Am Samstagmorgen, gegen 4.30 Uhr, ging über die Einsatzzentrale ein abgebrochener Notruf ein, dass es auf der Bundesstraße 289 auf Höhe Poppenreuth einen Motorradunfall gegeben habe, wie die Polizeiinspektion Münchberg mitteilte. Nach längerer Suche konnte schließlich in einem Maisfeld ein verunglücktes Motorrad ohne Kennzeichen aufgefunden werden.

Außerdem in unmittelbarer Nähe hiervon Fahrzeugteile, Bekleidung, ein beschädigter Helm und eine Schusswaffe. Hinweise auf ein zweites unfallbeteiligtes Fahrzeug ergaben sich vor Ort jedoch nicht. Vom Motorradfahrer sowie von demjenigen, der den Notruf abgesetzt hatte, fehlte jede Spur.

Große Suchaktion mit Polizeihubschrauber

Sofort wurden mehrere Unterstützungsstreifen und Polizeihundeführer aus Hof und Stadtsteinach zur Absuche des Areals hinzugezogen. Sogar ein Polizeihubschrauber befand sich im Anflug. Schließlich konnte kurze Zeit später unweit von der Unfallörtlichkeit, an einem Feldweg zwischen Unfriedsdorf und Hildbrandsgrün, ein leicht verletzter 31-jähriger Mann aus Kirchenlamitz angetroffen werden, der offenkundig unter Drogeneinfluss stand.

Die Fahrt mit dem Motorrad selbst stritt er ab, schließlich räumte er jedoch zumindest ein, auf dem Motorrad gesessen zu haben. Wie weitere Ermittlungen ergaben, handelte es sich bei dem Kirchenlamitzer auch um den, der den Notruf verständigt hatte,  aber den Namen seines Begleiters nicht nennen wollte.

Umfeldermittlungen führten in kurzer Zeit schließlich zu einem 33 Jahre alten Tatverdächtigen aus Münchberg, der an seiner Wohnanschrift nicht angetroffen werden konnte. Der Mann aus Münchberg stellte sich jedoch im Laufe des Vormittages ebenfalls leicht verletzt in der Wache der Polizeiinspektion Münchberg selbst. Er wurde ambulant behandelt und konnte im Anschluss wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Gaspistole gehört dem Motorradfahrer

Ihm ist auch die Schusswaffe (eine Gaspistole) zuzuordnen, für deren Führen man eine waffenrechtliche Erlaubnis braucht („kleiner Waffenschein“). Diese konnte der Mann jedoch nicht vorweisen, was somit zu alledem einen Verstoß gegen das Waffengesetz darstellt. Ein durchgeführter Atemalkoholtest ergab noch am Vormittag einen Wert von 0,22 Promille bei dem 33-Jährigen.

Wer nun letztlich das Motorrad führte, müssen die weiteren Ermittlungen klären. Da jedoch beide Männer als mögliche Fahrzeugführer in Betracht kommen, wurde gegen beide eine Ermittlungsverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet. Bei beiden wurde eine Blutentnahme angeordnet und durchgeführt. Außerdem sind beide Männer nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis.

Am Motorrad entstand bei dem Unfall wirtschaftlichen Totalschaden. Es war seit 9 Monaten außer Betrieb gesetzt und nicht versichert. Der 33-Jährige aus Münchberg hatte es käuflich erworben.