An der Spitze gaben die beiden Porsche von Rainer Noller und Nicolas Hässler das Tempo vor. Jörg Schuhej schaffte im allradgetriebenen Mitsubishi Lancer den Sprung aufs Podium. Vorjahressieger Fritz Köhler musste sich im BMW M3 mit Rang vier begnügen.

"Pfarrgarten" hieß die neue Strecke von Mauschendorf in Richtung Gerach, die höchste Konzentration erforderte - wenige Meter nach dem Start sorgte die Ausfahrt am Parkplatz für spektakuläre Szenen. Wer hier die Ideallinie verpasste, der machte seinen Flugschein. Mitfavorit Michael Rausch musste seinen Opel Ascona wenig später mit verbogener Aufhängung abstellen. WP 2 "Hasenbrünnle" und 3 "Bastenmühle" waren zwei "altbekannte" Strecken, die seit mehreren Jahren zur Haßberg-Rallye zähen.
Während die zweite Prüfung ohne Probleme von Statten ging, kam es auf WP 3 zu einer Neutralisation.

Ein Vorwagen beschädigte sich an einer Bodenwelle die Ölwanne. "Wir haben die Vorgaben des DMSB umgesetzt und nur Straßenfahrzeuge eingesetzt. Hätte es sich wie in den vergangenen Jahren um ein richtiges Wettbewerbsfahrzeug gehandelt, wäre auch diese Prüfung planmäßig gestartet", ärgerten sich die Veranstalter über die Sachlage. "Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die FFW Ermershausen, die mit großem Einsatz die Strecke perfekt abgebunden haben, damit die WP 6 gefahren werden konnte."

Der Heilbronner Rainer Noller übernahm mit Copilot Stefan Kopczyk (Heilbronn) vom ersten Meter an die Spitze und gab diese bis zum Ziel nicht mehr ab. Lediglich auf WP 5 musste das erfolgreiche Duo kurz zittern, als sich die Gänge nicht mehr alle einlegen ließen. Auf dem abschließenden Rundkurs funktionierte wieder alles nach Plan und mit einer weiteren Bestzeit feierte Noller der siebte Gesamtsieg in der laufenden Saison. Auf einem ungefährdeten zweiten Gesamtrang landete Nicolas Hässler mit Lokalmatador Holger Suhl auf dem heißen Sitz. "Für uns verlief die Veranstaltung absolut problemfrei. Wir hatten eine Menge Spaß und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Zwischen unserem Porsche und dem von Rainer Noller liegen knapp zwei Jahrzehnte, in dieser Zeit hat sich in der Technik sehr viel getan", resümierte das Duo beim Zieleinlauf. Mit gewohnt großem Einsatz agierte der starke Hesse Jörg Schuhej, der mit Copilotin Tanja Timmer im Gruppe H Mitsubishi den Sprung aufs Podium schaffte.

Fritz Köhler und Petra Hägele erwehrten sich im soundstarken BMW M3 mit letzter Kraft und der Winzigkeit von 0,5 Sekunden gegen Rudolf Reindl / Michael Ehrle im Mitsubishi Evo VII. Mit Ralf Hillmann und Reinhard Honke folgten zwei weitere Piloten auf dem japanischen Kult-Rallyeauto. Einen tollen Einstand feierte Youngster Dominik Dinkel im Citroen C2 R2 Max. Mit Copilot und Besitzer Tjerk Berthold gelang dem jungen Coburger ein überlegener Sieg in der Klasse H13 und ein respektabler achter Gesamtrang. "Das war eine gute Einstimmung auf nächste Woche, da werden wir beim ADAC Opel Rallye Cup im Rahmen der Rallye Stemweder Berg um Punkte kämpfen", strahlte Dinkel nach seinem tollen Debut. Selbst Bernd Michel musste sich im Opel Astra als Sieger der Klasse H14 dahinter anstellen. Dominik Honke feierte im Subaru Impreza seine erste Zielankuft und beschloss die Top 10 - mit ihm muss bei zunehmender Fahrpraxis im noch ungewohnten Gefährt bei den kommenden Läufen sicherlich wieder gerechnet werden.

Max Schmid (Peugeot 306) behauptete sich in der Klasse F8 gegen die beiden Honda Civic von Thilo Wagner und Wolfgang Stopfer. Das Duell in der F3/B war bereits in WP 1 zu Gunsten von Markus Löffelhardt (BMW Compakt M3) entschieden, als Daniel Pauli nach kurzem Höhenflug unsanft landete, spektakulär in eine Wiese kreiselte und auf Platz 70 ins Nirvana der Ergebnisliste abrutschte. Die anschließende Aufholjagd endete auf Platz 21, was von seinem tollen Fahrtalent zeugt.

In der seriennahen Gruppe G gewann Jürgen Bachhäubl im Mitsubishi Lancer Evo IX. Nur einen Rang dahinter lief mit Manfred Notdurfter im wunderschönen Ford Escort RS 2000 der schnellste CTC-Pilot im Ziel ein. An seiner Seite nahm diesmal Lebensgefährtin Christine Dietl Platz, die normalerweise als Kontrahent das Lenkrad anstatt des "Gebetbuches" in Händen hält. In der kleinsten der verbesserten Klasse H12 setzte sich Siegfried Röger im VW Polo durch. In der Klasse F9 fuhr Christian Schamal im Honda CRX zum Sieg. Mathias Lucia (Renault Clio), Hagen Maikranz (Audi A3), Oliver Hanselmann und Pascal Wöhner (beide VW Golf), sowie Holger Palm (Peugeot 106) freuten sich ebenfalls über Pokale als Klassensieger. Thorsten Götz gewann im Lancia Delta die Gleichmäßigkeitswertung.

Bis auf den Zwischenfall in WP3 verlief die Veranstaltung völlig problemfrei. Die Ausfallquote bewegte sich auf einem niedrigen Niveau und es gab nur kleinere "Rausrutscher" zu verzeichnen. "Die vielen positiven Resonanzen beflügeln uns für die Zukunft. Wir arbeiten Hand in Hand und nur so ist eine solche Veranstaltung in der heutigen Zeit überhaupt noch zu bewältigen. Nochmals Danke an die Genehmigungsbörden, die Anwohner und die vielen Helfer - ohne Euch alle gäbe es diese Rallye nicht", so Rallyeleiter Arno Genslein stellvertretend für den AMC Ebern.