Ein sicherer Schulweg ist ein Anliegen der Polizei. Die Beamten beginnen bereits im Kindergarten mit Verkehrserziehung, wobei der Schwerpunkt auf dem Schulweg liegt. Das sagen die Polizeibeamten, Polizeioberkommissar (POK) Tobias Kern von der Inspektion Ebern und Polizeihauptmeister (PHM) Dominique Heim von der Inspektion Haßfurt. Hier werden auch die Eltern eingebunden. Um den Schulweg sicherer zu machen, werden auch Schüler- und Buslotsen sowie ehrenamtliche Schulweghelferinnen und Helfer eingesetzt. Diese Aufgaben nehmen extra geschulte Verkehrserzieher wahr.


Reflektierende Accessoires

"Ein wichtiger Partner der Polizei ist im Landkreis die Kreisverkehrswacht mit ihrem Vorsitzenden Tilmann Fischer an der Spitze, vor allem was die materielle Ausstattung für Unterrichtsmaterial und Schutzbegleitung angeht", sagt der in Ebern zuständige Polizeioberkommissar Tobias Kern.
"In diesem Jahr werden wieder sogenannte reflektierende Klack-Armbänder und gelbe Mützen an die Schulanfänger übergeben", ergänzt Dominique Heim.
Zu Schulbeginn lege man verstärktes Augenmerk auf den sicheren Schulweg und hier besonders an neuralgischen Stellen. Auch die vorgeschriebene Sicherung von Kindern in Autos wird überwacht", erläutert Kern. Die Aktion "Sicher zur Schule - sicher nach Hause" trage dazu bei, so PHM Heim.


Sicherheitspakete für Schulen

Zu Schulbeginn läuft die bayernweite Aktion "Überwachung der Gurtanlege- und Kindersicherungspflicht und auch mit Geschwindigkeitskontrollen werde auf einen sicheren Schulweg hingearbeitet. Dank Sponsoren können an die Schulen Sicherheitspakete mit Warnwesten und Anhaltestäbe an Schülerlotsen übergeben werden, freuen sich die Polizeibeamten.

Neben den üblichen Streifen werden bei beiden Polizeiinspektionen zu Schulanfang zusätzliche eingeteilt, um an mehreren Orten präsent zu sein. Trotz aller Präventivmaßnahmen kommt es immer wieder zu Schulwegunfällen.
Aus den letzten drei Jahren nennt Kern folgende Unfälle, die glimpflich verliefen: "Da ist in ein Schüler mit dem Fahrrad gegen ein geöffnete Autotür gefahren, in Memmelsdorf streifte ein Autofahrer mit dem Außenspiegel ein Schulkind, in Rabelsdorf gab es einen Busunfall auf Glatteis mit einigen blauen Flecken von Kindern und in Ebern stürzte ein Kind, das mit dem Fahrrad ohne Helm zur Schule gefahren ist." Bei der Polizeiinspektion Haßfurt habe es 2014/15 keinen typischen Schulwegunfall gegeben, erklärt Heim.


Appell an Autofahrer

Das Resümee der beiden Polizeibeamten: "Es wäre wünschenswert wenn sich, insbesondere Autofahrer, in die Situation und Denkweisen von Kindern im Straßenverkehr hineinversetzen würden. Damit könnten viele gefährliche Situationen vermieden werden.
Welcher Autofahrer hat sich schon einmal neben ein Kind gekniet und zum Überqueren der Straße den Verkehr aus der Perspektive eines Kindes beobachtet. Von da unten sieht der Straßenverkehr ganz anders aus. Damit lässt sich so manches Verhalten von Kindern erklären und vorhersehen."
Es sei sicher nicht notwendig, dass viele Kinder mit dem Auto bis an die Schultüre gefahren werden, sagen die Beamten. Zum einen komme es dem Bewegungsdrang von Kindern entgegen, wenn diese ein Stück zu Fuß gehen, zum anderen bedeute jedes Auto weniger auf dem Schulweg ein Stück mehr Sicherheit für die Kinder. Denn mit wenigen Schulbussen auf den Straßen kommen die Kinder gut zurecht. Aber mit der Menge der Autofahrer und deren individuellen Verhaltensweisen können sie nicht umgehen. So entstehen Gefahrensituationen.