Die Jagdgenossenschaft Krum führte Wanderer in die Fluren des Zeiler Stadtteils. Die Teilnehmer erfuhren Wissenswertes über die Landschaft.
Die Krümler sind naturverbunden und wandern gerne durch die schöne Landschaft um Krum. Mehr als 60 Frauen, Männer und Kinder sind jetzt der Einladung der Jagdgenossenschaft Krum zur Grenzbegehung und zu einem gemütlichen Nachmittag im Garten am Antoniusheim gefolgt.
Bei herrlichem Sommerwetter empfing der Vorsitzende der Jagdgenossen, Paul Schuler, am Dorfplatz von Krum die Wanderer, Grundholden und den Jagdpächter Jochen Schneider sowie Tobias Stöhr als Vertreter von Jagdpächter Matthias Jakob sowie alle Wanderer. Der Forstschutzbeauftragte Georg Biertempfel hatte die Wanderstrecke ausgewählt.
Auf die Höhen
Die Rundtour führte zunächst am Amonsgraben entlang zum Hochplateau der Kohlplatte auf 371 Metern Höhe, im Jagdbogen Süd gelegen. Der Name Kohlplatte deutet darauf hin, dass hier früher Kohlenmeiler unterhalten wurden. Diese hat es schon seit dem frühen Mittelalter gegeben und die höhere Temperatur der gewonnenen Holzkohle ermöglichte das Ausschmelzen (die Verhüttung) von Erz.
Wanderführer Georg Biertempfel wusste an markanten Punkten viel Interessantes über den Krümler Wald und den Forstschutz zu berichten. Die positive Wirkung des Waldes für den Menschen ist lange bekannt.
Nachhaltigkeit
Im Krümler Wald wird nicht nur Holz geerntet, sondern es wird viel Wert auf eine zeitgemäße Waldbewirtschaftung mit sachgerechter Bestandspflege und Nachhaltigkeit für kommende Generationen gelegt. Nicht zuletzt wegen der geänderten Klimabedingungen wurden auch in diesem Jahr bereits mehrere hundert neue Bäume, Wildkirsche, Bergahorn und Weißtanne, in sogenannten Wuchshüllen angepflanzt. Weiter kümmert sich die Jagdgenossenschaft um die Instandhaltung von Waldwegen.
Auf dem Weg zur Kohlplatte kam die Gruppe an Biotopbäumen vorbei. Es handelt sich hier oft um sehr alte, zum Teil auch bereits absterbende oder tote Bäume. Im Krümler Wald gibt es etwa 300 mit GPS überwachte Biotopbäume, die besondere Lebensräume für Kleinlebewesen bieten. Die Bäume werden sich selbst überlassen und nicht gefällt. Der Forstschutzbeauftragte erklärte in seiner bekannt unterhaltsamen Art die Forstmarkierungen auf den Bäumen, wie Zukunftsbaum oder auch Habitatbaum.
An den Krümler Jagdgrenzen informierte Jagdpächter Jochen Schneider über die geltenden Vorschriften und die manchmal bestehende Problematik, wenn die Jagdgrenze mehrfach wechselt. Auf dem Rückweg nach Krum kam man an alten Grenzsteinen mit den Buchstaben "KW" vorbei. Georg Biertempfel klärte auf, dass diese Kennzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert nicht für Krümler Wald steht, sondern für Königlicher Wald. Für viele bisher unbekannt waren die Stationen am "Kasmaterla" und an der einstigen "Bullenwiese". Dies war ein äußerst ertragreiches Wiesenstück, das früher demjenigen zustand, der den Gemeindebullen hatte.
Auf der Altach
Nach der Grenzbegehung fand als Attraktion für die Kinder ein Wettrennen der besonderen Art statt: das erste Krümler Altach-Entenrennen. Am Nepomuk in der Vorstadt herrschte reger Andrang, als der Vorsitzende Paul Schuler das Startkommando für das Entenrennen gab. Auf der renaturierten Altach mit ihren Windungen und Sprungsteinen trieben die kleinen farbigen Quietscheenten ins Ziel. Begleitet von den Kindern, die ihre Enten anfeuerten, kamen alle am Antoniusheim an. Sieger war die blaue Ente mit der Nummer 16. Jedes Kind durfte seine Ente behalten und erhielt einen Preis. Nachdem das Entenrennen bei den Kindern so gut ankam, wird schon über eine Fortsetzung spekuliert.
Die Erwachsenen ermittelten beim beliebten Luftgewehrschießen auf die Krümler Ehrenscheibe den besten Schützen. Am treffsichersten war Florian Mantel (27 Punkte), gefolgt von Sabine Hümmer (25 Punkte) und Johannes Biertempfel (24 Punkte). Paul Schuler und Jochen Schneider überreichten die Ehrenscheibe, und jeder Sieger erhielt ein kleines Präsent.
von Franz Huber