Lange überlegt haben die Eberner nicht. "Wir haben uns kurz besprochen und waren uns recht schnell darüber einig, dass wir das nutzen wollen", sagt Matthias Batzner. Vor rund zwei Monaten ergab sich für die Handballer des TV Ebern nach dem Rückzug der TS Lichtenfels unverhofft die Chance, doch weiter in der oberfränkischen Bezirksoberliga anzutreten, aus der sie im April zunächst abgestiegen waren. "Wir sind sicher, dass wir das in der nächsten Saison besser machen können", erklärt Batzner, der Abteilungsleiter und Trainer der Ersten TVE-Mannschaft ist. "Es macht Spaß, in dieser Liga zu spielen."
"Wir haben keine Abgänge und zwei Leute dazubekommen", sagt er. Aus Buckenhofen kam der ehemalige Eberner Friedemann Dürrbeck zurück zu seinem früheren Verein, "und für den Kreis haben wir noch Igor Kinder". Während Letzterer nach Batzners Meinung noch an die Mannschaft herangeführt werden soll, sieht er den erfahrenen Dürrbeck als sofortige wertvolle Verstärkung: "Mit ihm sind wir variabler im Rückraum und haben einen zusätzlichen Mann, der das Spiel auch lenken kann."
Nach nur zwei Siegen und zwei Unentschieden in den 22 Begegnungen der vergangenen Saison, in der die Eberner als Aufsteiger Lehrgeld zahlen mussten, traut Batzner seinem Team diesmal deutlich mehr zu. "Wir haben eine gute Vorbereitung absolviert und sind vor allem in der Abwehr stabiler geworden, so dass wir nicht mehr so viele Gegentreffer bekommen", sagt er, "und das eine Jahr in der Bezirksoberliga hat die Mannschaft in ihrer Entwicklung schon weitergebracht". Mit einem Kader von 15 bis 16 Mann, sagt der Trainer, gehe der TV Ebern in die Runde. Ende September stößt auch Rafael Hippeli nach einem Auslandsaufenthalt wieder dazu. Ein durchaus komfortabler Kader, "aber wir haben auch sechs, sieben Schlüsselspieler, und wenn sie ausfallen, kann es problematisch werden".
Derzeit haben die Eberner zwar einige kleinere Blessuren, aber keine schwerwiegenden Verletzungen zu verzeichnen, und Batzner hofft, dass das während der Saison weitgehend so bleibt. Dann traut er seiner Mannschaft ein deutlich besseres Abschneiden zu als in der zurückliegenden Runde.


HG Kunstadt ist der Favorit

"Die ersten drei, vier Mannschaften können wir nicht gefährden, aber so ab Platz 5 ist fast jeder schlagbar", erklärt er. Als Meisterschaftsfavoriten Nummer 1 sieht er die HG Kunstadt an, die sich nochmals enorm verstärkt habe.
Dahinter erwartet er die HSG Rödental/Neustadt, Haspo Bayreuth II und den HC 03 Bamberg, "auch wenn er zum Auftakt verloren hat", im oberen Tabellendrittel des Zwölfer-Feldes. Und beim HSC Coburg III könne es sein, "dass die eine lasche Truppe aufbieten oder eine Übermannschaft", je nachdem, welche Akteure aus den oberen HSC-Teams gerade zur Verfügung stehen. Seiner Truppe traut Batzner eine Platzierung zwischen 6 und 8 zu, wenn sie von größeren Verletzungssorgen verschont bleibt.
Seit Juli bereiten sich die Eberner auf die neue Runde vor, "wir haben gut trainiert und sind beim Kraft- und Konditionstraining auch diesmal wieder vom Sportstudio Schorn unterstützt worden", sagt der Coach. Auch mit den Leistungen in den Testspielen bisher (möglicherweise bestreitet der TVE in der kommenden Woche noch eine letzte Vorbereitungspartie) zeigt er sich einverstanden. "Wir spielen ja, wenn es geht, mit hohem Tempo, und weil wir in der Abwehr stärker geworden sind, gewinnen wir auch mehr Bälle. Dann bekommen wir auch mehr Möglichkeiten zu Gegenstößen", macht Batzner deutlich.
Ob und wie das dann auch gelingt, wenn es wieder um Punkte geht, wird sich für die Eberner, die ihre ersten beiden Pflichtspiele verlegt haben, erstmals am Samstag, 30. September, zeigen. Dann treten sie bei der SG Bad Rodach/Großwalbur an und stellen sich eine Woche später, am 7. Oktober, gegen den TV Weidhausen in eigener Halle ihren Fans vor.
Bereits in diesen beiden Begegnungen wollen die Eberner beweisen, dass sie nicht nur durch Glück weiter in der Bezirksoberliga antreten dürfen, sondern auch sportlich dorthin gehören.