Unter dem Motto "Vielfalt statt Einfalt" feierte die Evangelische Kirchengemeinde Ebern am Wochenende ihr Gemeindefest. Den Abschluss und vielleicht auch Höhepunkt des Festes bot das Konzert am Sonntagnachmittag in der Christuskirche mit "geistlicher und weltlicher Musik am Gemeindefest".

Kurz vor 16 Uhr hatten es viele Gemeindemitglieder aber auch andere Interessierte eilig, in die Christuskirche zu kommen und noch einen guten Sitzplatz zu ergattern. Doch die Christuskirche füllte sich nicht nur mit Einheimischen - auch die Asylbewerber, die in Ebern und Umgebung untergebracht sind, waren ganz dem Motto "Vielfalt statt Einfalt" zufolge eingeladen und auch zahlreich zum Konzert gekommen.


Schwungvoller Auftakt

Der Chor probt ein letztes Mal, die Flötistin spielt sich ein, das Cello wird gestimmt. Schließlich tritt Pfarrer Bernd Grosser nach vorne und begrüßt alle Gäste. "Ich wünsche uns allen eine schöne, unterhaltsame Stunde unter den Tönen der Musik", freut sich der Pfarrer. Und schon stellen sich die Sängerinnen und Sänger des Chors "Cantabile" auf und beginnen mit dem schwungvollen Lied "Sing and feel cantabile" unter Leitung von Stefanie Schmitt und Anne Köhler das Konzert. Daraufhin folgen gleich die Lieder "Da berühren sich Himmel und Erde" und "There"s a wideness in God"s mercy".

Dann griffen die Musiker des Posaunenchors unter der Leitung von Matthias Schad zu ihren Blechblasinstrumenten und füllten die Christuskirche mit dem brasilianischen Volkslied "Centai ao senhor" und dem Walzer Nr. 2, Schostakowitsch.


Schwestern am Piano

Einen Höhepunkt im Konzert bildeten wohl die Schwestern Helena und Ruth Baiersdorfer, die das Publikum am Piano überzeugten. Helena spielte "Benjamin Franklin", während daraufhin ihre große Schwester Ruth ein doppelt so großes Notenblatt auflegt und "November" von Wolfgang Fuchs vorspielt. Die beiden Kinder ernten jeweils großen Applaus vom Publikum.

Nachdem der Chor mit Kyrie aus der "Petite messe solemne" von Rossini in vielen Stimmen überzeugt, wartet auf die Besucher wohl ein weiterer Höhepunkt. Der Posaunenchor setzt an zur "Wickie Suite", was nicht nur die Kinderherzen höher schlagen ließ, sondern auch den ein oder anderen Erwachsenen zum Schmunzeln brachte.
Im Anschluss setzte sich Karin Meyer-Jungclaussen ans Piano, Beate Wever griff zu ihrer Flöte und Elisabeth Groß zu ihrem Cello. Das Trio spielte zunächst "Faronel"s Ground" und anschließend "O South Wind", ein Traditional aus Irland für Klavier und Flöte.


Bravouröse Gesangssolisten

Während der Chor und der Posaunenchor das Publikum noch durch weitere Stücke begeistern, wartet zum Ende des Konzerts hin wohl noch ein Höhepunkt. Jakob Mack tritt nach vorne und singt zur Klavierbegleitung von Anne Köhler "Sred schumnogo balla (Inmitten des Balles) von Tschaikovsky. Anschließend singt Carla Trescher, ebenfalls vom Piano begleitet, Scholtinkaja ptischka (Das gelbe Vögelein) von Ippolitow-Iwanow. Manch einer mag sich wohl gefragt haben, wie man solche zungenbrecherischen Texte auswendig und so überzeugend vorsingen kann.

Am Ende des Konzerts ernteten alle Akteure nochmals mächtigen Beifall vom Publikum für die gelungenen und vielfältigen musikalischen Darbietungen.