Gegen Breakdance verloren
Während Squash in Ägypten Volkssport und nach Fußball und Handball die beliebteste Sportart ist, kämpft die Disziplin in Deutschland und in vielen Teilen der Erde um Aufmerksamkeit. So auch beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC): Für die olympischen Spiele 2024 in Paris fand Squash keine Berücksichtigung. Schon seit vielen Jahren versucht die Sportart, olympisch zu werden. Doch selbst Breakdance liegt in der Gunst des IOC aktuell höher. Die Tanzform wurde statt Squash für die Sommerspiele vorgeschlagen. "Ehrlich gesagt musste ich darüber lachen", erzählt Kandra. Auch Rösner hatte sich keine allzu großen Hoffnungen mehr gemacht. Seine Einstellung zum Olympia-Thema hat sich mittlerweile geändert. "Wir sollten nicht unsere ganze Energie investieren, um Squash olympisch zu machen", sagt der Würzburger.
Vielmehr müsse die Sportart noch professioneller und größer werden, damit das IOC nicht an Squash vorbeikomme. Denn es bringe alles mit, um olympisch zu sein. Squash ist schnell, dynamisch und intensiv. "Du brauchst Ausdauer, Geschwindigkeit, Kraft, Reaktion und einen klaren Kopf", sagt Kandra. "Daher ist es brutal hart, sich in der Weltspitze zu etablieren, weil es einem so viel abverlangt." Dazu kommt etwas, was sonst nur Ricochet, American Handball und Racquetball bei den Rückschlag-Sportarten zu bieten haben: "Du teilst dir mit deinem Gegner das Feld und musst dich mit diesem arrangieren", erklärt Rösner. "Körperkontakt ist da unvermeidlich."
Um ihren Sport populärer zu machen, wünschen sich die beiden Franken eine faire Chance. "Es ist schade, dass Squash nicht einmal im Fernsehen übertragen wird", sagt Rösner. Und Kandra fügt an: "Die Ausreden, dass man den Ball nicht sieht, gelten heute längst nicht mehr." Der Eckentaler und der Würzburger kämpfen weiter um möglichst viel Aufmerksamkeit für ihren Sport - in allen Ecken dieser Erde.
Das ist Raphael Kandra
Er debütierte für den Erlanger Squash Club in der Bundesliga und spielt aktuell für den Paderborner SC.
geboren: 29. Oktober 1990 in Fürth Größe: 1,82 Meter Gewicht: 81 Kilogramm Profijahre: 10 Weltranglistenposition: 26 Titel auf der PSA-Tour: 13 Größte Erfolge: 2x Deutscher Meister (2018, 2019), Halbfinale bei den British Open
Das ist Simon Rösner
Er debütierte für den SC Lengfeld in der Bundesliga und spielt aktuell für den Paderborner SC.
geboren: 5. November 1987 in Würzburg Größe: 1,90 Meter Gewicht: 89 Kilogramm Profijahre: 16 Weltranglistenposition: 5 Titel auf der PSA-Tour: 11 Größte Erfolge: 11x Deutscher Meister (2007 bis 2017),1x Gold (2017) und 1x Silber (2013) bei den World Games, Vizeeuropameister 2013, U19-Europameister 2006
Squash-Regeln
Die Spielidee Im direkten Duell versuchen die Spieler, den Ball so zu platzieren, dass der Gegner ihn nicht mehr erreicht. Zwischen den Schlägen darf der Ball den Boden nur ein Mal berühren oder muss in der Luft geschlagen werden. Der Ball kann direkt oder mit Hilfe der Seitenwände und der Rückwand an die Frontwand gespielt werden. Einen Punkt gibt es, wenn der Ball zweimal im Feld aufkommt oder der Ball im Aus landet beziehungsweise gegen das "Tin-Brett" gespielt wird. Für den Satzgewinn sind elf Punkte, für den Sieg drei Sätze nötig. Bei ungewollter Behinderung kann ein "Letball" (Wiederholung des Ballwechsels) gefordert werden.
Das Spielfeld Der Court ist von vier Wänden umgeben, 9,75 Meter lang und 6,40 Meter breit. Das Spielfeld ist durch eine farbige Linie markiert. Die Rück- und Seitenwände eines Squash-Courts haben nur nach oben hin Begrenzungslinien. An der Frontwand begrenzt das "Tin-Brett" (in 43 bzw. 48 Zentimeter Höhe) das Feld nach unten. Die Linien gehören bereits zum Aus.