Druckartikel: Ägypten und ein Hauch von Veitshöchheim

Ägypten und ein Hauch von Veitshöchheim


Autor: Timo Lechner

Mainbernheim, Sonntag, 15. Februar 2015

Ins alte Ägypten, und damit ins tiefe Altertum, zog es am Samstag die Akteure des TSV Mainbernheim, die zum Kappenabend in die Mehrzweckhalle geladen hatten. Doch nur das Kolorit war altertümlich – die Gags und Nummern dagegen frisch. Und sogar ein Hauch von „Fastnacht in Franken“ wehte durch die Halle an diesem ausverkauften Abend.
Furioses Finale: Moderator Wolfgang Wick (rechts) hatte „Parodis“-Sänger Bruno Gold eingeladen. Zum Abschluss flogen die Piloten der Kesselringer noch einmal los.


Ins alte Ägypten, und damit ins tiefe Altertum, zog es am Samstag die Akteure des TSV Mainbernheim, die zum Kappenabend in die Mehrzweckhalle geladen hatten. Doch nur das Kolorit war altertümlich – die Gags und Nummern dagegen frisch. Und sogar ein Hauch von „Fastnacht in Franken“ wehte durch die Halle an diesem ausverkauften Abend.

Wolfgang Wick, Kassier der Mainbernheimer Sportler, hatte erstmals die Moderation des Abends übernommen und führte im Glitzer-Look launig durch den Abend. In seinen Zwischenparts servierte Wick den einen oder anderen Kalauer, aber auch scharfe Kanten gegenüber der Stadtpolitik, insbesondere zum umstrittenen geplanten Radlerhotel, das an diesem Abend noch öfters in den Fokus des Spotts kommen sollte. Wicks Kontakten war es zudem zu verdanken, dass zum Finale nach einer gut dreistündigen Show mit Bruno Gold der Chefsänger der „Parodis“, bekannt vom Kult-Fernsehfasching aus Veitshöchheim, auf die Bühne kam und sang.

Frank Siemers, der bisher die Moderation inne hatte, verlegte sich in diesem Jahr komplett auf die Mit-Organisation und vor allem die Gestaltung der Kulissen. Dementsprechend detailgetreu ähnelte das Bühnenbild auch ägyptischen Tempeln und deren Zeichnungen von Gottheiten und andere Insignien. Ein tolles Umfeld für die Mainbernheimer und deren Gäste, die an diesem Abend in die Bütt stiegen.

Dass die Abteilung Breitensport des TSV seit einigen Jahren auch eine eigene Gardetanzgruppe hat, bewiesen die jungen Damen teils im Ganzen, teils als Duo eindrucksvoll mit fantasievollen Choreographien. Über die Sorgen als Teenager erzählte Fiona Gaubitz, der Gochsheimer Wolfgang Düringer plauderte aus dem Nähkästchen einer pfiffigen Rentnerin mit Rollator. Alicia Bergner und Laura Gaubitz legten als Tanzmariechen eine heißen Sohle aufs Parkett. Laura Oechsner und Milena Reinhart kamen als Bär und Dompteur auf die Bühne und philosophierten über das Wappentier der Stadt.

Der vierte Finaltitel der deutschen Fußballnationalmannschaft war für Rebecca Kümmel, Melanie Strobach, Gitti Reinhart, Laura Oechsner und Katharina Eckstein der Anlass, einen Mischung aus Puppentheater und Tanzeinlage mit den Konterfeis von Jogi Löws Elf aufzuführen. Artistisch wurde es auch, als Ralph Mann, Norbert Ebner und Rüdiger Höhn die Bühne enterten und einen Stoffball mit Klettverschluss mit den Köpfen hin und her warfen und dabei grazil tanzten.

Ein Höhepunkt war wieder der Auftritt von Susanne Bergner, Siggi Oechsner, Karen Dicker und Carmen Düll, die als schrille „Desperados Housewives“ mit musikalischer Unterstützung durch Achim Zepter Lokalkolorit besangen und so manchen Weiberschmarrn zum Besten gaben. Und auch die von vielen Gästen erwarteten „Kesselringer“, das Männerballett des TSV, enttäuschte nicht. Mit einer gelenkigen Einlage brachten die Fußballer als Piloten verkleidet Schwung auf die Bretter.

Am Ende gab es verdienten Applaus für die Darsteller und auch für Maskenbildnerin Birgit Schuster und Regisseurin Heidi Strobach, die seit Monaten mit den Akteuren die Nummern einstudiert hatten.