Lesen, Rechnen und Schreiben - das sind die Grundkompetenzen, die alle Grundschüler nach der vierten Klasse können. Doch bei den Viertklässlern der Haßfurter Grundschule kommt noch eine dazu: das Programmieren. Was im ersten Moment etwas seltsam klingt, ist in anderen Ländern bereits ganz normal. "In Großbritannien ist Programmieren ein verpflichtendes Schulfach", sagt Tanja Böhm, Leiterin der Industrie- und Wirtschaftspolitik Microsoft Deutschland. Mit der Bildungsinitiative "Code your Life" will Microsoft bei den Kindern die Lust auf Technik und auf das Programmieren spielerisch wecken.

Die Grundschule in Haßfurt ist der elfte und letzte Stopp der "Code your Life"-Deutschlandtour. Die Kinder sollen das Haßfurter Rathaus mit sogenannten Turtle-Grafiken programmieren.
Lukas Burger aus Haßfurt und Raphael Ixmaier aus Sylbach sitzen konzentriert vor ihrem Laptop und geben der Schildkröte auf dem Bildschirm Anweisungen, wo sie als nächstes, in welchem Winkel hinlaufen soll. Bereits nach ein paar Minuten sind die Umrisse eines Hauses zu erkennen.

Einen Tisch weiter knobeln Lilli Firsching aus Haßfurt und ihre Freundinnen noch an den richtigen Codes. Die Schildkröte will einfach nicht in die richtige Richtung laufen. Nach ein paar Klicks auf dem Touchscreen haben es die Mädels auch geschafft. "Mädchen kommen immer zielgerichteter ans Ergebnis. Sie halten sich an die Anweisungen. Die Jungs probieren einfach aus", sagt Jutta Schneider von "Melliwood media & education". Die Pädagogin leitet die "Code your Life"-Tour.

Doch die Mädchen stehen den Jungs beim Programmieren in nichts nach. Das betont auch die CSU-Politikerin Dorothee Bär. Die Ebelsbacherin hat als Mitglied des Deutschen Bundestags für das Projekt in Haßfurt die Patenschaft übernommen.


Roboter zeichnet das Rathaus

Am Ende des Workshops wird den Kindern gezeigt, was mit ihren programmierten Daten gemacht werden kann. Ein per WLAN gesteuerter Roboter fährt jedes einzelne Kommando mit einem Stift ab und malt das Haßfurter Rathaus. Die Viertklässler staunen nicht schlecht und wollen gar nicht aufhören zuzuschauen.

Bei einer einmaligen Sache soll das Programmieren jedoch nicht bleiben. Den Roboter sowie ein Handbuch mit Übungen und der Programmiersprache gab es für die Haßfurter Grundschule. "Sie müssen nicht Mathe oder Informatik studiert haben, um das mit den Kindern zu machen", ermutigt Jutta Schneider die Lehrerinnen.

Da der Roboter in den Sommerferien schon von einer Lehrerin zusammengebaut wurde, muss jetzt noch eine App heruntergeladen werden. Dann kann es losgehen. Und das sei wichtig: "Jetzt sind unsere Viertklässler schon infiziert. Das hat ihnen so viel Spaß gemacht. Da müssen wir gleich dran bleiben", sagt die Schulleiterin Gisela Schott.

Woher kommt das Projekt "Code your Life"?

"Code your Life" ist eine Initiative des "21st Century Competence Center" (21CCC) im Förderverein für Jugend und Sozialarbeit e.V. und wird im Rahmen des internationalen Programms Microsoft YouthSpark unterstützt. Der Förderverein setzt sich als Träger für digitale Kultur, Bildung und Gemeinwesen in Deutschland ein. Seit 25 Jahren engagiert sich der Förderverein für die Entwicklung und Förderung einer Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen.