Es sind teils Fälle dabei, die man gemeinhin als hoffnungslos bezeichnen würde. Menschen, die in eine soziale Abwärtsspirale geraten sind, sei es durch Drogenmissbrauch oder andere widrige Umstände, denen auf dem Arbeitsmarkt normalerweise keine Türen mehr offenstehen, bekommen durch das Projekt "Zak" wieder eine Chance, ein geregeltes Leben zu führen.

"Zak" steht für "Zukunft mit Arbeit im Kreis Haßberge" und wird von der Volkshochschule des Landkreises Haßberge angeboten.

Am Mittwoch bezogen die Mitarbeiter des "Zak"-Teams neue Büroräume in der Brückenstraße 14 in Haßfurt. In der Verwaltung sind Sandra Langguth und Michaela Niedermeier tätig, für die IT zeichnet Reinhold Herlein verantwortlich. Zuvor waren sie im Jobcenter an der Promenade untergebracht, die Arbeitsagentur benötigt die Räume allerdings aus Platzgründen nun selber.


Arbeit via "Zak"

Der Leiter des "Zak"-Projekts, Uwe Blos, erklärte: "Die Maßnahmen, die wir anbieten, dienen der Stabilisierung." Das bedeutet konkret, dass Menschen, die über "Zak" eine Arbeit vermittelt bekommen, wieder behutsam an ein "normales" (Arbeits-)Leben herangeführt werden. Oftmals seien diese Menschen kaum in der Lage, Eigeninitiative zu ergreifen, wenngleich sie den Willen dazu aufbringen, wieder ein normales Leben zu führen. Dass die Maßnahmen Wirkung zeigen, beweist "Zak" bereits seit 1997: In fast 20 Jahren seien so etliche Langzeitarbeitslose wieder in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis geführt worden. Das lag nicht zuletzt auch an den Kommunen im Kreis Haßberge, die das Projekt "Zak" unterstützen: "Die sehen wirklich auch den sozialen Aspekt", sagte Blos.


Kommunen bieten Arbeit an

So waren auch etliche Bürgermeister sowie Landrat Wilhelm Schneider (CSU) zur gestrigen Einweihung der neuen Räume nach Haßfurt gekommen. Oft bekommen Langzeitarbeitslose etwa in den kommunalen Bauhöfen eine Chance, sich für eine feste Anstellung zu empfehlen.

Wie der Ebelsbacher Bürgermeister Walter Ziegler (BNL) am Rande berichtete, habe der Bauhof seiner Gemeinde seit Beginn des "Zak"-Projekts über diese Maßnahme fünf Mitarbeiter rekrutiert. "Die Leute sind arbeitswillig, sie haben sich eingebracht", sagte Ziegler. Zudem habe die Gemeinde die Chance, sich während einer Art Probearbeitsbetrieb ein Bild von den Menschen zu machen und zu schauen "ob die Chemie stimmt". Auch die Gemeinde Sand hatte erst vor kurzem einen Bauhofmitarbeiter über eine "Zak"-Maßnahme eingestellt.


Soziale Verantwortung

"Wir haben eine soziale Verantwortung", sagte Holger Baunacher, der Bürgermeister der Gemeinde Wonfurt ist (CSU) und auch Vorsitzender der Volkshochschule (VHS) im Landkreis Haßberge. "Nennen wir es eine Art verlängertes Probearbeiten", sagte Hoger Baunacher, über das es gelingen könne, von sozialem Abstieg betroffene Menschen wieder "in ein geregeltes Berufsleben" zu integrieren. "Es ist unsere Aufgabe, diese Leute aufzufangen."