In der Gemeinderatssitzung um Zweiten Bürgermeister Kurt Weißheimer (ÜWG), der den erkrankten Bürgermeister Willi Sendelbeck vertrat, ging es um die Finanzen von Rentweinsdorf. Der Haushaltsplan sowie das Investitionsprogramm bis 2019 wurden beschlossen.

Zunächst stellte VG-Kämmerer Horst Junge den Haushaltsplan 2016 vor. Zwar liegt demnach die Steuerkraft des Marktes mit 414,51 Euro pro Einwohner deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 697,78 Euro, was laut Junge auf die geringen Einnahmen aus Gewerbesteuern zurückzuführen ist. Dennoch sei die Finanzlage Rentweinsdorfs geordnet. Das Nettosteueraufkommen habe sich im Vergleich zum Vorjahr sogar verbessert.


Zuletzt Schulden abgebaut

Da viele Investitionen anstehen, gehe es jedoch nicht ohne Neuverschuldung.
War es im Vorjahr noch möglich, die Schulden um 234 307 Euro zu reduzieren, so wird 2016 die Verschuldung wieder ansteigen.

Bei einem Haushaltsvolumen von insgesamt rund 3,7 Millionen Euro beläuft sich der Verwaltungshaushalt auf 2,3 und der Vermögenshaushalt auf 1,4 Millionen Euro. Die wichtigsten Einnahmen des Verwaltungshaushalts resultieren unter anderem aus Grundsteuer, Gewerbesteuer, Einkommensteueranteil und Schlüsselzuweisungen. Insgesamt ergeben sich daraus Einnahmen in Höhe von 1,5 Millionen Euro, was im Vergleich zu 2015 rund 100 000 Euro mehr sind. Die Summe der Umlagen beträgt 783 438 Euro, während das Nettosteueraufkommen bei 769 183 Euro liegt.

Beim Marktsaal liegt ein Fehlbetrag von 18 650 Euro und beim Bestattungswesen ein Fehlbetrag von 14 600 Euro vor. Für die Kinderbetreuung werden insgesamt rund 160 600 Euro aufgewendet.

Die freie Finanzsspanne für das Haushaltsjahr 2016 beträgt 100 232 Euro. Da diese positiv ist, ist Rentweinsdorf in der Lage, die Tilgung von Krediten aus laufenden Einnahmen zu tragen.

Zu den Investitionsschwerpunkten im Vermögenshaushalt: Die drei größten Kostentreiber sind zum einen der Ersatzwegebau für die aufgelassenen Bahnübergänge mit 300 000 Euro, der Breitbandausbau mit 234 500 Euro und der Straßenbau in Losbergsgereuth mit 224 500 Euro. Des Weiteren müssen 50 000 Euro in die Planung einer neuen Brücke der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Sendelbach und Gräfenholz und rund 20 000 Euro in die Sanierung des Bürgerhauses in Treinfeld investiert werden.

Auch wird sich die Marktgemeinde mit 10 000 Euro am Tierheim des Landkreises beteiligen, die Beschaffung von Digitalfunk und einer Wärmebildkamera für die Rentweinsdorfer Feuerwehr kosten 22 000 Euro, während sich Investitionszuschüsse der Schulverbände für das Hallen-bad auf 40 790 Euro belaufen.

Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen auf rund 1,1 Millionen Euro.
Zur Finanzierung stehen Rücklagen in Höhe von 60 000 Euro zur Verfügung. Des Weiteren ist es vorgesehen, einen Kredit in Höhe von 218 628 Euro und einen Kredit aus Haushaltseinnahmeresten aus 2015 in Höhe von 47 238 Euro aufzunehmen.

Ende 2015 betrug der Schuldenstand 995 365 Euro und konnte somit um 234 307 reduziert werden. Für Ende 2016 wird jedoch mit einer Schuldenerhöhung um 174 866 Euro gerechnet, sodass der Schuldenstand Ende 2016 rund 1 170 231 Euro betragen wird.


Künftig weniger Spielraum

Seinen Ausblick auf die Finanzen bis 2019 begann Junge mit der Bemerkung, dass die Gemeinde nicht viel Spielraum für weitere Investitionen habe. Dennoch seien die Vermessung des Baugebiets Kappelleite III mit Kosten von 16 000 Euro und die Dorferneuerung in Salmsdorf mit Restmaßnahmen in Höhe von 30 000 Euro vorgesehen. Der Brückenbau zwischen Sendelbach und Gräfenholz werde in den nächsten Jahren noch rund 1,3 Millionen Euro kosten, weshalb die Verschuldung des Marktes 2017 auf bis zu 1,4 Millionen Euro steigen werde. Ab 2018 könnte sie dann wieder zurückgehen, vorausgesetzt es kämen keine weiteren größeren Investitionen auf den Markt zu.

Weitere Beschlüsse

Zum Umbau der Gräfenhölzer Mühle liegt bereits eine Baugenehmigung vor. Nun soll zusätzlich ein Anbau errichtet werden. Der Gemeinderat stimmte zu.

Im Rahmen des Ausbaus der Ortsdurchfahrt in Losbergsgereuth sind weitere Kosten entstanden, die sich nicht vermeiden ließen. So war ein zusätzlicher Kontrollschacht notwendig. Die Mehrkosten belaufen sich auf rund 3500 Euro.

Eine Fachfirma die optische Inspektion von Kanälen im Ortsteil Gräfenholz durchführen. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 13 500 Euro.

Noch sind aus der Bevölkerung keine Vorschläge für die Bezeichnung des Verbindungswegs zwischen "Am Schäfersgraben" und "Alter Kirchweg" eingegangen. Sollte sich daran bis zur nächsten Gemeinderatsitzung nichts ändern, beschließt der Gemeinderat einen Namen.