Das Versteckspiel ist zu Ende: Die Polizei hat einen seit Tagen gesuchten 37-Jährigen aus Schweinfurt geschnappt, der im Verdacht steht, eine Reihe von schweren Straftaten begangen zu haben. Dass er auf der Flucht war und mehrere Tage unentdeckt unterwegs war, hatte in den beiden Kreisen Haßberge und Bamberg für einige Unruhe gesorgt. Seine Festnahme dürfte jetzt die Bevölkerung beruhigen.

Nach dem Überfall auf eine Pilzsammlerin am vorletzten Sonntag bei Haßfurt, dem Raub ihres Autos und dem Raub eines Mofas Stunden zuvor bei Falkenstein waren jetzt am Montagabend die intensiven Fahndungsmaßnahmen der Polizei von Erfolg gekrönt. Nach einem gezielten Hinweis nahmen Beamte der Bamberger Polizei auf einem Ponyhof am Rande der Gemeinde Burgebrach den gesuchten 37-jährigen Mann fest.

Die Straftatenserie

Er soll laut Polizeiangaben in den Vormittagstunden des 6. Oktober (Sonntag) an den Weinbergen im Donnersdorfer Ortsteil Falkenstein im Landkreis Schweinfurt einem Rentner das Mofa geraubt haben, nachdem er ihn zuvor vom Zweirad gestoßen hatte. In den Nachmittagsstunden des gleichen Tages hat er zwischen Haßfurt und Wonfurt eine Pilzsammlerin überfallen und niedergeschlagen. Auch der Sohn der Frau wurde von dem Täter attackiert. Während seine Mutter Verletzungen erlitt, die im Krankenhaus ambulant behandelt werden mussten, kam der Sohn unverletzt davon.

Danach flüchtete der Täter mit dem Opel Corsa der 44-Jährigen. Eine sofort eingeleitete Großfahndung der Polizei, bei der auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz kam, verlief zunächst ohne Erfolg. Allerdings ergaben sich noch am gleichen Tag erste Hinweise auf den Täter: auf einen 37-Jährigen aus Schweinfurt. Die Polizei stufte ihn als dringend tatverdächtig ein. Da es Erkenntnisse gab, dass sich der Gesuchte im Landkreis Bamberg aufhalten könnte, war die Suche auch auf diesen Bereich ausgedehnt worden. Die Vermutung, dass der Landkreis Bamberg eine Rolle spielen könnte, bestätigte sich schnell: Der Opel Corsa der Frau tauchte einen Tag nach dem Überfall und dem Raub bei Oberharnsbach nahe Burgebrach auf. Das Auto war angezündet worden und völlig ausgebrannt.

Öffentlichkeitsfahndung

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Schweinfurt war in der vergangenen Woche eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem 37-jährigen Mann eingeleitet worden. Am Montagabend ging dann wenige Minuten vor 21 Uhr eine Mitteilung bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberfranken in Bayreuth ein, wonach sich der Gesuchte auf einem Ponyhof am Ortsrand von Burgebrach aufhält. Kurze Zeit später traf dort eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Bamberg-Land ein. Von den Beamten ließ sich der 37-Jährige widerstandslos festnehmen. Er war unbewaffnet.

Inzwischen liegen der Polizei erste Erkenntnisse vor, wo sich der 37-Jährige seit seiner Flucht am 6. Oktober aufgehalten haben könnte. Es spricht einiges dafür, wie das Polizeipräsidium Unterfranken (Würzburg) am Dienstag mitteilte, dass sich der Gesuchte tagsüber in einem größeren Strohlager bei Burgebrach versteckt hielt. In der Dämmerung und in den Nachtstunden dürfte er umher gezogen sein.

Der 37-Jährige ist nach neuesten Erkenntnissen auch dringend verdächtig, am vergangenen Wochenende im Industriegebiet von Burgebrach aus einem offenen Lastwagen eine Jacke, ein paar Schuhe und zwei Getränkeflaschen entwendet zu haben. Die gestohlene Jacke hatte der Beschuldigte am Montagabend an, als seine tagelange Flucht zu Ende ging.

Der Festgenommene wurde im Laufe des Dienstags von Polizeibeamten in Bamberg abgeholt und nach Schweinfurt gebracht. Hier erfolgte auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt am Dienstagnachmittag die Vorführung beim Ermittlungsrichter. Dabei wurde der gegen den Beschuldigten bereits erlassene Haftbefehl aufrecht erhalten. Anschließend wurde der 37-Jährige in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.