Zwei Ortseinsichten, und zwar am Feuerwehrgerätehaus in Reutersbrunn und am Friedhof in Ebern, standen auf der Tagesordnung des Bauausschusses der Stadt Ebern am Mittwoch. Das Gesicht des Friedhofes wird sich nach dem Beschluss, den das Gremium fasste, in den nächsten Jahren ändern.

Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) zeigte zunächst die neu angelegten Urnengräber im südwestlichen Teil des Friedhofes. Eigentlicher Grund der Ortseinsicht war jedoch die künftige Gestaltung des Friedhofes, wozu es, wie Hennemann sagte, von der Bevölkerung unterschiedliche Ansichten gebe. Der Bauausschuss hatte sich damit schon einmal vor mehr als einem Jahr beschäftigt. Hintergrund der Überlegungen sind auch die Pflegemaßnahmen, die sehr viel Aufwand bedeuten. An einigen Stellen wurden bereits die Hecken, die sich zwischen den Grabsteinen befanden, entfernt und die Zwischenräume mit Rasen angesät, wodurch, wie der Bürgermeister betonte, die Grabsteine besser zur Geltung kommen.

Christian Raehse, Leiter des Bauhofes, sagte, dass der Charakter mit den Thujabäumen insgesamt erhalten werden könne. Allerdings gestalte sich die Begrünung insgesamt nicht homogen. "Wir müssen die Hecken im Jahr zwei- oder dreimal schneiden, was viel Zeitaufwand und Handarbeit bedeutet", sagte der Bauhofleiter. Er wisse, dass es unterschiedliche Meinungen hinsichtlich der Hecken zwischen den Grabsteinen gebe, sowohl pro als auch kontra. Von der Bearbeitung her wäre es nach seiner Auskunft leichter, mit Rasenmähern zwischen den Gräbern zu mähen, als die Hecken aufwendig zu schneiden.

Hennemann ergänzte, dass es schon einige freie Flächen gebe, wo einmal Gräber waren. Diese Areale könnte man nutzen, um zum Beispiel Bänke aufzustellen. "Ein Friedhof ist heute nicht mehr nur Ruhestätte, sondern lädt auch ein, sich dort niederzulassen, um die Ruhe zu genießen und seine Gedanken schweifen zu lassen", sagte Hennemann. Deshalb sollte man nicht mehr alle Freiflächen als Grabstätten vergeben.

Die Mitglieder des Gremiums konnten sich ein Bild machen, wie der Friedhof mit Hecke zwischen den Grabsteinen und mit Rasen dazwischen wirkt. Der Bürgermeister vertrat die Auffassung, dass man nach und nach die Hecken entfernen und die Zwischenräume mit Rasen ansähen sollte. Dem pflichtete Zweiter Bürgermeister Harald Pascher (FDP) bei. Stadtrat Werner Riegel (SPD) sprach sich für eine radikale Lösung aus und meinte, dass alles auf einmal gemacht werden sollte, sprich: Hecken raus und Rasen rein. Stadtrat Markus Fausten (CSU) plädierte dafür, den Friedhof ohne Hecken zu planen. Stadtrat Klaus Schineller (Grüne) begrüßt die Idee von Hennemann, auf frei werdenden Flächen hie und da einen Baum zu pflanzen. Er erklärte sich sogleich bereit, einen Baum zu stiften. Schließlich beschloss der Bauhof, den Bauhof zu beauftragen, weitere Hecken zu entnehmen und Rasen zu säen.

Am Feuerwehrgerätehaus in Reutersbrunn wurde das Gremium von Ortssprecher Andreas Leibold und den Feuerwehrkommandanten Winfried und Michael Walz erwartet. Hier lobte Bürgermeister Jürgen Hennemann den Einsatz der örtlichen Helfer der Feuerwehr in Verbindung mit dem Bauhof Ebern beim Umbau des Gebäudes. Der Helfereinsatz habe es ermöglicht, dass nur wenige Fachfirmen erforderlich waren. "Ich denke, dass es richtig war, dass wir hier am Feuerwehrhaus kein Stückwerk gemacht haben, sondern etwas Vernünftiges", sagte der Bürgermeister. "Das habt ihr top hinbekommen." Hennemann machte deutlich, dass man ohne den Einsatz der Feuerwehrleute von Reutersbrunn das Projekt nicht hätte stemmen können.

Martin Lang, Technischer Leiter des Bauamtes der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Ebern sagte, dass bisher 33 000 Euro von den geplanten 40 000 Euro ausgegeben wurden. Material für eine Befestigung des Umfeldes sei noch zu beschaffen, sagte er. Angedacht war zunächst laut Lang, 100 Quadratmeter zu befestigen, jetzt komme man auf 450. Auch Putzarbeiten stünden noch an.

Lang listete einige Positionen auf. Die Materialkosten bezifferte er 8000 Euro. Die Absauganlage koste 9200 Euro, dazu kämen noch Vermessungskosten. Somit würden die ursprünglich genannten Kosten von 40 000 auf etwa 51 200 Euro steigen; die Aufwendungen des Bauhofes seien nicht eingerechnet. "Wir haben vom Bauhof hier insgesamt etwa 150 Stunden investiert", ergänzte Bauhofchef Christian Raehse.

Beschlossen wurde, Pflastermaterial für 450 Quadratmeter zu bestellen und einzubringen sowie eine Absauganlage für 9200 Euro zu beschaffen. Diese Anlage bekomme man zu diesem Preis, weil gleichzeitig eine ähnliche Vorrichtung für das Feuerwehrgerätehaus in Eyrichshof bestellt worden sei, sagte Martin Lang. Zweiter Kommandant Michael Walz, quasi Bauleiter beim Umbau des Feuerwehrgerätehauses, zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden und dankte für die Unterstützung.

Dritter Bürgermeister Thomas Limpert (FW) wollte wissen, wohin künftig Erdaushub, der im Stadtgebiet sowohl bei der Stadt selbst als auch bei Privatpersonen anfällt, hingebracht werden soll. Dazu sagte Bürgermeister Jürgen Hennemann, dass noch keine Lösung gefunden ist. Die Stadt sei auf der Suche nach einer Lösung und stehe deshalb mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises in Verbindung.

Zur Bauleitplanung der "Lidl"-Erweiterung galt es, eingegangene Stellungnahmen aus der Öffentlichkeits- und der Behördenbeteiligung zur Kenntnis zu nehmen, zu bewerten und abzuwägen. In einigen Punkten müssen Planunterlagen nach Beschluss des Bauausschusses überarbeitet und angepasst werden. Aber insgesamt wurde beschlossen, das Verfahren fortzuführen.