Das Beste hat sich der FC Sand für den Schluss aufgehoben: In seinem letzten Punktspiel vor der Winterpause landete der Aufsteiger in die Fußball-Bayernliga Nord seinen bisher höchsten Saisonerfolg, ein 3:0 gegen den Tabellenvierten VfB Eichstätt. "Natürlich ist es ein gutes Gefühl, wenn man das Jahr mit einem Sieg abschließt", sagt dazu Trainer Bernd Eigner. Allerdings: Auch nach diesem Dreier steht der FC Sand als Vorletzter, punktgleich hinter dem VfL Frohnlach, auf einem der vier Relegationsplätze der Liga.

Die Lage zur Winterpause ist in Teilen eine Nachwirkung des Sander Erfolgs der vergangenen Saison. Zum einen war die Pause zwischen der zwar glanzvoll absolvierten, allerdings auch anstrengenden Aufstiegs-Relegation und dem Trainingsstart im Juni nur knapp drei Wochen lang. Zum anderen nahmen etliche Sander Kicker wie Andre Karmann und Florian Gundelsheimer ihre Blessuren aus der Vorsaison mit in die neue Spielzeit, weil sie sie nicht richtig auskuriert hatten, um der Mannschaft in der entscheidenden Phase zur Verfügung zu stehen. Kapitän Daniel Rinbergas kam nach einem Kreuzbandriss im Mai erst im November wieder zum Einsatz, zahlreiche weitere Ausfälle schwächten den Kader. Und nicht zuletzt verlor der FC Sand mit Rene Finnemann (Karriereende) und Stefan Wasser (zu den Würzburger Kickers) viel Erfahrung, gerade in der Defensive.

Was den Sandern Mut macht: Die Tendenz zeigt klar nach oben. "Ich war schon überrascht, dass wir die ersten sechs Spiele alle verloren haben. Aber es hat sich gezeigt, dass wir da in der Bayernliga noch nicht angekommen waren", sagt Präsident Egbert Mahr. "Aber Respekt an die Trainer und Betreuer, die die Lage immer im Griff hatten."


Lob für den Teamgeist

Auch die Vereinsführung sei jederzeit ruhig geblieben, "eine Trainerdiskussion hat es bei uns nie gegeben", erklärt Mahr. Besonders freue er sich darüber, dass es innerhalb der Mannschaft nie zu Querelen oder schlechter Stimmung gekommen sei, "das zeigt, dass der Teamgeist und die Kameradschaft hervorragend sind". Auch von Seiten der Zuschauer sei keine Unzufriedenheit ins Team hineingetragen worden, "unsere Anhänger haben ja gesehen, dass die Spieler immer alles probiert haben", sagt der Präsident. Rund 300 Zuschauer im Schnitt haben die Sander Heimspiele besucht - diese Zahl sei gegenüber der Landesliga etwas gestiegen, aber er habe sich noch etwas mehr erhofft.

Personell haben die Sander während der Saison nachgelegt, mit Pascal Stahl (26, vom TSV Großbardorf) und Markus Schnitzer (32 Jahre, von der DJK Bamberg) zwei Leute von Liga-Konkurrenten verpflichtet, die der Mannschaft vor allem durch ihre Erfahrung helfen. "Wir hatten ja zu Saisonbeginn vor allem junge Leute geholt, die wir an die Bayernliga heranführen wollten. Wegen der vielen Verletzungen sind sie aber gleich ins kalte Wasser geworfen worden", sagt Mahr. Gerade in den ersten Begegnungen, als es die Sander bis zum vierten Spieltag dreimal mit Mannschaften zu tun hatten, die auf einem der vier vordersten Ränge überwintern.

Einen "Riesenunterschied" stellt Eigner zwischen der Landesliga und der Bayernliga fest. "In der Landesliga werden kleinere Fehler auch mal nicht bestraft", sagt er. "In der Bayernliga haben viele Mannschaften Spieler, die machen aus dem Nichts ein Tor." Zudem sei das Tempo höher. Präsident Mahr stellt fest, dass "viel körperbetonter gespielt wird, und das ohne Foul. Die stellen einfach ihren Körper clever rein." Der FC Sand dagegen habe gerade in den ersten Begegnungen viele Fouls begangen (und auch etliche Gelb-Rote Karten kassiert), weil er mit dieser Spielweise nicht zurecht gekommen sei.


Der Unterbau ist stabil

Doch den Umstellungsprozess haben die Sander mittlerweile recht gut vollzogen. Mit dem Vorteil, gegen drei der vier Topteams der Liga (nur der SV Seligenporten fehlt noch) bereits Hin- und Rückspiel absolviert zu haben, starten sie am 5. März zu Hause gegen den SC Eltersdorf in die entscheidende Phase der Saison, die sie am 21. Mai mit dem Klassenerhalt krönen wollen.
Vielleicht können die Sander dann auch einen Aufstieg feiern, denn die Zweite Mannschaft hat gute Chancen, als Zweiter hinter dem souveränen Spitzenreiter TSV Gochsheim in die Relegation zur Bezirksliga zu gehen. Die "Dritte" spielt in der Kreisklasse, der Unterbau bei der Jugend mit der U13 und der U15 in der Bezirksoberliga lässt Mahr zuversichtlich in die Zukunft blicken. "Die Jugendarbeit liegt uns sehr am Herzen. Nur so ist ein über Jahrzehnte funktionierendes harmonisches Vereinsgebilde möglich, wie wir es beim FC Sand haben", sagt der Präsident.


Am 26. Januar geht die Vorbereitung los

Der Trainer setzt darauf, dass zum Trainingsstart der "Ersten" am 26. Januar "alle fit sind und wir eine gute Basis legen können". Grundlage für einen erfolgreichen Saisonausklang soll sein, "dass wir die Null halten und es dem Gegner schwer machen, Tore zu schießen". Dazu wollen die Sander ihren Gegner mit einer Pressdeckung unter Druck setzen, wenn es die Situation erlaubt. Zudem, so Eigner, wolle er mit der Mannschaft daran arbeiten, bei Standardsituationen torgefährlicher zu werden.

"Das wird noch ein harter Fight", sagt Mahr, wenn er auf die ausstehenden 13 Begegnungen blickt. "Die Mannschaften da unten haben sich eng zusammengeschoben." Erstes Ziel des FC Sand ist es, eine Mannschaft hinter sich zu lassen, um den direkten Abstieg zu vermeiden. Vier weitere Teams müssen in die Relegation. "Der Trainer ist sehr zuversichtlich, dass wir das vermeiden können", so der Präsident.

Voraussichtlich werden die Sander personell unverändert in den Saison-Endspurt gehen. Der Verein sei zwar immer auf der Suche nach Verstärkung, gerade im Sturm, sagt Eigner, aber konkret zeichne sich nichts ab. Dennoch könnte es in den nächsten Wochen eine Personalentscheidung geben. Der Präsident betont, dass der FC Sand "sehr daran interessiert" sei, die Zusammenarbeit mit seinem Trainerteam Bernd Eigner/ Matthias Bayer über das Saisonende hinaus fortzusetzen.