Es gibt immer wieder unbelehrbare Zeitgenossen, die auf Kosten anderer leben. Was am Freitag Mario Winkelmann, Mitarbeiter im städtischen Bauhof, in den Containern am Friedhof "An der Eiswiese" entdeckte, trieb ihm die Zornesröte ins Gesicht. In den beiden Containern, gedacht für Grababraum (Kerzen, Kränze usw.) und für Grünschnitt, war ausschließlich Hausmüll zu finden. Kein schöner Anblick.

Mario Winkelmann: "Es ist ja nicht das erste Mal, dass Leute hier ihren Hausmüll entsorgen, aber diesmal ist es schon extrem, das ist schlicht eine Riesensauerei." Der Mitarbeiter des Bauhofes und auch Martin Lang, Leiter des städtischen Bauamtes, können nicht verstehen, wieso in der heutigen Zeit noch jemand auf diese unzulässige Art und Weise seinen Hausmüll entsorgt. "Bei uns in der Stadt und auch im Landkreis gibt es Möglichkeiten für eine ordentliche Müllbeseitigung", sagt Lang.

Dass immer wieder Menschen sich auf diese Art und Weise ihres Mülls entledigen, sei unverständlich und belaste die Allgemeinheit. "Wenn wir keinen Verursacher finden, muss die Beseitigung auf Kosten des Steuerzahlers erfolgen", ärgert sich Winkelmann.


Erfolgreiches Puzzlespiel

Ihn packt der Ehrgeiz. Er betätigt sich als "Mülldetektiv". Der Bauhofmann stülpt seine Handschuhe über und kramt in verschiedenen Mülltüten. "Keine angenehme Arbeit", sagt er ob des aufsteigenden Geruchs.
Zwei, drei Tüten schüttet er aus, um nach Hinweisen auf einen Verursacher zu suchen. Plötzlich wird er fündig.
Kleine Schnipsel kommen in einer der Mülltüten zum Vorschein. Schnell wird klar, dass es sich um ein zerrissenes Rezept oder Krankmeldung handelt. Das "Puzzlespiel" beginnt. Auf der Rückbank seines Autos legt er die Schnipsel aus, setzt sie - wie ein Puzzle - so gut es geht zusammen.

Plötzlich erhellen sich seine Gesichtszüge. Ein Name wird sichtbar, er steht vermutlich auf einer Krankmeldung und ist deutlich lesbar. Der Nachname beginnt mit K, der Vorname mit M. Auch der Name des Arztes, der die Krankmeldung ausgestellt hat, ist zu erkennen.

Die Polizei ist schon verständigt. Zwei Beamte treffen ein, noch während Mario Winkelmann weiter nach möglichen Namen, Adressen oder Hinweisen auf den oder die Täter sucht. Auch die Polizeibeamten schütteln den Kopf ob der "Schweinerei", die sie sehen müssen. Fotos werden gemacht, es wird weiter nach Hinweisen gesucht.

"Wenn wir Verursacher haben, können wir die auffordern, ihren Müll unverzüglich einer ordentlichen Beseitigung zuzuführen oder die Beseitigung diesem in Rechnung stellen. Wenn nicht, müssen wir das von der Stadt aus veranlassen, was Geld kostet und somit die Steuerzahler belastet", sagt Mario Winkelmann.

"Hauptsache, der Dreck ist weg"

Schon aus diesem Grund sollten alle wachsam sein und der Polizei und Stadt melden, wenn jemand festgestellt wird, der ein "illegaler Schmutzfink" ist. Mit Denunziantentum hat das nichts zu tun. Die große Masse von Bürgern und Bürgerinnen entsorgt ihren Müll ordnungsgemäß. Für sie alle ist es wie ein Schlag ins Gesicht, wenn andere sich um gar nichts scheren, nach dem Motto "Hauptsache, der Dreck ist weg, sollen andere sehen, wie sie damit zurechtkommen".

Offensichtlich ist es so, dass es nur über den Geldbeutel gehen kann, um vielleicht ein Umdenken zu erreichen. Unzulässige Müllbeseitigung ist eine Ordnungswidrigkeit nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), teilt auf Anfrage Ullrich Nembach, Leiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung beim Landratsamt Haßberge mit. Geregelt sei das in den §§ 28 und 69 des KrWG. Nach Schilderung des Umfanges des aufgefundenen Hausmülls sagt Nembach: "Mit 300 bis 500 Euro Bußgeld kann der Verursacher schon rechnen."

Es komme immer auf die Menge und den Umfang des illegal entsorgten Mülls an. Ist nur zu hoffen, dass den oder die Verursacher der Arm des Gesetzes erreicht und sie mit einem saftigen Bußgeld nachhaltig an ihr gemeinschädliches Verhalten erinnert werden.