"Nach dem Spiel hatten wir alle ziemlich die Nase voll", sagt Matthias Batzner, wenn er sich an den vergangenen Samstagabend erinnert. Da kassierten die Handballer des TV Ebern zum Auftakt der entscheidenden Phase im Abstiegskampf der Bezirksoberliga Oberfranken zu Hause eine 29:30-Niederlage gegen die SG Hut/Ahorn, einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Bis zum Saisonfinale am 29. April bestreiten die Eberner noch sechs Begegnungen. Sechs Punkte haben sie in den 16 Partien bisher geholt, "wenn wir am Ende elf haben, steigen wir nicht ab. Vielleicht reichen auch zehn", erklärt TVE-Trainer Batzner.
Die noch fehlenden Zähler wollen die Eberner möglichst in den kommenden drei Wochen holten. Auf ihr Heimspiel am kommenden Samstag gegen den Tabellenachten HSC Coburg III folgt eine Auswärtsaufgabe bei der TS Lichtenfels, die einen Punkt mehr aufweist als der TV, ehe am 1. April dann Schlusslicht SG FV 1912 Bamberg/ Hallstadt in Ebern gastiert. Die danach noch folgenden drei Kontrahenten stehen derzeit auf Platz 7 oder besser, "da wird es schwer", ist sich Batzner bewusst.


Vier Abstiegskandidaten

Vier Teams kommen noch für den Abstieg in Frage, der Fünftletzte des Zwölferfeldes hat bereits sieben Zähler Vorsprung. Was die Aufgabe ein bisschen leichter für dieses Quartett macht: "So, wie die Lage in der Landesliga und der Bezirksliga ist, steigen diesmal ziemlich sicher nur zwei Mannschaften ab, wenn es ganz gut läuft vielleicht nur eine", sagt der Trainer. Und mit der HG Hut/Ahorn, die den rettenden zehnten Platz einnimmt, liegen die Eberner nach Pluspunkten gleichauf.
Für Batzner kommt es in diesen Tagen vor allem darauf an, seine Männer nach dem bitteren Rückschlag zuletzt wieder aufzurichten. Zudem hat er angekündigt, an der Stabilisierung der Abwehr zu arbeiten, "wir müssen unbedingt versuchen, weniger Gegentore zu bekommen". Der nächste Gegner HSC Coburg III sei "eine Wundertüte. Die Coburger haben so viele Spieler, ältere, die auch schon höherklassig gespielt haben, Nachwuchsleute aus der Bay-ernligajugend oder aus dem Kader der Drittligamannschaft, da weiß man nie, was man bekommt". Der Trainer hofft auf ein bisschen Glück in diesem Personal-Roulette und darauf, dass die Coburger, weil praktisch bereits gerettet, vielleicht nicht ganz so viel Einsatz und Kampfkraft an den Tag legen wie die Abstiegskonkurrenten.
"Vom Spielerischen her haben wir uns in dieser Saison gut entwickelt", bescheinigt er seinem Team nach dem Aufstieg "Da sehe ich uns eher zwischen Rang 6 und 9. Deswegen tun wir uns, auch wenn das vielleicht seltsam klingt, gegen Mannschaften aus dem Mittelfeld fast leichter als gegen Abstiegskonkurrenten." Was noch fehle, sei die Fähigkeit, in den wichtigen Momenten zuzuschlagen: "Das war auch gegen Hut/Ahorn so. Wir hatten unsere Chancen, das Spiel zu gewinnen, aber die entscheidenden Würfe haben wir nicht getroffen."
Dieser "Killerinstikt" aber ist besonders gefragt, wenn es gegen die Lichtenfelser und danach gegen Schlusslicht SG 1912 Bamberg/Hallstadt geht. Bei aller Bedeutung dieser Spiele und aller Anspannung sei es allerdings wichtig, nicht zu verkrampfen, sondern eine gewisse Lockerheit zu bewahren. "Dass das leichter gesagt als getan ist, weiß ich auch", sagt Batzner. Er hofft, dass seine Mannschaft gerade in den wichtigen Partien mit voller Besetzung antreten kann. Rafael Hippeli und Christoph Haberl stehen nämlich wegen ihres Studiums nicht immer zur Verfügung.
Zwei Dinge sprechen für den TV Ebern. "An der Motivation wird es bestimmt nicht fehlen. Gerade nach der jüngsten Niederlage sind alle heiß, da muss ich als Trainer in dieser Richtung sicher nichts mehr machen, eher im Gegenteil", weiß Batzner.
Zudem kann der Aufsteiger - vor allem zu Hause, aber auch bei Auswärtspartien - auf die Unterstützung durch seine zahlreichen Anhänger bauen. Batzner: "In unserer Halle ist in dieser Liga mit am meisten los. Gegen Ahorn hatten wir 200 Zuschauer. In dieser Hinsicht sind wir ganz sicher eine Bereicherung für die Bezirksoberliga."