Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) meinte angesichts der überschaubaren Zahl der Besucher bei der offiziellen Einweihung, eigentlich habe man schon im November den Platz einweihen wollen. "Aber November ist ja kein Wetter, um Feste zu feiern. Deswegen haben wir es auf den Sommer verschoben. Aber dass es nun so heiß und extrem ist, dass selbst die Besucher daheimbleiben und man auch keine Spiele austragen kann, war natürlich nicht beabsichtigt."

Alles ist gut gelaufen

Die Arbeiten, fuhr Ruß fort, seien sehr gut gelaufen; sein Dank ging an die Architekten Ammermann und Döhler, Firmen und vor allem den "Bautrupp" des 1. FC Sand unter Leitung von Matthias Flachsenberger. "An einem Samstag haben sie von Eckfahne zu Eckfahne den Weg zwischen den beiden Fußballplätzen gepflastert.
Die Profis von Strabag haben mächtig gestaunt, als sie am Montag wieder kamen und einen komplett verlegten Weg vorfanden."

Der Platz habe seine Feuertaufe in den letzten Monaten schon bestanden. Rund 300 Stunden, davon 200 Stunden Trainingsbetrieb und 100 Stunden Fußballspiele wurden absolviert - alle lobten die Qualität des Platzes. Profitiert habe davon auch der Rasenplatz 3, der bei schlechter Witterung geschont werden konnte. Endlich einmal befindet er sich nach Ende der Saison in einem guten Zustand. Ruß erklärte auch, der neue Platz werde nicht, wie von manchen vielleicht gedacht, nur vom FC Sand benutzt. Die Lebenshilfe Augsfeld, sechs Fußballvereine aus der Umgebung und nicht zu vergessen die Regionalisten Schweinfurt 05 und Spvgg Bayreuth seien hier schon gegen den 1. FC Sand angetreten. Und die Jugendfeuerwehr hielt hier ihr Landkreisturnier ab. Außerdem waren der Jugendtreff der Gemeinde und der TV Sand auf dem Platz.

Besondere Pflege ist schon nötig

Das alles übersteht der Platz bestens, denn seine Pflege sei unproblematisch. Platzwart Günter Flachsenberger mache das sehr gewissenhaft, denn auch bei Kunstrasen gelte "je besser die Pflege, desto länger die Haltbarkeit".

Dabei habe man den Platz noch nicht aktiv beworben, was jedoch in nächster Zeit bei den Spielgruppentagungen geschehen soll. Man habe auch schon Angebote von Eventagenturen, die den Platz vermarkten wollten. "Wir wollen aber zunächst einmal schauen, ob wir mit Vereinen und der Gastronomie vor Ort dies angehen können."

Transparente Kosten

Bernhard Ruß schlüsselte auch die Mehrkosten genau auf. Ursprünglich war ein Platz mit 90 x 58 Meter geplant zu 373 000 Euro. Weil Sand aber auf 95 x 61,5 Meter vergrößerte, entstanden 37 000 Euro Mehrkosten. Hinzu kamen 44 000 Euro für eine hochwassertaugliche Asphalttragschicht. Mit den Baunebenkosten von 70 000 Euro, Blitzschutz (12 000 Euro), Zufahrt (50 000 Euro) und weiteren Zusatzkosten (20 000 Euro) liegt Sand damit bei rund 600 000 Euro. Ruß freute sich über die gute Begleitung des Amts für ländliche Entwicklung durch das schwierige Förderverfahren.

Die Gemeinde Sand setzt mit ihrem Kunstrasenplatz und der Sporthalle Impulse für die Region, zeigte sich Ruß überzeugt und wies auf das "gestorbene" Projekt des Haßfurter Turnvereins am Eichelsee in Haßfurt hin. Auch in Sand sei es keine einfache Diskussion gewesen, "aber die Entscheidung war richtig und bringt unsere Region nach vorne. Es ist auch ein positives Signal für unsere jungen Leute."

Ein Pilotprojekt

Landrat Wilhelm Schneider (CSU) freute sich auch über dieses Pilot- und Leader-Projekt "Sport- und Kulturzentrum am See". Es stehe unter dem Motto "Miteinander-Selbstverständlich" - die Besonderheit liege in dem Miteinander der Generationen und der verschiedenen Interessensgruppen. Sportvereine, Musikvereine, Behinderteneinrichtungen, Jugendarbeit, Feuerwehren und Kreiseinrichtungen zögen hier an einem Strang, um die Heimat attraktiver zu gestalten.

"Mit dem Sport- und Kulturzentrum am See ist in Sand ein neuer sozialer Treffpunkt entstanden, der das Miteinander generations- und interessenübergreifend stärkt und somit den Gemeinschaftssinn fördert." Gerade in Zeiten des demografischen Wandels sei es wichtig, Strategien zu entwickeln, Heimat zu erhalten.

Das habe die Gemeinde Sand erkannt und vorbildlich gehandelt. Schneiders Dank galt allen, die für dieses Projekt Pionierarbeit geleistet und aus einer tollen Idee in wahnsinnig kurzer Zeit ein so schönes Projekt entwickelt und umgesetzt hätten. Wer selbst schon die Fußballschuhe geschnürt habe, wisse, dass es beim Fußball auf viele Sachen ankomme: Auf das Talent, den richtigen Trainingseifer, den Gegner und nicht zuletzt auf den Platz. Mit dem neuen Kunstrasenplatz fände man nun exzellente Bedingungen vor und er wünschte, dass auf dieser Sportanlage viele schöne sportliche Erfolge erzielt werden und das Kultur- und Sportzentrum am See zu einem lebendigen Mittelpunkt vieler Aktivitäten werde. "Und wegen der Hitze und weil ich weiß, dass die Sander lieber feiern und keine langen Reden mögen, schließe ich mit einem passenden Zitat von Giovanni Trappatoni: Ich habe fertig!"

Pfarrer Hans-Christian Neiber und Pastoralreferent Rudi Reinhart gaben dann dem neuen Kunstrasenfeld den kirchlichen Segen und das Blasorchester Sand umrahmte das Fest musikalisch.