Oberfränkische Landräte setzen sich für eine Landzahnarztquote ein. Dadurch solle die zahnmedizinische Versorgung auf dem Land gesichert werden.
Der Bezirksverband Oberfranken des Bayerischen Landkreistages hat die Frage der zukunftsfähigen zahnmedizinischen Versorgung der Region im Blick. Zur Sicherung der zahnärztlichen Versorgung in den Landkreisen befürworten die oberfränkischen Landräte die Einführung einer Landzahnarztquote. Vorbild ist die bayerische Landarztquote, über die ein Teil der Medizinstudienplätze an Bewerberinnen und Bewerber vergeben wird, die sich verpflichten, anschließend in unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Regionen zu praktizieren. Mehrere Bundesländer wie z. B. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben diese Quote auch für das Zahnmedizinstudium eingeführt.
"Wir setzen uns für eine zukunftsfähige und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung in unseren Landkreisen ein. Dazu gehört als wichtiger Bestandteil auch die Zahnmedizin im ländlichen Raum. Initiativen, die eine dauerhafte flächendeckende und wohnortnahe Versorgung auch künftig sicherstellen, unterstützen wir", unterstreicht Vorsitzender des Bezirksverbandes Oberfranken und Landrat Dr. Oliver Bär. Diese sei nicht zuletzt auch für die Aufrechterhaltung der Prophylaxe an Kitas, Schulen und Pflegeeinrichtungen wesentlich.
Dr. Rüdiger Schott, Vorsitzender des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB), ergänzt: "In den kommenden fünf Jahren erreicht ein Viertel der Praxisinhaber das Ruhestandsalter. Die jungen Kolleginnen und Kollegen zieht es derzeit vor allem in die Großstädte. Medizinische Versorgungszentren mit bis zu 30 angestellten Zahnärzten fördern diese Entwicklung. Mit einer Landzahnarztquote könnten wir einem Praxissterben im ländlichen Raum entgegenwirken".
Bayern ist zahnmedizinisch qualitativ und quantitativ derzeit noch gut versorgt. Damit das auch in Zukunft so bleibt, gilt es, rechtzeitig Entwicklungen zu erkennen und entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Jeder zweite Zahnarzt in Bayern ist über 50, fast jeder vierte über 60 Jahre alt. Damit liegt das Durchschnittsalter der Zahnärzte derzeit noch unter dem der niedergelassenen Ärzte anderer Fachrichtungen. Umso wichtiger sei es, bereits jetzt sinnvoll zu steuern, so der Bezirksvorsitzende Landrat Dr. Oliver Bär.
Zahnärztliche Körperschaften, wie die Vertreterversammlung der KZVB und die Vollversammlung der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK), fordern deshalb die Einführung einer gesetzlichen Landzahnarztquote in Bayern. Die Quote wird als notwendiges Instrument gesehen, um die drohende Ausdünnung der Praxislandschaft in strukturschwachen Regionen aufzuhalten und die wohnortnahe Versorgung langfristig abzusichern.
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