Schwimmend an Land retteten sich ein Pilot und sein Mitflieger nach einem Unfall am Haßfurter Verkehrslandeplatz. Am Sonntag gegen 18.30 Uhr war der erfahrene Pilot gerade am Landen, als sein Ultraleichtflugzeug plötzlich aus der Spur gehoben wurde.

Der Flieger fand sich einige Sekunden später im Augsfelder Sichelsee wieder.

Nach dem Rundflug

Die beiden Insassen des schon etwas älteren Ultraleichtflugzeugs hatten einen Rundflug unternommen und wollten wieder landen, als es am Beginn der Landebahn bei Augsfeld zu dem Vorfall kam. Abriss der Thermik oder Nordwind? Was die Maschine in den südlich gelegenen Anglersee getrieben hat und wie es ganz genau passiert ist, war zu Redaktionsschluss noch nicht klar.

Der Pilot und sein Fluggast, die etwa 45 Minuten in der Luft waren, wurden glücklicherweise nicht verletzt. An dem Ultraleichtflugzeug entstand Totalschaden in Höhe von etwa 30.000 Euro.

Der 56-jährige Pilot war kurz nach 17.00 Uhr zu einem Rundflug gestartet. Mit an Bord war ein 72-jähriger Mann aus Bremen. Kurz vor 18.00 Uhr sollte das Flugzeug wieder landen. Zu diesem Zeitpunkt herrschten offenbar Rücken- und auch Seitenwind. Dies führte nach Angaben des Piloten aus Schweinfurt dazu, dass sich die Maschine leicht schräg stellte und eine kontrollierte Landung nicht mehr möglich war. Danach rollte das Flugzeug über eine angrenzende Wiese. Hier versuchte der 56-Jährige noch einmal Gas zu geben, um das Flugzeug wieder in die Luft zu bringen, was jedoch nicht gelang.

In der Folge überquerte das Fluggerät einen geteerten Weg und bekam wieder leichten Auftrieb. Im Anschluss blieb das Flugzeug mit der linken Tragfläche an einer Hecke des Sichelsees hängen. Dadurch stürzte das Ultraleichtflugzeug dann in den etwa 200 Meter neben der Landebahn liegenden See.

Die weiteren Ermittlungen zur Unfallursache führt ein luftfahrtkundiger Beamter der Haßfurter Polizei. Die Rettungsleitstelle hatte vorsorglich mehrere Einsatzfahrzeuge mit etwa 20 Mann an die Unfallstelle entsandt. Die Feuerwehren aus Sand, Haßfurt und Zeil am Main waren ebenfalls mit einem größeren Aufgebot vor Ort. Sie hatten auch ein Boot ins Wasser gelassen, um sich zu vergewissern, ob aus dem Flugzeug Kraftstoff ausgetreten ist. Dies war glücklicherweise nicht der Fall.

Mit einem Kran wurde das Flugzeug aus dem Wasser gehoben. Die Bergung des Ultraleichtflugzeugs war gegen 20.30 Uhr beendet. Bei den Bergungsmaßnahmen ist nach Mitteilung der Polizei einiges an Kraftstoff ausgelaufen. Die Feuerwehr hat deshalb eine Ölsperre errichtet. Im Einsatz waren auch zwei Taucher der Wasserwacht Haßfurt.