Über den Aufstieg in die Kreisklasse des Fußballkreises Schweinfurt dürfen sich zwei A-Klassen-Vizemeister freuen. Die DJK Oberschwappach besiegte am Samstag in Steinbach den SC Lußberg-Rudendorf mit 4:2, der FC Sand III behielt am Sonntag in Zeil mit 6:5 nach Elfmeterschießen gegen die Spfr. Unterhohenried die Oberhand. Die Verlierer müssen auf ihre zweite Chance im weiteren Relegationsverlauf hoffen.

SC Lußberg-Rudendorf - DJK Oberschwappach 2:4

Es hat sich etwas geändert im Vergleich zum Vorjahr: Während der SC Lußberg-Rudendorf weiter um den Klassenerhalt in der Kreisklasse bangen muss, kann die DJK Oberschwappach mit den Planungen beginnen. Lußberg bekommt gegen die Spfr. Unterhohenried am Mittwochabend immerhin eine weitere Chance.


650 Zuschauer sahen am Samstag in Steinbach die Partie der beiden Mannschaften, die bereits im Vorjahr in der Relegation standen. "Völlig verdient", wie beide Trainer betonten, gewann die DJK. Sie übernahm von Anpfiff an das Kommando und ging nach einem Eckball, den Konstantin May perfekt verwandelte, nach neun Minuten in Führung. Als Daniel Krauße sieben Minuten später zum 2:0 einköpfte, deutete sich aufgrund der Spielverteilung - Lußberg war bis dato fast nur mit der Defensive beschäftigt - ein Kantersieg an.

"Danach waren wir leider etwas zu leichtsinnig, zu euphorisch", ärgerte sich May. Fast aus dem Nichts markierte Lußbergs Christoph Pflaum für den Tabellenzwölften der Kreisklasse den Anschluss (20.), ehe Denis Heppel vier Minuten später im Nachschuss den 51-jährigen Torwartroutinier Werner Kraus erneut überwand (24.). Doch Oberschwappach hatte sich schnell wieder im Griff und zog die Zügel wieder an. Und noch vor dem Pausentee verwandelte Tobias Körlin einen Strafstoß zur erneuten Führung (43.), die Konstantin May mit seinem zweiten Treffer nur eine Minute später ausbaute.

In der zweiten Halbzeit, in der aber keine weiteren Treffer mehr fielen, hatten beide Mannschaften noch Chancen. "Da haben wir uns vorgenommen, nicht mehr mit vollem Risiko zu gehen", sagte May. Insgesamt freute sich der 46-Jährige sehr über den Kreisklassenaufstieg. "Ich betone es immer wieder: Das ist eine junge Truppe, und bis auf unsere beiden Hainerter, Torwart Werner Kraus und Christian Schlosser, lauter Schwappicher. Das ist das Schöne daran." Anders die Gefühlslage bei seinem Gegenüber Werner Rößler, der den Knackpunkt für die Niederlage in den beiden Gegentoren kurz vor der Halbzeit sah. "Die haben uns den Genickbruch gegeben."

FC Sand III - Spfr. Unterhohenried 6:5 n. E.

Ebenso wie Oberschwappach am Samstag hat einen Tag später auch der FC Sand III gleich seine erste Relegationschance genutzt und den Kreisklassenaufstieg geschafft. Knapp mit 6:5 behielt er nach einem packenden Kampf im "Glücksspiel" Elfmeterschießen am Zeiler Tuchanger die Oberhand über die Spfr. Unterhohenried, die gegen den SC Lußberg-Rudendorf am Mittwochabend in Eltmann eine weitere Chance erhalten.

"Das war ein Riesendrama", war vor allem Sands Trainer Jürgen Stumpf nach dem verwandelten Strafstoß von Abwehrspieler Udo Schierling, der immerhin der zwölfte Schütze war und für die Entscheidung sorgte, erleichtert über diesen Ausgang einer wahren Achterbahnfahrt. Dennoch zeigte er sich als fairer Sportsmann, denn seiner Meinung nach hätten beide Kontrahenten den Sieg verdient gehabt. Fakt ist, dass der erfahrene Altmeister Thomas Burkard-Kluczniak mit seiner ganzen Erfahrung in der 9. Spielminute mit einer Direktabnahme für die Führung der Korbmacher sorgte und kurz nach dem Seitenwechsel per Kopf auf 2:0 erhöhte (48.).

Wer von den offiziell 820 Zuschauern rund um das prächtig gefüllte Zeiler Sportgelände allerdings mit einer Vorentscheidung gerechnet hat, sah sich getäuscht. Im Gegenteil: Die Sportfreunde, die in den ersten 45 Minuten zwei Großchancen versiebten (Thomas Pfeil scheiterte ebenso wie Sekunden später Dominik Jäger, jeweils 33.), gaben sich noch lange nicht geschlagen. Das Bemühen in dem zuweilen sehr hart umkämpften Fight zahlte sich letztlich aus: Nur vier Minuten nach dem 2:0-Rückstand traf Martin Häußinger im Nachschuss zum 2:1, während der eingewechselte Spielertrainer Markus Storch mit einem direkt verwandelten Freistoß kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit den Ausgleich erzielte (88.). Was dann folgte, war noch mehr Kampf und noch viel mehr Krampf, denn in der halbstündigen Verlängerung gingen quasi im Minutentakt Spieler auf beiden Seiten mit schmerzhaften Wadenkrämpfen zu Boden. Treffer fielen jedoch keine mehr.

Dramatisch war das Elfmeterschießen dann allemal, schließlich trafen die Unterhohenrieder Uwe Tröster und Martin Häußinger lediglich den Pfosten beziehungsweise schossen das Leder ganz vorbei. Doch richtig Kapital konnte der FC Sand III daraus nicht ziehen. Nach fünf Schützen stand es weiterhin Unentschieden. Ausgerechnet Sportfreunde-Spielertrainer Markus Storch, der mit seinem schönen Freistoßtreffer überhaupt für die Verlängerung gesorgt hatte, schoss den Ball über die Latte. Sands Udo Schierling behielt unterdessen die Nerven, traf zum 6:5 und wurde im Anschluss von seinen heraneilenden Teamkollegen lebendig "begraben".