Der späte Wintereinbruch hielt von Freitag auf Samstag die Polizei in Atem: Winterliche Straßenverhältnisse führten zu sechs Unfällen auf den hochfränkischen Autobahnen, wie die Verkehrspolizei Hof berichtet. Die Folge: Drei leicht verletzte Personen sowie ein Sachschaden von rund 130.000 Euro. Grund war laut Polizei in allen Fällen überhöhte Geschwindigkeit.

Zu insgesamt sechs Verkehrsunfällen mussten Streifen der Verkehrspolizei Hof am Freitagmorgen und in der Nacht zum Samstag ausrücken. Der späte Wintereinbruch führte zu teils winterglatten Fahrbahnverhältnissen. Bei allen Unfällen mussten die Beamten jedoch feststellen, dass die Unfallverursacher ihre Fahrgeschwindigkeit schlichtweg nicht an die vorherrschenden Verhältnisse angepasst hatten. Bei einer geringeren Geschwindigkeit wären sämtliche Unfälle vermeidbar gewesen, so die Polizei in ihrer Pressemitteilung.

23-Jähriger verliert Kontrolle über Kleintransporter

Den Anfang machten zwei Kleintransporter um 07.36 Uhr und um 07.50 Uhr auf der A9 bei Gefrees, der eine in Fahrtrichtung München, der andere Richtung Berlin. Ein 23-jähriger Kurierfahrer war gen Süden unterwegs, als er die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor, zunächst gegen die mittige Betonleitwand stieß und von dort quer über die A9 in die rechtsseitige Betonleitwand schleuderte. Der Transporter wurde dabei total beschädigt. Der 23-Jährige prellte sich die linke Schulter.

Nur wenige Minuten später rutsche einen Kilometer weiter nördlich ein zweiter Kleintransporter gegen die rechte Außenschutzplanke. Der 21-jährige Fahrer, ein Student aus Bayreuth, blieb glücklicherweise unverletzt. 

Um 08.42 Uhr ereignete sich bei Berg der dritte Glätteunfall binnen gut einer Stunde. Ein Aktienhändler aus Berlin hatte seine Geschwindigkeit ebenfalls nicht an die winterglatten Fahrbahnverhältnisse angepasst. Der 46-Jährige schleuderte mit großer Wucht in die Verzögerungsspur der Anschlussstelle Berg/Bad Steben. Dort riss er zwei massive Richtungspfeile aus der Verankerung. Quer zur Fahrbahn kam das rundherum beschädigte Auto auf einer Grünfläche zum Stehen. Der Berliner zog sich bei dem Unfall leichte Verletzungen am Kopf zu. Er wurde vor Ort durch Sanitäter versorgt. Sein Sportwagen konnte nur durch einen Kran geborgen werden. Die Ausfahrt in Richtung Süden war für etwa 90 Minuten gesperrt. 

Einsetzender Schneefall sorgt für Glätte in der Nacht

Während sich die Verkehrslage im Laufe des Tages beruhigte, kam es in der Nacht zum Samstag zu drei weiteren Glätteunfällen. Einsetzender Schneefall führte wiederum zu winterlichen Straßenverhältnissen. Um 00.45 Uhr rutschte ein 54-jähriger Schwede auf der A93 bei Schönwald heftig in die mittige Schutzplanke. Sein Kleintransporter drehte sich ein mal um die eigene Achse und kam entgegen der Fahrtrichtung auf dem linken Fahrstreifen zum Stehen. Da Betriebsstoffe ausliefen und zudem die Schutzplanke stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, musste auch die Autobahnmeisterei entsprechend alarmiert werden. Der Unfallverursacher hatte Glück, er überstand den Unfall unverletzt.

Neben der nicht angepassten Geschwindigkeit dürfte es bei einem Unfall um 02.40 Uhr, ebenfalls bei Schönwald, eine weitere Ursache gegeben haben. Der Fahrer, ein 50-jähriger Mann aus Königsfeld, war sturzbetrunken. So schleuderte der Mann mit seinem Auto in die Mittelschutzplanke. Fahrzeug und Schutzplanke wurden dabei erheblich beschädigt. Da der Unfallverursacher erkennbar alkoholisiert war, führten die Beamten der Verkehrspolizei Hof einen Alkotest durch. Das Gerät zeigte erschreckende 1,94 Promille. Nach der Unfallaufnahme ging es für den Königsfelder ins Krankenhaus Selb zur Blutentnahme. Dort ließ er auch gleich seine blutende Nase mit versorgen. Einen Führerschein konnten die Beamten nicht mehr sicherstellen. Den hatte der Mann bereits vor knapp zwei Wochen wegen einer weiteren Alkoholfahrt verloren.

Den Abschluss bildete um 03.17 Uhr der Fahrer eines polnischen Sattelzuges auf der A9 bei Selbitz. Der 34-jährige Trucker wollte am Dreieck Bayerisches Vogtland auf die A72 wechseln. Dabei geriet er mit seinem Gespann auf der schneebedeckten Fahrbahn ins Rutschen, kam von der Autobahn ab und „parkte“ seinen Sattelzug mitten auf der Leitplanke. Die Bergung dauerte mehrere Stunden. 

Unfall-Bilanz: 130.000 Euro Sachschaden

Die Bilanz der sechs Unfälle liest sich wie folgt: Drei leicht verletzte Personen und ein Sachschaden in Höhe von ca. 130.000 Euro. Alles vermeidbar, hätten die Fahrer ihre Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen angepasst. Neben den teils beträchtlichen Eigenschäden bekommen alle Unfallverursacher zudem ein Bußgeld samt Punkt in Flensburg. Der alkoholisierte Königsfelder muss sich selbstverständlich auch wegen Gefährdung des Straßenverkehrs strafrechtlich verantworten.