"Ich kann mir kaum vorstellen, dass die das bis Ende November packen!" Skeptisch blickt ein Grundstücksanrainer in Richtung der schweren Maschinen am Ende der neuen Asphaltstrecke. Vor allem inspiziert er die Zufahrt zu seinem Acker, die sich massiv verändert hat. Für den Unterbau der Straße wurde an dieser Stelle meterhoch aufgeschüttet, "aber die kriegen das schon irgendwie hin".

Zuversichtlich äußert sich einer der Bauarbeiter, denn die Hammelburger Firma Stolz ist mit hohem Personal- und Maschinenaufwand unterwegs. Am Dienstag erst hatte die Asphaltierung begonnen und bereits am Mittwoch kurz vor Feierabend ist sie weit vorangeschritten. "Da müssten eineinhalb Wochen reichen", meint der Mann in orangefarbener Montur zu dem ehrgeizigen Zeitplan. Wenn erst die Kronenbreiten stimmen, sei das Gröbste geschafft.

Investition in die Sicherheit

Dann kann die Totalsperrung der Kreisstraße HAS 46 zwischen B 303 und dem Burgpreppacher Gemeindeteil Ibind pünktlich, knapp fünf Monate nach Baubeginn, wieder aufgehoben werden. Offiziell geht man davon aus, dass die rund zwei Kilometer lange Wegstrecke ab 1. Dezember wieder passierbar ist. Mit teilweise neu modellierter Trasse und vor allem auf sechs Meter verbreiteter Fahrbahn wird sie mehr Sicherheit bieten.

Rund 1,9 Millionen Euro gibt es für das Gemeinschaftsprojekt des Landkreises Haßberge (gut 70 Prozent der Kosten) und der Marktgemeinde Burgpreppach (fast 30 Prozent) als Zuschuss vom Staat. Die Mittel setzen sich laut dem Stimmkreisabgeordneten Steffen Vogel aus einer Festbetragsförderung des Freistaats und zusätzlichen Mitteln zusammen, die das bayerische Finanzausgleichsgesetz vorsieht. Der Abgeordnete aus Theres, der für die CSU-Fraktion im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags sitzt, spricht von einer erfreulichen Förderquote von 65 Prozent.

Planungssicherheit

"Für uns kann der Zuschuss nie hoch genug sein", sagt Alfons Schanz, der Leiter der Tiefbauabteilung am Landratsamt, und lacht dabei. "In Anbetracht der allgemeinen Entwicklung der Fördersätze sind wir zufrieden." Die Unterstützung sei für die Behörde wichtig, um zuverlässig planen und bauen zu können. Das gilt für Großprojekte des Landkreises genauso wie für diesen aus seiner Sicht relativ einfachen Straßenbau auf einer Freistrecke.

Die Kreisstraße hatte als Verbindung zwischen den früheren Kreisstädten Ebern und Hofheim einst größere Bedeutung, früher war sie sogar als Staatsstraße gewidmet. Doch zuletzt erfüllte sie wegen ihres baulichen Zustands und der Unübersichtlichkeit kaum mehr die Anforderungen an eine Kreisstraße.

Wegen zunehmender Fahrbahnschäden hatte immer öfter der Bautrupp ausrücken müssen. Im Zug der Maßnahme wurden jetzt enge Kurven entschärft und die Sichtverhältnisse an Kuppen verbessert, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Zwei Zufahrten hat man zu großzügig angelegten Kreuzungen ausgebaut und obendrein, sozusagen als i-Tüpfelchen, wurde ein Radweg an der nordöstlichen Straßenseite angelegt. Er wird Teil einer Radwegeverbindung zwischen dem Haßgau, also dem Hofheimer Gebiet, und dem Baunach-Weisachgrund sein.

Naturschutz im Fokus

Spannend war es für den Fachmann von der Tiefbauverwaltung, all die naturschutzfachlichen Anforderungen zu erfüllen. "Die waren in diesem Fall hoch", sagt Schanz. Angefangen von einer schützenswerten Eichengruppe, derentwegen die Trasse versetzt werden musste, über die Sicherung von Fledermaus- und Eidechsenpulationen bis hin zum Versetzen von Ameisenhaufen. "In solchen Bereichen, die nicht intensiv landwirtschaftlich genutzt werden, macht sich die Natur breit", sagt Schanz. Da gelte es, sensibel vorzugehen. Bei baulichen Eingriffen muss - dies regelt eine Kompensationsverordnung - für Ausgleich gesorgt werden. Bei diesem Bauprojekt sei das mit einigem Aufwand gelungen. Wie sich beispielsweise der Bestand an Zauneidechsen erholt, werde man im Frühjahr noch einmal kontrollieren. "In spätestens fünf Jahren", prophezeit Alfons Schanz, "ist alles wieder beim alten". Dann wird sich wohl auch der Landwirt vom Anfang dieser Geschichte an die neue Trassenführung gewöhnt haben.