In der Gemeinde Untermerzbach aber sei seit dem Jahr 2010 eine Unterdeckung gegeben, wie Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) sagte. Er verwies darauf, dass einige Kommunen ihre Entwässerungsatzung bereits neu aufgestellt hätten.
Verwaltungsleiter Edgar Maier erläuterte hierzu, dass die gemeindliche Satzung für die öffentliche Entwässerungsanlage aus dem Jahr 1990 stamme. Anhand einiger Paragraphen der neuen Satzung zeigte er auf, dass diese mehr "Rechtssicherheit" bringe und die Gemeinde verpflichte, künftig ein Abwasser-Kataster zu führen. "Wir haben immer noch ein deutliches Defizit bei den Kosten, was schon häufig von der Rechtsaufsicht moniert wurde", so Maier.
Die Kostendeckung betrage gerade mal 70 Prozent, oft seien es aber auch schon weniger gewesen. "Ob die Gebührenerhöhung, so wir sie beschließen, bei unseren Bürgern gleich voll durchschlagen muss, kann überlegt werden", sagte er, "aber es ist Tatsache, dass wir im fünfjährigen Schnitt gerechnet ungedeckte Kosten von 40 500 Euro pro Jahr haben, die wir auffangen müssen."


Verbrauch sinkt

Maier zeigte auf, dass der Verbrauch von Trinkwasser in den Ortschaften der Gemeinde Untermerzbach von 87 258 Kubikmeter im Jahr 2010 auf 78 298 Kubikmeter im Jahr 2014 zurückging. Besonders relevant schlagen für den Kostendeckungsgrad die Löhne und die Umlagen zu Buche, die an den Zweckverband Itzgrund zu zahnen sind. Eine Erhöhung der Gebühren von 0,54 Euro pro Kubikmeter "rein trinkwasserbezogen" wäre notwendig, führte Maier aus, was aber in dieser Höhe nicht möglich wäre.


Regelmäßige Untersuchungen

Helmut Dietz versicherte, dass die Bürger sich von der Verwaltung beraten lassen können. Im eigenen Interesse sollte jeder Grundstücksbesitzer seine Abwasseranlage regelmäßig prüfen lassen um Schäden zu erkennen und größere Folgeschäden zu vermeiden. Das passiere mittels einer Kamerabefahrung. Die Kosten hierfür benannte der Bürgermeister mit 1000 bis 2000 Euro. Diese Forderung wird nun in die Satzung aufgenommen.
"Die Bürger interessiert das, was aufgrund der Änderung an finanziellen Belastungen auf sie zukommt", sagte Edgar Maier. Nach Beschluss und Vollzug der Satzung müssten die Bürger umfassend informiert werden, ergänzte der Bürgermeister.


85 Prozent kostendeckend

Verwaltungsleiter Maier wies noch darauf hin, dass bei einer Erhöhung der Gebühren die Kostendeckung auf etwa 85 Prozent steigen werde. Das Gremium beschloss die neue Entwässerungs- und Beitragsatzung und dass die Prüfung der Abwasseranlagen von den Grundstückseigentümern künftig alle 25 Jahre nachgewiesen werden muss. Diejenigen, die die Prüfung noch nicht nachgewiesen haben, müssen das erstmals innerhalb von fünf Jahren und danach alle 25 Jahre tun. Da die Erhöhung nicht "voll durchschlagen" muss, wie Maier sagte, könnten die Gebühren um vier Cent auf 0,25 Cent pro Quadratmeter Grundstücksfläche angehoben werden und der Preis für das Trinkwasser um 27 Cent auf 1,61 Euro pro Kubikmeter.
Bei voller Umlegung müssten die Gebühren pro Grundstücks-Quadratmeter um sechs Cent auf 27 Cent und beim Trinkwasser um 40 Cent auf 1,74 Euro pro Kubikmeter erhöht werden.


Schadhafte Fachwerkfassade

Wie schon in der letzten Bauausschusssitzung stand jetzt auch im Gemeinderat das Problem mit dem Westgiebel des Rathauses auf der Tagesordnung. Die Holzkonstruktion sei stark in Mitleidenschaft gezogen, sagte Bürgermeister Dietz, und ein Pilzbefall wurde festgestellt. Glücklicherweise sei es nicht der gefährliche Hausschwamm, sondern "nur" ein normaler Fäulepilz. Langfristig müsse man diesen Giebel beobachten, aber jetzt vorrangig die Schäden ausbessern, sagte er. Durch die festgestellten Schäden sind zusätzliche Kosten von 3300 Euro entstanden.
Dritter Bürgermeister Dieter Reisenweber (CSU) und Gemeinderat Gerhard Roth hielten es für sinnvoll, gleich eine "große Lösung" für die Sanierung zu wählen. Die "große Lösung" müsse erst sorgfältig geplant und mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden.


Über 860 000 Euro für die Bürgerwerkstatt


Umbaupläne Zugestimmt wurde dem Planungskonzept der Projektgemeinschaft zur Einreichung bei der Städtebauförderung für das Bauvorhaben Marktplatz 7 in Untermerzbach. Die Kommune hatte das Anwesen gegenüber dem Rathaus erworben und will es zu einer Bürgerwerkstatt umbauen. Die Verwaltung wurde beauftragt, bei der Regierung von Unterfranken alles weitere abzuklären. Die Baukosten wurden durch die Projektanten Peetz und Burgsmüller mit brutto 747 000 Euro beziffert und die Nebenkosten mit etwa 117 500 Euro.

Allianz Beschlossen wurde auch der Beitritt Untermerzbachs zur "Baunacher Allianz". Diese müsse aufgestellt sein um gefördert werden zu können, sagte der Bürgermeister. Es mache Sinn, mit Nachbarkommunen zusammenzuarbeiten, weshalb man der Allianz beitreten sollte. Der Bürgermeister wurde beauftragt, die weiteren Schritte anzugehen.

Musikschule Die Gemeinde Untermerzbach tritt der Musikschule Ebern als Mitglied bei. Dort erfolgte wegen des Rücktritts des bisherigen Vorsitzenden eine Umstrukturierung. Neuer Vorsitzender ist Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD). Dem neuen Vorstand werden auch die Bürgermeister der Gemeinden angehören, die ihren Beitritt erklären.

Migranten Helmut Dietz informierte, dass Flüchtlinge in Untermerzbach eingezogen seien. Weitere werden folgen, da entsprechende Anwesen hierfür angeboten wurden. Ein Helferkreis habe sich gebildet, der sich im Pfarrhaus in Untermerzbach treffe.