• Fahrerflucht mit 200 km/h auf A9: Auto durchbricht Polizeisperre
  • Polizist bei Münchberg angefahren und schwer verletzt
  • Zwei Verdächtige auf Anwesen entdeckt und festgenommen
  • Gegen einen der beiden Männer wurde Haftbefehl erlassen

Am Sonntag (14. November 2021) sind zwei Männer bei einer Polizeikontrolle in Oberfranken geflüchtet. Dabei durchbrachen sie bei Münchberg im Landkreis Hof eine Absperrung der Polizei und verletzten einen Beamten schwer. Am Montagnachmittag führte die Fahndung schließlich zum Erfolg. Am Dienstag wurde gegen einen der beiden Männer, einen 24-Jährigen aus Potsdam, Haftbefehl wegen versuchter Tötung erlassen. 

Polizist bei Verkehrskontrolle auf A9 schwer verletzt

Wie die Polizei mitteilt, ist es nach einer großangelegten Fahndung gelungen, die zwei flüchtigen Männer festzunehmen, die am Sonntag mit Tempo 200 eine Polizeisperre bei Münchberg durchbrochen hatten und geflohen waren. Ein Polizeibeamter hatte sich dabei schwere Verletzungen zugezogen. Am Dienstag gab die Polizei bekannt, dass sich der Polizist mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr befindet. Er werde aber weiterhin im Krankenhaus stationär behandelt.

Verdächtige versteckten sich auf Heuboden

Nach der Suche in der Umgebung im Bereich Münchberg dehnte die Polizei die Fahndung auf angrenzende Ortsteile und Waldgebiete aus. Gleichzeitig nahm die Kriminalpolizeiinspektion Hof vor Ort die Ermittlungen auf. Die durch das Polizeipräsidium Oberfranken koordinierten Fahndungsmaßnahmen führten schließlich zu einem landwirtschaftlichen Anwesen am nördlichen Münchberger Ortsrand, in welchem die Einsatzkräfte die Gesuchten vermuteten. 

Dort fanden sie die beiden 24-jährigen Männer, die sich auf einem Heuboden versteckt hatten. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat laufen derzeit. Wegen der schweren Verletzung des Polizeibeamten muss sich zumindest der Fahrer wegen eines versuchten Tötungsdelikts verantworten. Die Staatsanwaltschaft Hof führt diesbezüglich die Ermittlungen und prüft einen Haftbefehlsantrag. 

Oberfränkische Polizei nimmt flüchtige Fahrer fest

„Die vergangenen Stunden haben gezeigt, dass die oberfränkische Polizei imstande ist, eine solche Lage hochprofessionell zu bewältigen und so einen raschen Fahndungserfolg herbeizuführen. Unsere Gedanken sind jetzt bei dem im Dienst verletzten Kollegen, dem wir baldige und vollständige Genesung wünschen", so der oberfränkische Polizeipräsident Alfons Schieder.

Fahrer flüchten bei Verkehrskontrolle auf A9

Kurz vor 19 Uhr wurden Polizisten auf der A9 auf ein Fahrzeug aufmerksam, in dem sich zwei Männer befanden. Als die Polizisten den Wagen bei Bayreuth für eine Verkehrskontrolle anhalten wollten, beschleunigte das Auto auf teilweise über 200 Stundenkilometer. Die Männer flüchteten auf der Autobahn in nördliche Richtung.

Im Bereich Münchberg verließen die Männer die Autobahn und durchbrachen eine Verkehrssperre, die die Polizei auf der Staatsstraße 2194 errichtet hatte. Dabei erfassten sie mit dem Auto einen Beamten der Verkehrspolizei und verletzten ihn schwer. Der Polizist musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Mit über 150 Einsatzkräften fahndete die Polizei zeitweise nach den beiden Männern und wurde dabei von Personensuchhunden aus Thüringen und Mittelfranken unterstützt. Die hinzugezogene Feuerwehr setzte zudem Drohnen zur Suche ein. Aktuellen Erkenntnissen zufolge hatten die beiden Flüchtigen gestohlene Kennzeichen an ihrem Wagen angebracht.

Vorschaubild: © NEWS5 / Fricke (NEWS5)