Insolventer Autozulieferer: Rund 250 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs - scharfe Kritik von Gewerkschaft

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Bei dem Aktionstag vor den Toren der DGH-Group in Hof demonstrierten Beschäftigte für die Erhaltung ihrer Jobs.
Hof: Wegen Insolvenz der DGH-Group - 250 Mitarbeiter kämpfen um Jobs
IG Metall Ostoberfranken

In Hof haben zahlreiche Beschäftigte des insolventen Autozulieferers DGH für den Erhalt ihres Arbeitsplatzes demonstriert. Die rund 250 Mitarbeiter des Standorts bangen bereits seit Längerem um ihren Job.

Die aktuell rund 250 Mitarbeiter des Hofer Autozulieferers DGH stehen weiterhin vor einer ungewissen beruflichen Zukunft. Bereits seit 2020 ist bekannt: Die DGH-Group ist zum wiederholten Mal insolvent. Noch bis Ende 2022 soll die Produktion andauern. Wie beziehungsweise ob es für die Arbeitnehmer am Standort Hof danach weitergeht, ist nach wie vor unklar.

Unter dem Motto "Zukunft für uns. Zukunft für den Standort. Zukunft für Hof." demonstrierten deshalb am Mittwoch (9. Februar 2022) Beschäftigte gemeinsam mit der IG Metall Ostoberfranken vor den Werkstoren für ihre Arbeitsplätze. Auch Hofs Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD)und Landrat Oliver Bär (CSU) waren vor Ort.  

Insolventer Autozulieferer DGH in Hof: IG Metall übt Kritik

Stefan Winnerlein von der IG Metall Ostoberfranken macht im Gespräch mit inFranken.de deutlich, wo aus seiner Sicht das Problem liegt: "Das alte Management hat den Wandel der Zeit verschlafen. Die DGH ist zu 100 Prozent abhängig vom Verbrennungsmotor und im Grunde zu 100 Prozent abhängig von einem Kunden." Trotz "massiver Hinweise und Appelle des Betriebsrats" habe das Management das Produkt- oder Kundenportfolio nicht erweitert, kritisiert der Gewerkschafter. 

Neben dem Blick in die Vergangenheit müsse man vor allem nach vorne schauen, sagt Winnerlein. Der Investor AE Group, ebenfalls Automobilzulieferer, habe das Grundstück bereits gekauft. Bisher habe dieser aber noch keine Signale gesendet. "Wir brauchen jetzt einen Dialog mit dem Investor bezüglich seines Konzepts für den Wirtschaftsstandort Hof. Auch im Hinblick auf die Mitarbeiter." Bis dahin hingen diese "in der Luft" und hofften auf eine Perspektive, so Winnerlein. 

Die anwesenden Politiker*innen hätten ihre Mithilfe bekundet, berichtet Winnerlein. Sie wollten sich ihm zufolge für einen runden Tisch mit Vertreter*innen aus Politik und Gewerkschaft sowie dem potenziellen Investor engagieren.