Durch ein Bremsmanöver löste ein Polizeiauto auf der A9 bei Münchberg am Freitag eine folgenreiche Kettenreaktion aus: Wie die Polizei mitteilt, kam es gegen 14.30 kurz vor der Anschlussstelle Münchberg/Nord in Fahrtrichtung Berlin zu einem Auffahrunfall zwischen drei Autos. Sechs Menschen wurden verletzt, darunter auch zwei Polizeibeamte.

Zum Unfallzeitpunkt herrschte dichter Verkehr auf allen drei Fahrspuren der A 9 in Richtung Norden. Darunter waren auch mehrere Fahrzeuge der Bereitschaftspolizei aus Bruchsal in Baden-Württemberg. Die Beamten waren ohne Sonderrechte auf dem Weg in Richtung Thüringen, wo sie am kommenden Wochenende die Thüringer Polizei bei einem Einsatz anlässlich des Tages der Deutschen Einheit unterstützten werden.

Audi-Fahrerin schiebt VW in Polizeiwagen

Ein Polizeiauto musste wegen stockendem Verkehr auf der linken Spur abbremsen. Dies bemerkte offenbar ein 32-jähriger VW-Fahrer aus München und bremste seinen Wagen ebenfalls stark ab. Eine nachfolgende 63-jährige Audi-Fahrerin aus Baden-Württemberg schaffte es nicht, ihr Auto rechtzeitig zum Stehen zu bringen und stieß mit voller Wucht in das Heck des VWs.

Dieser wurde durch den Aufprall nach vorne auf den Polizeisprinter geschoben. Alle drei Fahrzeuge kamen auf der rechten und teils auf der mittleren Spur der A 9 beschädigt zum Stehen.

Aufgrund der ersten Notrufe wurden von der integrierten Leitstelle mehrere BRK-Fahrzeuge aus den umliegenden Standorten, ein Rettungshubschrauber, ein Notarztwagen und die Feuerwehr Münchberg an die Unfallstelle beordert. Die Verkehrspolizei Hof eilte mit mehreren Streifen zur Unfallstelle. Im Rahmen der Unfallaufnahme stellte sich heraus, dass in allen drei Fahrzeugen jeweils zwei Insassen verletzt wurden, darunter auch zwei Polizeibeamte aus Baden-Württemberg.

Autobahn zwei Stunden teilweise gesperrt

Einer der Verletzten wurde mit dem Rettungshubschrauber in das Klinikum Weiden geflogen. Die anderen fünf verletzten Personen wurden von insgesamt fünf BRK-Fahrzeugen in die Krankenhäuser nach Bayreuth, Münchberg und Hof transportiert. Nach erster Einschätzung durch Sanitäter und Notarzt dürften die Verletzungen aller Verkehrsteilnehmer jedoch nicht schwerwiegend sein.

An den drei Fahrzeugen entstand Sachschaden in Höhe von insgesamt 40.000 Euro. Der Passat und der Audi mussten von einem Abschleppdienst von der Autobahn geholt werden. Das Polizeiauto war noch rollfähig und konnte von den Beamten selbst weitergefahren werden. Die A 9 war zur Unfallaufnahme und nach Landung des Rettungshubschraubers für etwa eine Stunde in Fahrtrichtung Berlin komplett gesperrt. Zunächst konnte der Verkehr auf der linken Spur freigegeben werden, um 16.20 h war die Autobahn in Richtung Berlin wieder komplett befahrbar.