Hundebiss an Autobahnparkplatz: Polizei sucht Zeugen. Bereits am vergangenen Freitag (14. August 2020) um 13.45 Uhr hat sich am Autobahnparkplatz Peuntbach auf der A93 ein Vorfall ereignet, bei dem eine Frau und ein Jugendlicher von einem fremden Hund verletzt wurden. Dies berichtet die Verkehrspolizeiinspektion Hof am Mittwoch (19. August 2020). Die Ermittler erhoffen sich nun Hinweise aus der Bevölkerung.

Laut Polizei war eine vierköpfige Familie aus München mit ihrem Reisemobil auf dem Weg in Richtung Süden. Am Parkplatz Peuntbach, zwischen den Anschlussstellen Wunsiedel und Marktredwitz-Nord, legten die Familie eine Rast ein. Dazu setzten sich Vater, Mutter und die beiden Kinder an einen Tisch am Parkplatz. Ihren kleinen Hund, einen Yorkshire Terrier, hatten sie an der Leine unter dem Tisch.

Großer Hund greift Yorkshire Terrier

Nach Angaben der Polizei tauchte plötzlich ein großer, nicht angeleinter Hund auf und griff den Yorkshire Terrier an. Bei dem Versuch, ihren Vierbeiner zu befreien, wurden die 48-jährige Frau und ihr 16-jähriger Sohn von dem angreifenden Hund gebissen. Der Yorkshire Terrier der Familie wurde ebenfalls schwer verletzt und musste von einem Tierarzt versorgt werden.

Wie die Polizei mitteilt, war die Familie in der Folge nachvollziehbar damit beschäftigt, ihre Bisswunden zu versorgen und sich um ihren verletzten Hund zu kümmern. Das führte dazu, dass der Besitzer des angreifenden großen Hundes unerkannt weiterfahren konnte.

Den Geschädigten ist lediglich in Erinnerung, dass der „Angreifer“ die Größe eines Schäferhundes hatte und möglicherweise von der Rasse her ein Cane Corso war. Dieser wird in Bayern und anderen Regionen als sogenannter "Listenhund" (im Volksmund mitunter auch "Kampfhund" genannt) geführt. Als "Listenhunde" gelten Hunde, die von Gesetzes wegen als gefährliche oder potenziell gefährliche Hunde angesehen werden.

Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung

Der Besitzer des mutmaßlichen Cane Corso war nach Aussage der Geschädigten mit einem Wohnwagengespann unterwegs. Der Wohnanhänger hatte demnach ein Kennzeichen aus dem Zulassungsbereich Frankenthal (FT) aus Rheinland-Pfalz angebracht.

Die Polizei ermittelt nun wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Hundehalter und bittet Zeugen, die den Vorfall am Autobahnparkplatz beobachtet haben, sich unter der Telefonnummer 09281/704-803 bei der Verkehrspolizeiinspektion Hof zu melden.

Erst vor wenigen Tagen erschoss ein Polizist in Nürnberg einen Schäferhund, der auf ihn losgegangen war. Der Besitzer des Tiers beschuldigt jetzt den Beamten, verantwortungslos gehandelt zu haben. Die Polizei hingegen verteidigt den Einsatz der Schusswaffe.