Der "Machtwechsel", der mit der Bürgermeisterwahl im Rathaus vollzogen wurde, setzt sich auf den Dörfern fort: Bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend wurde Wolfgang Heppt (SPD) zum Nachfolger von Willi Pecht, der zuletzt noch auf der CSU-Liste für den Stadtrat kandidiert hatte, als Ortssprecher gewählt. 27 von 32 Stimmen entfielen auf Heppt, dem Kassier des SPD-Ortsvereins Ebern, als einzigem Wahlvorschlag. Fünf Stimmen waren ungültig.

"Kurz und schmerzlos" erfolgte die Abstimmung, wie Wahlleiter Manfred Fausten (CSU) feststellte. Die Versammlung, die 64 der 106 wahlberechtigten Bramberger beantragt hatten, fand im Jugend- Rot-Kreuz-Haus statt, dessen Zukunft ungewiss ist.


"Wie geht's mit dem Haus weiter?", wollten die Bramberger von Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) wissen, nachdem es bei der Einweihung der Rettungswache in der einstigen Kaserne geheißen hatte, dass man nun keine zwei Objekte mehr benötige. "Eine Kündigung oder so etwas liegt bislang nicht vor", zuckte Hennemann mit der Schulter. Er versprach aber, sich mit den Führungskräfte des Roten Kreuzes in dieser Angelegenheit in Verbindung zu setzen.

Als Alternative brachte Willi Pecht eine Art Schullandheim ins Gespräch. "Schließlich stehen 25 Betten zur Verfügung."

Anlaufstation für Touristen

Womit man schon bei touristischen Überlegungen angekommen war, die auch Bürgermeister Hennemann auf seinem Zettel hatte. Als neuer Vorsitzender des Burgenwinkels stellte er fest, dass "wir schöne Ruinen, aber keine Einkehrmöglichkeiten haben". So auch am Fuße der Bramburg, wo das Dorfwirtshaus vor Jahren schon ausgeräumt wurde, und die "Alm", das Vereinsheim des Motorsportclubs, nur sporadisch öffnet.

Der einstige Ponyhof, der schon mehrfach versteigert werden sollte, schreckt eher ab. "Da brechen Teile schon ein", wusste ein Dorfbewohner und forderte den Bürgermeister zum Einschreiten auf. "Kann man das nicht einmal absperren?"

So einfach sei das nicht, erwiderte Hennemann. "Wenn aber Gefahr in Verzug ist, muss die Stadt eingreifen", meinte das Stadtoberhaupt angesichts eines verwaisten Anwesens, das als Abenteuerspielplatz genutzt wird.

Was im Ort noch funktioniert sind die Ferienwohnungen. Und eine solche schwebt Hennemann auch als Anlaufstation für Wanderer, die die Ruine auf dem Bramberg besuchen, vor. "Vom Burgenwinkel gibt es dazu ein kleines Verpflegungspaket. Es wäre schön, wenn es so etwas auch in Bramberg gäbe. Wer tagsüber Zeit hat, soll sich melden. Denn die Kneipen zu beleben, wird uns nicht gelingen."

Als weiteres Problem sprach Hennemann das Feuerwehrwesen an. "In manchen Wehren haben wir keine Kommandanten, in anderen fehlt es an der Mannschaft, um die Sollstärke überhaupt noch zu erreichen." Deshalb habe der Stadtrat jetzt einen Bedarfsplan in Auftrag gegeben, mit dem die Tagesverfügbarkeit in allen Stadtteilen ermittelt werden soll, da der Gesetzgeber fordere, dass eine Hilfsfrist von zehn Minuten zwischen Alarmierung und Einsatz gegeben sein muss. "Dazu sind wir verpflichtet. Das heißt, jeder Feuerwehrmann muss in fünf Minuten am Feuerwehrhaus sein und in weiteren fünf Minuten am Brandort."

Feuerwehrhaus zurückgestellt

Aus der Studie, die in einem halben Jahr fertig sein soll, wolle man die künftigen Maßnahmen für das gesamte Stadtgebiet ableiten, wenn "wir wissen, wo wir über- und wo unterversorgt sind".

Für Bramberg bedeutet dies konkret: Der beantragte Umbau im Feuerwehrhaus sowie der gewünschte Kauf eines Fahrzeuges werden zunächst zurückgestellt. "Bis zur Aufstellung des Haushalts 2015 haben wir gesicherte Daten über die Feuerwehrorganisation in unserem Stadtgebiet."

Bemängelt wurde der Einsatz des städtischen Bauhofes in den Dörfern. "Kann man nicht zwei der 50 Leute im Bauhof abstellen, die nur in den Stadtteilen unterwegs sind?", fragte ein Versammlungsteilnehmer. "Unsere Leute sind fast nur in den Stadtteilen unterwegs", stellte sich der Bürgermeister vor seine Mannschaft, gab aber zu bedenken, dass ohne den Einsatz der Helfer in allen Dörfern die Aufgaben in so einem großen Stadtgebiet gar nicht zu bewältigen wären.

Auch der gewünschte Radweg nach Jesserndorf war ein Thema, das in Bramberg interessierte. "Wir sind dabei, eine mögliche Trassenführung zu erarbeiten, die nicht direkt an der Staatsstraße entlang führt, und sprechen deswegen auch mit betroffenen Grundeigentümern, um abzuklären, was vom Straßenbauamt gefördert wird. Wir haben das in Arbeit, es ist aber noch nix fertig", bekannte Hennemann, der eine Entscheidung im Herbst ankündigte. "Wie dann aber Bramberg angebunden wird, kann ich heute noch gar nicht sagen."