Die autonom fahrenden Shuttles in Hof haben am Dienstag (08.06.2021) offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Das teilt die Stadt Hof mit. Für die Erreichbarkeit von Hof spiele der ÖPNV eine große Rolle. ”Wir stehen kontinuierlich vor der Herausforderung, für die Hofer Innenstadt ein maßgeschneidertes und wirtschaftliches ÖPNV-Angebot zu gestalten, von dem die Hoferinnen und Hofer, aber auch ihre Gäste profitieren”, erläutert Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD). 

Im Hofer Stadt Stadtgebiet werden zwei Shuttles verkehren. Die Projektstrecke führt vom Hauptbahnhof Hof über mehrere Haltestellen hinweg bis in die Fußgängerzone in der Altstadt und dann über das Bahnhofsviertel wieder zurück. Gefahren wird Montag bis Freitag von 9.55 Uhr bis 18.15 Uhr und Samstag von 9.55 Uhr bis 16.55 Uhr. Es gibt folgende Haltestellen: Hauptbahnhof – Liebigstraße – Bergstraße – Bismarckstraße – Kugelbrunnen – Marienkirche – Biengäßchen – Königstraße – Rekkenzeplatz – Hauptbahnhof im Rundkurs. Die RBO Regionalbus Ostbayern GmbH, die den Betrieb durchführt, habe ein spezielles Hygienekonzept entwickelt.

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  • Im Shuttle stehen Desinfektionsmittel bereit.
  • Es besteht im Shuttle Maskenpflicht.
  • An jeder Haltestelle wird das Shuttle kurz durchgelüftet.
  • Es können vier Passagiere mitfahren, wenn der Inzidenzwert in der Stadt Hof unter 100 liegt.
  • Nach geltender Rechtslage muss sich zwingend notwendig eine geschulte Begleitperson, ein sogenannter Operator, im Shuttle befinden. Während der Fahrt müssen die Fahrgäste sitzen und angeschnallt sein.

Das Ziel des temporären Forschungsprojektes Shuttle-Modellregion Oberfranken (SMO) ist es, den Betrieb von selbstfahrenden Shuttles als Ergänzung zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in den Städten Hof, Kronach und Rehau wissenschaftlich zu erproben. Jeweils kurz hintereinander haben nun die Shuttles in Rehau, Kronach und Hof ihren Betrieb aufgenommen.

Dass Shuttles unvorhergesehene Wege fahren, lasse sich ausschließen. “Den Fahrzeugen wird eine exakt zurückzulegende Route einprogrammiert – sie fahren somit wie auf virtuellen Schienen und immer auf dem gleichen Weg”, sagt Ralf Borowsky, der Hofer SMO-Projektleiter. Die Lokalisierung des Fahrzeugs finde auf mehrere Arten gleichzeitig statt. Bei der Routenprogrammierung werde gleichzeitig die Umgebung digitalisiert, wodurch den Shuttles eine sogenannte Referenzkarte in 3D vorliegt. Mithilfe seiner Sensoren vergleiche das Fahrzeug zu jedem Zeitpunkt die aktuelle Umgebung mit der Referenzkarte und prüft seine Position. Außerdem werde durch die automatische Lokalisierung via GPS jederzeit die korrekte Position der Shuttle sichergestellt.

So erkennen die Hofer Shuttles Hindernisse

Die in den Shuttles verbaute Sensorik diene auch zum Erkennen von Hindernissen. Dies könnten parkende Fahrzeuge oder Lieferwagen, aber auch Fußgänger sein, die die Straße kreuzen. “Sobald die Sensoren ein Hindernis erkennen, verringert das Shuttle sofort die Geschwindigkeit oder hält an”, sagt Ralf Borowsky. “Bei abrupt aufkommenden Hindernissen bremst das Shuttle entsprechend stärker ab.” Oft sie das Shuttle auch vorsichtiger und bremse frühzeitiger als Autofahrer, da durch die Sensoren eine permanente 360°-Überwachung der Umgebung sichergestellt sei und Gefahren schneller registriert würden.

So könne es vorkommen, dass ein Shuttle seine Geschwindigkeit reduziert, obwohl von außen betrachtet keine Gefahr vorzuliegen scheint. Dies sei beispielsweise der Fall, wenn Passanten zu nah von der Seite an das Shuttle herantreten oder andere Autofahrende zu dicht vorbeifahren. Deshalb sei es wichtig, Abstand zu halten. Blockiert ein Hindernis die virtuelle Schiene, könne das Shuttle es derzeit noch nicht im automatisierten Modus umfahren. In diesem Fall müsse der Operator eingreifen und die Steuerung übernehmen.

Die am Projekt beteiligte Firma Valeo rüste je eines der beiden Shuttles in Hof, Rehau und Kronach mit diversen neuen Sensoren und Kameras aus. Langfristig soll es dadurch möglich werden, auf den begleitenden Operator bei gleicher Sicherheit zu verzichten und mehrere Shuttles aus der Leitwarte in Hof zu überwachen und notfalls fernzusteuern.