Ein außergewöhnliches, durchaus turbulentes, für die Stadt Eltmann aber auch weitgehend positives Jahr bilanzierte Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) in seiner Jahresschluss-Rede in der Dezember-Sitzung des Stadtrates. Viele Einschränkungen habe es in diesem Jahr gegeben, aber auch viele Zeichen der gegenseitigen Unterstützung und der Rücksichtnahme. Diese Rücksichtnahme wünschte er sich auch weiterhin, damit "wir irgendwann vielleicht im nächsten Sommer sagen können, dass Corona in seiner jetzigen Form beherrschbar ist".

Lockdown, Hygieneregeln, vor allem für die Schulen und die Kindergärten sei alles eine Herausforderung gewesen, so Ziegler. Er dankte allen Eltmannern, die sich für ihre Mitmenschen und das Gemeinwohl engagierten. "Sie zünden Lichter an, die nicht nur zur Weihnachtszeit weithin leuchten", dankte der Bürgermeister.

Auch nach der Kommunalwahl und dem Einzug neuer Mitglieder im Gremium sei die Zusammenarbeit sehr gut gewesen, so Michael Ziegler, auch wenn die Sitzungen im weiten Rund der Stadthalle den Austausch der Meinungen etwas schwieriger machen. Grundsätzlich zögen in Eltmann alle an einem Strang: Bürgermeister und Stadtrat, Bauhof und Verwaltung, Kindergärten und Schulen sowie die Vereine.

Trotz aller Herausforderungen sei der Blick auf die städtischen Finanzen entspannt. 1,4 Millionen Kreditaufnahme war im Haushaltsplan für 2020 vorgesehen, aber "wir mussten keine neuen Schulden machen", so dass die Stadt Eltmann derzeit eine Pro-Kopf-Verschuldung von 408 Euro (2,185 Millionen Euro absolut) hat. Rund 1,8 Millionen Euro wird die Stadt an Gewerbesteuer einnehmen. Investiert wurde in das neue Baugebiet "Am Hahn II" mit 27 neuen Bauplätzen und in die weitere Verbesserung der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung. Die größte Baustelle ist derzeit das Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus in Weisbrunn.

Deutlich an Geschwindigkeit gewonnen hat durch die Pandemie die digitale Erschließung. Auch der Dialog mit den Bürgern wird immer digitaler - und auch die Wallburg kann man nun virtuell erkunden.

Viele Berechnungen und Gespräche gingen der neuen Kindergarten-Konzeption voraus. Ein Neubau soll die eklatante Platznot vor allem im Krippenbereich des städtischen Kindergartens beheben. Bis dieser fertiggestellt ist, wird eine Containeranlage am bestehenden Kindergarten aufgestellt. Die Vorschüler sind bereits in neue Räume an der Grundschule eingezogen.

Noch nicht abgefunden hat sich Michael Ziegler mit der Ankündigung von Schaeffler, das Werk Eltmann zu schließen. "Derzeit werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die geplante Verlagerung nach Schweinfurt abzuwenden", informierte der Bürgermeister die Ratsmitglieder.

Die Sorge um den Erhalt der Arbeitsplätze treibt auch Zweiten Bürgermeister Hans-Georg Häfner (SPD) um. Er lobte das Gremium dafür, dass sparsam gewirtschaftet wurde und Prioritäten neu gesetzt wurden. In Sachen Energiewende wünschte er sich das auch weiterhin. So habe die Stadt Eltmann in diesem Jahr mit ihren verschiedenen Anlagen rund 350 000 Kilowattstunden Strom erzeugt und über 100 Einfamilienhäuser, mehrere Mehrfamilienhäuser und das Freibad mit Wärme aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz versorgt. Hans-Georg Häfner plädierte dafür, in den nächsten Jahren weiter an der Energiewende zu arbeiten, insbesondere durch Freiflächen-Photovoltaikanlagen zusammen mit den Bürgern. Er dankte dem Bürgermeister für die gute Zusammenarbeit und den Beschäftigten der Stadt für ihre Einsatzbereitschaft, die beim Einbau der neuen Förderpumpen im Maschinenhaus der Wasserversorgung wieder einmal deutlich wurde.

Die Arbeit wird dem Stadtrat auch 2021 nicht ausgehen. So gab es Informationen zur Vorbereitung verschiedener Projekte für die ersten Sitzungen im nächsten Jahr. Unter anderem wird es darum gehen, welchen Fahrbahnbelag die Ortsdurchfahrt im Bereich des Marktplatzes erhält, ob ein kommunales Ruftaxi in Eltmann umsetzbar ist und - besonders brisant - wie die Verkehrssituation rund um das Schulzentrum durch weitere Maßnahmen nach der Fußgängerampel entschärft werden kann. Hierzu hat sich ein Aktionskreis zusammengefunden, zu dem auf Initiative von Drittem Bürgermeister Peter Klein künftig auch die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates geladen werden.