"Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben muss man es vorwärts". Diese Aussage des dänischen Philosophen Sören Kierkegaard stellte Rektor Raimund Willert in den Mittelpunkt der Abschlussfeier an der Mittelschule Ebelsbach. "Ihr habt einen außergewöhnlichen Punkt in eurem Leben erreicht. Könnt einerseits auf Geleistetes zurückblicken und zugleich habt ihr die Gewissheit, dass - und wie - es weitergeht."

Mit einem ökumenischen Gottesdienst hatte der Abschlussabend in der St. Matthäuskirche in Breitbrunn begonnen. "Ihr habt eure Schulzeit abgeschlossen und ein erstes großes Lebensziel erreicht. Mit eurem Abschluss habt ihr etwas in der Hand, das in unserer Gesellschaft zählt", sagte Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender Walter Ziegler (BNL).

23 Schüler bekamen ihre Abschlusszeugnisse überreicht.
Von ihnen hätten zehn bereits einen Ausbildungsplatz, einige würden noch auf eine Zusage warten und andere werden ihre Laufbahn auf einer weiterführenden Schule fortsetzen. "Manchmal wird ja der Eindruck erweckt, nur mit Abitur oder Studium könne man etwas werden, dem ist nicht so. Auch eine gute Ausbildung eröffnet Karrierechancen oder den Weg in ein zufriedenes Leben", sagte er. "Und wer später doch noch studieren möchte, dem steht der Weg mit einem Hauptschulabschluss noch offen." Die Arbeitswelt sei von einem Wandel in allen Bereichen gezeichnet.

Neue Schulorganisation

Auf jeden Fall werden die Schüler jetzt mit neuen Aufgaben, Teamkollegen und einem neuen Lebensrhythmus konfrontiert. "Auch unsere Mittelschule steht vor einem neuen Abschnitt: Unsere 5. und 6. Klasse zieht nach Eltmann um und wir beginnen stärker im Verbund zu denken. Die Tatsache, dass Grundschulklassen in das Gebäude der Mittelschule Ebelsbach einziehen, wird die Schule verändern", sagte Rektor Willert zur neuen Organisation der Schulen im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Ebelsbach. Sein Dank galt all denen, die sich in den letzten Jahren engagiert hatten. Angefangen vom Kollegium bis zu den Helfern bei der Ganztagesbetreuung, im Elternbeirat oder im Schulverband.

Zu seinem Wechsel als neuer Schulleiter der Georg-Göpfert-Mittelschule Eltmann nahm er Stellung: "Für mich ist die Mittelschule Ebelsbach die erste Station als Schulleiter gewesen. Damit verhält es sich wie mit einer ersten Klasse: Da fließt viel Herzblut, man hat hohe Erwartungen und zumindest anfangs ist der Erfahrungshorizont überschaubar."

Klassenlehrerin Ulrike Kraus verteilte schließlich die Zeugnisse. Schulbester ist Daniel Scharting. Mit einer Urkunde der Deutschen Verkehrswacht für ihre Schülerlotsen-Dienste wurden Vanessa Buchdrucker, Tobias Hümmer, Vanessa Bugner, Julia Popp, Laura Müller, Hannes Zertisch und Nathalie Wacker ausgezeichnet. Die besten Qualifächer belegten: Julia Popp (Deutsch), Nico Derra (Mathe), Adam Rafanoharana (Englisch). Den Sozialpreis der Raiffeisenbank erhielt Laura Müller, den Technikpreis der Sparkasse Ostunterfranken Nico Derra, und den Preis des heimatgeschichtlichen Arbeitskreises für das Fach Geschichte-Sozialkunde-Erdkunde bekam Laura Nowack. Johannes Winterstein erhielt den Preis des Schulverbandes für Physik-Chemie-Biologie.