Wenn die Generalsanierung der Auguste-Kirchner-Realschule im Jahr 2018 abgeschlossen ist, werden nicht nur neue Räume, sondern auch ein neues pädagogisches Konzept an den Start gehen. Zur Erläuterung dieses Konzepts und der Umbauarbeiten baten der Zweckverband Schulzentrum und die Schulleitung gestern zum Pressegespräch.


Ein großes Hin-undHer

"Generalsanierung Schulzentrum Haßfurt, BA 4", das bezieht sich auf die Realschule, und beginnen wird dieser Bauabschnitt 4 im August. "An einigen Stellen steppt schon der Bär", sagte Rektor Hartmut Hopperdietzel. Derzeit zieht das Archiv um, dann folgen Verwaltung und Lehrerzimmer von Gymnasium und Realschule und die Klassenzimmer der Realschule.
Im alten Naturwissenschaftstrakt wurden Räume umfunktioniert, Leichtbauwände eingezogen - und das Archiv zieht in die ehemalige Toilette neben dem einstigen "Abi-Prüfungs-Raum".

Mitte August beginnt die eigentliche Baustelle, beschrieb Thomas Will vom Kreis-Hochbau, schon zum Schuljahresbeginn sollen sechs Klassenzimmer renoviert und wieder beziehbar sein, die Verwaltung des Gymnasiums einige Wochen später. Die Realschulverwaltung muss sich länger im Provisorium einrichten. Eng wird es, "aber wir verstehen uns ja alle gut, es wird funktionieren", ist Hopperdietzel überzeugt. Die Organisation des gesamten Umzugs liegt in den Händen von Ulrike Wild.

Immerhin müssen für die Generalsanierung 26 Klassen untergebracht werden. Das gelingt ohne Container, weil von Beginn an der alte Naturwissenschaftstrakt als Raumreserve geplant war, im fünften Bauabschnitt wird er dann abgebrochen. "Außerdem stellen uns das Gymnasium sechs und die Mittelschule zwei Klassenräume zur Verfügung", ist Hopperdietzel dankbar. Überhaupt ist er begeistert von der Zusammenarbeit, einerseits der Schulen am Tricastiner Platz und Dürerweg, andererseits auch mit dem Zweckverband Schulzentrum als Sachaufwandsträger und dem Landratsamt.


Der klassische Klassenverband hat ausgedient

Schließlich betreten alle Beteiligten Neuland. Die Realschule wird so umgebaut, dass sie dem neuen pädagogischen Konzept entspricht, das dem neuen "Lehrplan Plus" für Realschulen ab 2018/19 entspricht. Das bedeutet, dass immer öfter der klassische Klassenverband aufgelöst wird, sich kleinere Gruppen, aber auch mal zwei Klassen zu gemeinschaftlichen Arbeiten treffen.

Auch in der "neuen" Realschule wird jede Klasse ihren "Hafen", ihr Klassenzimmer haben. Diese gruppieren sich aber nach Jahrgängen in so genannten Clustern um einen gemeinsamen Marktplatz, auf dem differenziert, aber auch in größeren Gruppen gearbeitet werden kann, wie die weitere stellvertretende Schulleiterin Christine Rottmann erläuterte.


Lehrer sind länger in der Schule und arbeiten mehr im Team

Auch die Situation der Lehrer hat sich seit der Grundsteinlegung des Schulzentrums 1975 deutlich verändert. Sie werden zum Einen wegen des zunehmenden Ganztagsunterrichts viel mehr Zeit in der Schule verbringen. Die Unterrichtsvor- und -nachbereitung sowie Korrekturarbeit wird sich vom heimischen Arbeitszimmer in die Schule verlagern, dafür braucht es Arbeitsplätze. Außerdem bedeutet das neue pädagogische Konzept, dass auch die Lehrer öfter im Team Unterricht konzeptionieren.

Mit dieser Konzeption ist die Realschule Haßfurt eine der ersten in Bayern, die sich baulich bereits auf den neuen Lehrplan einstellt.

Deshalb erhofft sich Landrat Wilhelm Schneider auch noch eine Aufstockung der von der Regierung von Unterfranken zugesagten Förderung. "Immerhin kostet jedes einzelne Klassenzimmer 242000 Euro", erklärte er.
Seit Berechnung der Kosten für die Generalsanierung des Schulzentrums im Jahr 2012 ist der Baukosten-Index um 30 Prozent gestiegen, aus 25,1 Millionen wurden mittlerweile 30,2 Millionen Gesamtkosten vom Neubau der Naturwissenschaften über die Sanierung des Gymnasiums, der Realschule sowie Sporthalle bis zum Abbruch der alten Naturwissenschaften.

Im Sommer 2018 soll dann die Realschule energetisch saniert und baulich auf das neue Konzept abgestellt sein. Dieses wird bis dahin schon erprobt. "Unser Konzept ist fertig", so Christine Rottmann. Das Ziel ist es, jeden Schüler dort abzuholen, wo er ist, die Schwachen ebenso zu unterstützen wie die Starken und damit die Realschule als Schulform noch besser zu machen. Die Schüler sollen innerhalb der Jahrgangsstufe ein familiäres Zusammenleben innerhalb des Clusters erleben, sich gegenseitig stützen und Kooperation einüben.