Zusammen haben sie ihrer Kirche 100 Jahre lang gedient. Mehr als 50 Jahre ist Josef Lang aus Frickendorf Kirchenpfleger in Frickendorf. In einem Gottesdienst am Dienstagabend wurde er in der Kirche St. Wendelin in Frickendorf von Pfarrer Richard Brütting geehrt. Ebenfalls geehrt und zugleich verabschiedet wurde Organist Anton Kirchner, der 50 Jahre auf dem Orgelbock saß.

"Der Pfarrer Franz Neubauer hat mich damals gefragt ob ich das Amt des Kirchenpflegers übernehmen möchte und da habe ich ja gesagt." Das sagt der heute 78-jährige Josef Lang, der in Kraisdorf geboren ist und, seitdem er am 29. Oktober 1960 in Frickendorf seine Ehefrau Barbara geheiratet hat, in Frickendorf wohnt. Als Fabrikarbeiter hat er 19 Jahre Geld bei der Firma Kugelfischer verdient und nebenbei in Frickendorf eine Landwirtschaft betrieben.

Auch die Sternsinger betreut

Vier Jahre nach seiner Heirat, im Jahr 1954, wurde ihm das Amt des Kirchenpflegers übertragen. "Vor mir", so erinnert sich Josef Lang, "war Ernst Schoppel Kirchenpfleger." Über 50 Jahre hinweg verwaltete er das Geld für die Kirche in Frickendorf. "Alle Einlagen im Klingelbeutel gingen durch meine Hände", schmunzelt der Rentner.
Josef Lang war daneben 25 Jahre im Pfarrgemeinderat in Pfarrweisach und betreute über 20 Jahre die Sternsinger in Frickendorf. "Jetzt gibt es bei uns keine mehr und es kommen die aus Kraisdorf", erklärt der Senior.

In seine Amtszeit als Kirchenpfleger fiel die Restaurierung der Kirche St. Wendelin in Frickendorf. "Das war im Jahr 1984, und auch eine neue Orgel kam einige Jahre später", sagt Josef Lang. Die Kirche hat damals ein neues Dach erhalten. Hier meldet sich seine Ehefrau Barbara. Sie sagt: "Alles von der Kirche war damals während des Umbaus bei uns gelagert, sogar die Orgel." Sie ist es auch, die sich vieles rund um die Kirche in Frickendorf aufgeschrieben hat. Barbara Lang holt eine Akte mit einer Chronik über die Kirche ihres Ortes, in der ihr Ehemann Josef blättert. Er entdeckt ein altes Foto der Kirche, was nach Meinung seiner Frau weit älter als 50 Jahre ist.

Mit großer Eigenleistung

"Bei der Kirchenrenovierung brachten die Frickendorfer viel Eigenleistung ein. Besonders waren auch Bruno Dirauf, Josef Schoppel und Werner Strobel mit dabei", erinnert sich der Kirchenpfleger.
"Als die neu renovierte Kirche eingeweiht wurde, war Pater Walter Leonhard unser Geistlicher", sagt Lang. Er versichert, dass er sein Amt gerne ausgeführt habe und er keine Probleme während der 50 Jahre hatte.
Pfarrer Richard Brütting würdigte nach dem Gottesdienst am Dienstagabend die Leistungen von Josef Lang und Anton Kirchner. "Ihr seid Menschen, die über viele Jahrzehnte für eure Kirche und eure Mitbürger in der Kirchengemeinde da waren", sagte Brütting.

"Es geht nicht mehr"

So fehle künftig Anton Kirchner als Organist, welcher aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in die Tasten der Orgel greifen könne. An beide überreichte der Geistliche die Ehrennadel des Bistums Würzburg und eine Urkunde. Als Vertreter der Kirchenverwaltung bedankten sich Werner Strobel, Wilfried Loßkarn und Rita Dickert mit einem Präsent.

Organist Anton Kirchner, der in Weikartslauter geboren wurde, saß in Breitbrunn und Kirchlauter an der Orgel, bevor er in die Pfarrei Pfarrweisach kam. Zusammen hat er über 50 Jahre die "Königin der Instrumente" gespielt. So in den Ortschaften Frickendorf, Albersdorf, Neues, Geroldswind und Maroldsweisach. Gelernt hat Anton Kirchner das Orgelspiel in einem Internat der Franziskaner in Bamberg, wo er auch seine Mittlere Reife ablegte.
"Es geht nicht mehr, jetzt muss eben jemand anders ran", sagte Anton Kirchner, der sich über die Auszeichnung ebenso wie Josef Lang freute.