Auf den Überraschungseffekt setzen die Oshino Volleys des VC Eschenbacher Eltmann, wenn sie mit einem kniffligen Auswärts-Doppelspieltag in gut fünf Wochen in die Saison der 2. Volleyball-Liga Süd starten. "Wir wollen unseren Spielstil ein bisschen ändern, aber darüber will ich vorher nicht viel verraten", sagte dazu der langährige Sportvorstand und Manager Rolf Werner. Die ersten Gegner, das Volleyball-Internat Frankfurt (Samstag, 16. September), und tags darauf die TGM Mainz-Gonsenheim, sollen sich darauf nicht schon im Vorfeld einstellen können. Erstmals in eigener Halle stellt sich das Team dann am Samstag, 23. September, vor, wenn die TG Rüsselsheim II zu Gast ist. "Unser Auftaktprogramm hat es schon in sich", erklärt Werner mit Blick auf diese ersten Begegnungen.

Die Eltmanner haben als Meister ihr Aufstiegsrecht in die Bundesliga aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus nicht wahrgenommen, und gegen sie nehmen sich viele Mannschaften wohl besonders viel vor. Werner selbst allerdings sieht seine Mannschaft "nicht in der haushohen Favoritenrolle. Wir hatten ja den einen oder anderen Abgang, und die Liga ist meiner Meinung nach näher zusammengerückt."


Ein Quartett ist nicht mehr dabei

Vier Mann aus dem Kader der vergangenen Saison stehen Trainer Milan Maric in der kommenden Runde nicht mehr zur Verfügung. Außenangreifer Thiago Welter ist nun Trainer beim Ligakonkurrenten Fellbach, Mittelblocker Nikola Poluga hat den VCE mit unbekanntem Ziel verlassen, Heriberto Quero beendet seine aktive Bundesligakarriere und wird Co-Trainer von Maric, Nico Bitsch wechselt aus Studiengründen in die Eltmanner "Zweite".
"Thiago Welter war so etwas wie der Mann für die besonderen Spiele, konnte aber aus Verletzungsgründen seinen Körper nicht konstant voll belasten", sagt Werner. Er werde der Mannschaft fehlen, genauso wie die übrigen drei, "aber Nikola Poluga ist in der vergangenen Saison auch länger ausgefallen, das hat die Mannschaft aufgefangen, und ich denke, das schafft sie künftig auch. Heriberto Quero geht uns ja nicht verloren", und bei Nico Bitsch sei, was eine Rückkehr in den Zweitligakader betrifft, "die Tür sicher nicht zu".

Dafür, dass Werner das Leistungsvermögen seiner Truppe in der bevorstehenden Runde "nicht schwächer, aber auch nicht stärker" als in der vergangenen einschätzt, sind auch die Neuzugänge verantwortlich. Zuspieler Daniel Schmitt (siehe auch unten stehenden Artikel) ist wohl der bekannteste von ihnen, der beim letztjährigen Ligakonkurrenten in Dresden konstant starke Leistungen gezeigt hat. Damit ist die Zuspielerposition nun doppelt besetzt, und auch, wenn Merten Krüger hier bisher voll überzeugt hat, ist Werner überzeugt, dass Schmitt "uns mehr Flexibilität bringt. Er ist auf keinen Fall ein Mann für die zweite Reihe". Aus der zweiten in die erste Reihe soll bei den Eltmannern Mircea Peta rücken, der, wenn er seine Chance bekommen hat, in der Saison 2016/17 seine Fähigkeiten oft bewiesen hat und nach Welters Abgang deutlich mehr Spielanteile bekommen soll.

Neu in Eltmann werden neben Schmitt auch Marko Knauer vom SV Schwaig und Max Bibrack vom Volleyball-Internat Kempfenhausen sein, wobei Mittelblocker Knauer bereits vor Jahren in Eltmann gespielt hat. "Max Bibrack ist ein viel versprechender junger Allrounder, bei dem man sehen muss, wie er sich entwickelt", sagt Werner zum dritten "Neuen". Aus der eigenen Zweiten Mannschaft stößt zudem Mittelblocker Max Kessel wieder zur "Ersten".


Manager Werner schätzt die Konkurrenz stark ein

Ein großer Kader mit großer Qualität ist nach Überzeugung des Eltmanner Sportvorstands auch nötig, um an die Erfolge der beiden vergangenen Spielzeiten anzuknüpfen, als die Eltmanner einmal Zweiter und einmal Meister wurden. Nach seiner Meinung ist eine Wiederholung dieser Platzierungen kein Selbstläufer. "Zwischen Platz 1 und 5 ist alles möglich", sagt er. "Ich schätze Schwaig wieder sehr stark ein, ebenso Fellbach, und ich schätzte auch Hammelburg stark ein." Die TGM Mainz-Gonsenheim müsse ebenfalls beachtet werden, und mit dem SSC Karlsruhe und der Bundesliga-Reserve des TSV Unterhaching kämen zwei spielstarke Aufsteiger dazu.

Mit täglichem Training arbeiten der bekannt ehrgeizige Milan Maric und seine Männer daran, bestmöglich vorbereitet in die Saison zu starten. Die Neuzugänge sollen in die Truppe integriert werden, "und Milan Maric ist ja bekannt dafür, dass er Volleyball mit einer möglichst niedrigen Fehlerquote bevorzugt", sagt Werner. Am 3. September ist ein Turnier in Eltmann geplant, "nichts Großes, drei, vier Mannschaften", kündigt der Sportvorstand an. Eine Woche vor Saisonstart, am 9. und 10. September, nehmen die Eltmanner wieder am Nanka-Cup in Dachau teil. Spielpraxis sammeln, einige Varianten unter Wettkampfbedingungen ausprobieren, wird dann die Devise sein - ohne allzu viel vom Überraschungseffekt durch den neuen Spielstil preiszugeben.