Der Dauerbrenner, das Mehrzweckgebäude in Hafenpreppach, stand erneut im Gemeinderat Maroldsweisach zur Beratung an. Auf Wunsch des Sportvereins Hafenpreppach sollten Änderungen in der Planung vorgenommen werden, was letztlich Mehrkosten von 10 000 Euro verursachen würde.

Das Mehrzweckgebäude Hafenpreppach ist dem örtlichen Gemeinderat Helmut Berwind (SPD) schon lange ein "Dorn im Auge." Er forderte in Sitzungen des Gremiums, dass es mit der Sanierung des Gebäudes vorwärtsgeht. Die Planungen hat die Gemeinde auf den Weg gebracht; sie waren durch den Architekten abgeschlossen.

Nachdem der SV Hafenpreppach einen Antrag zur baulichen Änderung des barrierefreien WC gestellt hatte, auch um die Bewirtung zu vereinfachen, erfolgte eine Nachkalkulation, wie Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) beschrieb. Das geschah, obwohl die Baumaßnahme schon vollständig ausgeschrieben und vergeben war. Nach einer ersten Nachkalkulation stand die Summe von 50 000 Euro an Mehrkosten im Raum. "Schnelles Handeln war angesagt, da die Baumaßnahme laut Förderbescheid bis zum 31.12.2020 abgenommen sein sollte", erläuterte Bürgermeister Thein.

Deshalb habe man in Absprache mit den Fraktionsvorsitzenden bei einer Besprechung vereinbart, den Antrag des SV Hafenpreppach aufgrund der genannten Problematik abzulehnen. "In einer Nachbesprechung mit dem SV Hafenpreppach und dem Architekten konnten die Mehrkosten durch Umplanung, Optimierung und Eigenleistung auf 10 000 Euro gesenkt werden", sagte das Gemeindeoberhaupt. Außerdem habe der Architekt mit den beauftragten Firmen erreicht, dass durch die Planänderung keine wesentlichen Verzögerungen entstehen, so Thein. Auch die Regierung von Unterfranken habe als Fördergeldgeber der Änderungsplanung zugestimmt. "Allerdings sind die Mehrkosten von 10 000 Euro nicht förderfähig", erklärte Wolfram Thein. Weiter teilte er mit, dass der SV Hafenpreppach beantragt habe, dass der Markt Maroldsweisach die Mehrkosten von 10 000 Euro zu 50 Prozent, also in Höhe von 5000 Euro übernimmt. Da die Gemeinde dem SV Hafenpreppach jährlich einen Zuschuss von 500 Euro gewähre, könne der Verein den Betrag von 5000 Euro damit "abstottern."

Bei den Fragen und Vorhaltungen an Bürgermeister Wolfram Thein hinsichtlich der Abwicklung des Ganzen aus Reihen der CSU-Fraktion spielten deutlich wahlkampftaktische Aspekte mit. Vor allem Bürgermeisterkandidatin Heidi Müller-Gärtner, Stefan Böhm und Dieter Hepp zeigten sich mit der Abwicklung und den Informationen zu den Planungen nicht zufrieden. Heidi Müller-Gärtner: "Mich würde es interessieren, wieso zuerst die Mehrkosten mit 50 000 Euro und nun mit 10 000 Euro zustande kamen." Stefan Böhm brachte seinen Ärger zum Ausdruck, dass er über die Umplanung nicht informiert wurde, sondern aus der Bevölkerung davon erfuhr. Dieter Hepp sagte, dass die Planung "unglücklich" gelaufen sei, und tat sich schwer, die Kosten von 10 000 Euro für eine geringe Umplanung zu akzeptieren.

Gemeinderat Helmut Berwind sagte: "Damit, dass der SV Hafenpreppach von den 10 000 Euro Mehrkosten 5000 übernehmen soll, bin ich nicht einverstanden. Ich beantrage, darüber abzustimmen, und rege an, dass die Marktgemeinde Maroldsweisach alle Kosten übernimmt." Hier wurde der SPD-Gemeinderat von CSU-Gemeinderat Dieter Hepp unterstützt.

Gemeinderat Eberhard Vogel (CSU) hingegen forderte Gleichbehandlung gegenüber anderen Ortschaften der Gemeinde Maroldsweisach. Vereine, wie zum Beispiel in Wasmuthhausen, trügen auch ihren Anteil, sagte Vogel, und zwar "in nicht geringer Menge". Er könne dem Antrag von Gemeinderat Helmut Berwind nicht folgen, und er forderte laut Vorlage zu entscheiden, dass die Kosten von 10 000 Euro zu 50 Prozent von der Gemeinde übernommen werden.

Gemeinderat Herbert Baum (parteilos) war das Hin und her zu viel. "Eigentlich wollen wir alle doch das Gleiche. Wenn kein Wahlkampf wäre, hätten wir schon längst entschieden", monierte er, wobei ihm Eberhard Vogel (CSU) und Gemeinderat Günter Reß (SPD) beipflichteten.

Zwei Beschlüsse wurden schließlich gefasst. Einmal wurde die Änderung der Planung einstimmig beschlossen und bei zwei Gegenstimmen wurde dem Antrag von Helmut Berwind zugestimmt, dass die Gemeinde die Mehrkosten von 10 000 Euro alleine trägt. Als die zahlreichen Zuhörer aus Hafenpreppach nach dem öffentlichen Teil der Sitzung den Sitzungssaal verließen, rief eine Frau dem Gemeinderat Berwind winkend zu: "Danke, Helmut."

Bestätigt wurde Michael Kraft als Zweiter Kommandant der Feuerwehr Pfaffendorf, Martin Schramm als Kommandant der Feuerwehr Dürrenried und Matthias Weckel als Vertreter.

Gemeinderätin Doreen Büschel (JB) wies darauf hin, dass seit Wochen in der Hauptstraße und Ortsdurchfahrt von Pfaffendorf zwei VW-Busse, teilweise mit platten Reifen, stünden. Auf Anfrage unserer Redaktion teilte der Leiter der Polizei Ebern, Siegbert Weinkauf, mit, dass die "Dauerparker" der Polizei bekannt seien. Beide Fahrzeuge seien aber zugelassen, versichert und versteuert, weshalb seitens der Polizei, zumal dort kein Park- oder Halteverbot vorhanden ist, kein Einschreiten möglich sei. Platte Reifen allein gäben dazu keine Rechtsgrundlage.