"Die Bienen sind soziale Wesen, davon lernen auch die Imker." Dies betonte der Vorsitzende des Imkervereins Kirchlauter, Peter Kirchner, bei der Eröffnung des neuen Bienen-Lehrpfades und Pavillons in unmittelbarer Nähe des Lehrbienenstandes und des Streuobstlehrpfades in der Heilig-Länder-Gemeinde. Man wolle hier, so Kirchner , "etwas Nachhaltiges für Kirchlauter schaffen mit einem Nutzen für die Natur, für Gottes Schöpfung und die Menschen."
Zahlreiche Gäste hatten sich eingefunden, um bei diesem besonderen Ereignis dabei zu sein. Mit Stolz wies Kirchner darauf hin, dass die "Heiligen Länder" die größte Imker- und Bienendichte im Landkreis, aber auch darüber hinaus, hätten. "Auf 1000 Einwohner kommen 20 Imker und während der Bestäubungszeit im Frühsommer gibt es ca. 5000 Bienen je Einwohner.
Wir reden nicht nur über die Natur und ihre Erhaltung, sondern wir tun was - die Kirchlauterer Imker und ihre Bienen."
Der Lehrbienenpfad umfasst 14 Tafeln, die sich mit der Natur und den Bienen befassen und viele Informationen über die Bienen oder über die Naturräume Hecke, Bachlauf, Ackerrandstreifen und Reisighaufen bieten. Gleich nebenan wurde ein Pavillon erstellt, der als Ruhepol für die Kirchlauterer und Besucher gedacht ist.
Der Lehrbienenstand in der Nähe eines Sees sei ein Naturidyll und der "Infopfad mit einem Pavillon"lade zum Verweilen, Genießen und Freuen ein, verkündete Peter Kirchner. Eigenleistungen, billige Quellen und Firmennachlässe hätten die Kosten von zunächst veranschlagten 18 300 Euro gesenkt. Am Ende blieben 8 400 Euro für den Imkerverein übrig.
Bei der Übergabe der beiden Einrichtungen stellte Vors. Peter Kirchner die Bedeutung und Arbeit der Bienen für die Natur heraus. Im Imkerverein Kirchlauter kämen im Schnitt fünf Völker auf jeden Imker, die pro Volk im Jahr ca. 25 Kilo Honig "ernten" könnten. In diesem Jahr seien es allerdings nur 12 Kilo gewesen. Trotz Minderertrag für die Imker hätten die Bienen aber in der Natur ihre Befruchtungsleistung erbracht.

Wichtige Bildungsarbeit

Peter Kirchner stellte die hervorragende Arbeit am Lehrbienenstand in Kirchlauter heraus, wo jährlich ca. 400 Imker weitergebildet würden. In der Saison 2013/14 seien im Landkreis außerdem 35 Personen als "Hobby-Imker" ausgebildet worden, von denen 16 bei Kirchlauterer Imkern "in die Lehre" gingen. Acht der Standvölker gehörten zu einem europaweiten Beobachtungsprogramm, das man täglich im Internet verfolgen könne. 16 Bienenvölker habe man 2013 an die Probeimker verschenkt. Mit Stolz teilte Kirchner mit, dass man im März 2014 als "Verein des Monats" in Bayern ausgezeichnet wurde.
Kreisvorsitzender Dr. Werner Hornung stellte heraus, dass am Lehrbienenstand und neuen Lehrpfad vieles über den Zusammenhang zwischen Tier- und Pflanzenwelt vermittelt werden kann. Auch wenn viel über die Biene gesprochen werde, wüssten doch viele über die Bedeutung der Bestäubung nicht so Bescheid. Das liege daran, dass sich auch die Lebensweise der Menschen dramatisch verändert und der Mensch sich zweifelsohne von der Natur entfremdet habe.

Ebenso sei der Strukturwandel in der Landwirtschaft ein Problem. Der Landwirt müsse oft aus wirtschaftlichen Gründen moderne Erntetechniken und -praktiken einsetzen. So werde gerade die Wiese oft vor der Blüte gemäht, was den Bienen nicht nütze. Auch überdimensionierter Maisanbau oder moderne Pflanzenschutzmittel seien dem Ganzen nicht dienlich. Zum Glück halte sich der Anbau von gentechnischen Pflanzensorten in Grenzen.

"Diesen Problemen versuchen wir Imker durch Gespräche mit der Landwirtschaft entgegenzutreten und unsere Bienenstände auch für die Jugend zu öffnen. Das kann durch den Lehrbienenstand in Kirchlauter in vorbildlicher Weise erfüllt werden", betonte Hornung.