26 gefiederte Sänger unterschieden
Autor: Bearbeitet von Klaus Richter
Volkach, Montag, 07. Mai 2018
Auf Einladung des Bund Naturschutz Volkach trafen sich 47 Vogelfreunde am Freibad, um die Vogelwelt an der Mainschleife am Gesang kennenzulernen.
Auf Einladung des Bund Naturschutz Volkach trafen sich 47 Vogelfreunde am Freibad Volkach, um die Vogelwelt an der Mainschleife am Gesang kennenzulernen. Vorsitzender Willi Freibott freute sich über das Rekordinteresse an der Vogelstimmenwanderung.
Unter der fachkundigen Führung von Manfred Lang führte die Route am Astheimer Quittenlehrpfad entlang. Der Vogelexperte zeigte, wie sich die einzelnen Vogelstimmen aus dem Gewirr von Vogelrufen und –gesängen heraushören lassen und welche Stimme zu welcher Vogelart gehört.
Schnell konnten die Vogelbegeisterten die Stimmen unterscheiden: die lauten und dominanten Strophen der Winzlinge in der Vogelwelt, wie der Mönchsgrasmücke und des Zaunkönigs, aber auch das laute Schlagen des Buchfinks sowie das leise Zwitschern der Heckenbraunelle und das Gurren der Hohltaube.
Bei nahen Vogelverwandten, wie dem Fitis und dem Zilpzalp mussten alle besonders aufmerksam sein, um die Unterschiede festzustellen. Der Experte erläuterte auch die Entstehung unterschiedlicher Akzente, die sich bei derselben Vogelart entwickeln können.
Da Vögel ihre Gesänge vom Vater erlernen, könne bei dessen Ausfall der Jungvogel von einem Ersatzvater geprägt werden. Besonders begeisterte der Ornithologe mit seiner Fähigkeit, Vogelstimmen ohne fremde Hilfsmittel nur mit dem Mund nachzuahmen. Nicht selten fielen selbst Vogelmännchen auf die imitierten Stimmen herein und hielten den Vogelkundler für einen Wettbewerber in ihrem Revier.
1#googleAds#100x100Um den vermeintlichen Rivalen zu vertreiben, kamen die Vögel sehr nahe an die Gruppe heran und konnten gut beobachtet werden. Lang lobte die natürlichen Strukturen am Astheimer Quittenlehrpfad. Dichte Hecken neben Streuobstwiesen mit altem Baumbestand, hohes Gras neben von Blättern und Totholz bedecktem Boden würden den Singvögeln ideale Lebensbedingungen mit Schutz und Deckung, Nahrung und Brutmöglichkeiten bieten.
Der Vogelexperte warb für die Erhaltung der naturnahen Landschaft ohne den Einsatz von Giften, ohne eine aus Natursicht überflüssige Mulch- und Aufräumtätigkeit, die gerade den Bodenbrütern im Frühling die Deckung rauben und ihre Zahl schrumpfen lässt. Mit dem Ergebnis der Vogelstimmenwanderung waren alle zufrieden: Die Gruppe konnte die Gesänge von 26 Vogelarten bestimmen.