In "transatlantischer Verbundenheit" verfolgte der gebürtige US-Amerikaner, der seit 48 Jahren in Deutschland lebt, mit Nachbarn und Freunden das letzte WM-Vorrundenspiel zwischen Deutschland und den USA.

"Ich gewinne immer, denn beide Länder sind meine Heimat", ließ der"Ami-Robert", wie ihn in Ebern jeder nennt, vor dem Anpfiff wissen. Doch sein Tipp lautete eigentlich 2:2, ein friedliches Unentschieden unter Nato-Partner also.

Als aber von einem Nichtsangriffspakt nichts zu spüren ist, lässt Quicksall doch eine Vorliebe erkennen. Er neigt mehr zu den US-Boys. Kein Wunder: Er hat noch viel Verwandtschaft in den Staaten, die er alle zwei Jahre besucht. Dazwischen liegen jeweils die Gegenbesuche.

Ein "Shit" huscht bei den ersten Großchancen der Löw-Schützlinge über seine Lippen.
Und als Jermaine Jones vom Schiedsrichter "umgenietet" wird, witzelt der 73-Jährige lauthals "Die Deutschen haben den Schiri gekauft!" Als sich zwei seiner Landsleute gegenseitig über den Haufen rennen, schüttelt er verständnislos den Kopf.

Der Witwer, der 1966 mit dem Fahrrad von Bamberg aus nach Reutersbrunn kam "(natürlich wegen einer Frau"), nimmt's dennoch gelassen: "In Amerika hätten sie jetzt schon den ersten Hotdog gegessen", lautet seine wenig sportliche Zwischenbilanz nach 22 Minuten, als sich die US-Kicker mittels Fernschuss erstmals dem deutschen Tor nähern.

Das globale Denken vieler amerikanischer Politiker beseelt natürlich auch einen ehemaligen GI. "Wir haben den besten Torwart der Welt", schwärmt Quicksall über Keeper Howard, der letztlich nach einer Glanzparade dann doch den Ball aus dem Netz holen muss. Und dann gesteht der Rentner denn auch ein, dass "die Deutschen verdient gewonnen haben".

Eigentlich ein Basketball-Fan

Und schiebt nach, dass Fußball eigentlich gar nicht seine Lieblingssportart ist. Echt Ami, bevorzugt er Basketball, ist Fan der Los Angeles Lakers, schon seit der Zeit als die noch als Lakers in Indianapolis spielten.

Und - da kommt sein deutsches Blut wieder durch - er ist auch Fan der Brose Baskets und als FT-Leser stets bestens über die Bamberger Basketballer informiert. "Ich war schon in der Halle, als der Jim Wade noch spielte."