In der Nähe von Aidhausen im Landkreis Haßberge ist vor Kurzem ein Wolf gesichtet worden. Josef Zimmermann aus Happertshausen war gerade auf dem Weg zur Arbei, als er dem Raubtier begegnete. Er fotografierte den Wolf kurzerhand. Sein Bild verbreitete sich anschließend laut eigener Aussage "wie ein Lauffeuer".

Inzwischen ist auch wissenschaftlich belegt, dass sich im Kreis Haßberge ein Wolf aufhielt und möglicherweise noch immer dort lebt. Die dafür zugrundeliegende Genprobe wurde an einem toten Reh genommen, teilt das Bayerische Landesamt für Umwelt mit.

Update vom 29.05.2021: Genprobe weist Wolf im Landkreis Haßberge nach

"Der Wolf mit der Identifikationsnummer GW2048m konnte am 23.04.2021 anhand einer Genprobe im Landkreis Haßberge nachgewiesen werden", teilt eine Sprecherin des Landesamts für Umwelt inFranken.de am Freitag (28.05.2021) mit. Die Genprobe wurde demnach an einem Reh genommen, das tot aufgefunden wurde und Befraßspuren eines "großen Beutegreifers" aufwies.

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Genetische Proben werden dem Landesamt zufolge am Senckenberg-Forschungsinstitut (Fachgebiet Wildtiergenetik) im hessischen Gelnhausen ausgewertet. Das dortige Labor fungiert demnach seit 2010 als Referenzzentrum für die Wolfsgenetik in Deutschland. Informationen zum Ablauf der Dokumentation bei einem Hinweis auf große Beutegreifer finden sich auf der Internetseite des Bayerischen Landesamts für Umwelt
 
Wie die Sprecherin des Landesamts mitteilt, sei eine eindeutige Identifizierung anhand eines Fotos nicht möglich. "Übereinstimmungen von Wolfsbeobachtungen können somit nur nachvollzogen werden, soweit genetische Nachweise vorliegen."

Erstmeldung vom 28.04.2021: "Das ist ein Riesentier": Mann begegnet Wolf auf dem Weg zur Arbeit

Wolf bei Aidhausen im Landkreis Haßberge gesichtet: Josef Zimmermann hatte am vergangenen Freitag (23. April) um 6.45 Uhr auf dem Weg zur Arbeit ein großes Tier gesichtet. Als er es kurz darauf von Nahem sah, wurde ihm klar, dass es sich um einen Wolf handelte. Kurzerhand zückte er sein Smartphone. 

Zimmermann habe den Wolf auf dem Weg zur Arbeit zunächst von der Hauptstraße aus am Horizont gesehen und sich gedacht: "Das ist ein Riesentier." Natürlich sei für ihn als Erstes ein Hund infrage gekommen. Trotzdem: "Das könnte ein Wolf sein. Das habe ich schon im Hintergedanken gehabt." Auf einem Parkplatz an der Straße standen bereits zwei Autos, die das Tier beobachteten. Als Zimmermann zurückfuhr, sei vom Wolf aber zunächst keine Spur mehr gewesen. 

Landkreis Haßberge: Mann fotografiert Wolf auf dem Weg zur Arbeit

Da sich Zimmermann "in der Flur" zwischen den beiden Ortsteilen Friesenhausen und Reckertshausen gut auskenne, habe er gewusst, wo er das Tier erneut antreffen könnte. "Tatsächlich kommt er mir vor das Auto gelaufen", erklärt er. Der Wolf sei ganz entspannt auf ihn zugelaufen. Da ein Foto mit dem Handy heutzutage kein Problem sei, habe er "ein paar schöne Bilder von ihm geschossen".

Obwohl sich Zimmermann nach diesem Treffen schon sehr sicher war, dass es sich um einen Wolf handelt, habe er sich natürlich rückversichert. In der Arbeit angekommen, zeigte er das Foto einigen Arbeitskollegen, die wie er Jäger sind. Ihre Reaktionen waren eindeutig: "Auf Anhieb haben die gesagt: Das ist ein Wolf", bestätigt Zimmermann. So habe sich das Bild dann "wie ein Lauffeuer" verbreitet.

Endgültige Sicherheit, dass es sich bei dem Tier um einen Wolf handelt, bringt das Bayerische Landesamt für Umwelt. In der Tabelle für das Monitoringjahr 2020/21 auf der Internetseite des Landesamts wird Zimmermanns Sichtung vom 23. April bereits aufgeführt, und zwar als "C1-Nachweis".

Landesamt für Umwelt bestätigt Wolf-Sichtung im Landkreis Haßberge

Laut Landesamt bedeutet das: "Abschließende Sicherheit für einen Nachweis (C1) kann nur eine genetische Analyse geben, etwa von Speichel- oder Haarproben. Bei guter Qualität der Farbbilder ist den Experten im Einzelfall jedoch eine Einschätzung mit hoher Wahrscheinlichkeit möglich." Ein Pressesprecher des Landesamts erklärt, dass es sich bei einer Einstufung als C1 um einen nahezu eindeutigen Nachweis handle. Sichtungen werden in dieser Tabelle bewusst als Nachweis und nicht mehr als Hinweis aufgeführt, denn "sie sind verifiziert durch unsere Fachleute."

Ob es sich bei dem Tier auf Zimmermanns Foto, um den gleichen Wolf handelt, der nur einen Tag später (24. April 2021) in Kitzingen gesichtet wurde, bleibt unklar. Anhand von Fotos sei das nur zu verifizieren, wenn das Tier ein markantes Merkmal habe, wie eine besondere Fellzeichnung. Laut dem Sprecher des Landesamts sei es aber in jedem Fall denkbar. Wölfe können am Tag schließlich 50 bis 70 Kilometer zurücklegen. 

Mehr Informationen zur Sichtung eines Wolfs im Landkreis Kitzingen: Es war wohl ein Wolf, der am Samstag (24. April 2021) an der A 3 auftauchte, dort fünf Minuten verharrte, sich in aller Seelenruhe fotografieren ließ und dann abdrehte. Erste Reaktionen darauf.

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