Mend: "Die Kindergärten wollten etwas, um Naturerziehung machen zu können und der Stadtrat wollte den Naturbezug der Kinder fördern." Und das alles spielerisch und ohne Gefahren für die Kleinen. Für die Sicherheit auf dem Areal sorgt die städtische Forstverwaltung.

Der Wertholzplatz war dafür die ideale Stelle, erklärt Bürgermeister Dieter Lenzer: "Hier ist man sofort in der Natur und hat intakte Wald- und Wiesenflächen, ohne dass die Kinder stundenlang durch den Wald stapfen müssen."

Iphöfer Vorschulkinder sind begeistert

Eigentlich ist das Areal schon seit Herbst 2020 fertig. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde es aber erst vor kurzem offiziell eingeweiht. Bürgermeister Lenzer überreichte Marion Beringer, der Leiterin der Iphöfer Kindergärten , den Schlüssel des Holzpavillons. Wer das Areal mit seiner Schulklasse oder Kindergartengruppe nutzen will, wendet sich künftig an sie. Sie koordiniert den Bedarf der einzelnen Kinder-Gruppen.

Für die Vorschulkinder der Kindergärten St. Barbara und St. Veit ist es bereits das zweite Mal auf dem Areal. Sie haben hier schon gebaut und gewerkelt. Spielen im Wald, das kommt bei den Vorschulkindern gut an, wie eine Umfrage zeigt:

Sophia, Ella und Smilla bauen gerne

"Mir gefällt, dass wir hier bauen dürfen. Ich finde es schön, mit meiner besten Freundin ein Lager zu bauen, wie das Tipi hier", sagt Ella. Ihre beste Freundin Smilla, sieht das genauso: "Ich finde es schön, dass ich mit Ella was Tolles bauen kann, zum Beispiel ein Lagerfeuer."

Linda sitzt auf ihrem "Thron"

Was einst ein Baumstamm war, ist jetzt eine Sitzgelegenheit. Die sechsjährige Linda hat beim Schleifen mitgeholfen: "Ich habe den Stamm rund gemacht. Jetzt ist es ein Thron." 

Dario, Theo und Jannik spinnen ein Netz

Ein Spinnennetz ist ihr Ziel: "Wir brauchen viel Faden dafür. Wir machen das hier ganz wild und  verheddern einfach alles", sagt der sechsjährige Theo.

Mila und Leni im Holzkreis

Die Pläne für den selbst gebauten Sitzkreis stehen: "Ich hab den Holzkreis mit meiner Freundin Leni gebaut. Das ist für ein riesen Feuer", sagt Mila.

Auch für Schulklassen oder Ferienpass-Aktionen

Neben den Kindergartengruppen der Stadt und der umliegenden Gemeinden soll das Areal auch für Ferienpass-Aktionen oder Ausflüge der Schulferien-Betreuung genutzt werden können. Aber auch Schulklassen und Bildungseinrichtungen, wie der Jugendhof Schwanberg oder das Jugendtagungshaus Bürgerspital, sollen das Areal für Ausflüge, Projekttage oder ganze Wochen nutzen können. 

Das waldpädagogische Areal ist das erste im Kitzinger Land, das sich speziell an Kinder und Jugendliche richtet und für Waldtage genutzt werden kann. Über 230 000 Euro hat es gekostet, knapp 95 000 Euro kamen dafür aus dem europäischen LEADER-Programm, das innovative Aktionen im ländlichen Raum fördert.