Man vermisst es an diesen heißen Tagen schon, das Kindergeschrei am Nachmittag vom Freibad her. Denn wie bekannt, bleibt das Bad in diesem Sommer geschlossen. Wehmütig denkt man an den vergangenen Sommer, als an manchen Tagen über 200 Besucher im Bad waren - so viele wie in keinem Jahr zuvor.

"Wir können es nicht öffnen bei diesen Auflagen", sagt der Vorsitzende des Schwimmbadvereins Kraisdorf, Olaf Betz, bei einem Pressetermin. Dafür sei das Areal zu klein. "Wie sollen wir das eingrenzen?" Das Kraisdorfer Bad "ist ein familien- und kinderfreundliches Bad, das wäre so nicht gegangen", resümiert er - fast schon resignierend. Und doch schaut Betz optimistisch nach vorne: Der Verein, die Mitglieder und die vielen Helfer rund um das Bad nutzen die Zeit, um es "aufzuhübschen", zu verschönern für die nächste Saison. So wird heuer ein neuer Zaun zum westlichen Nachbargrundstück gebaut und die Liegewiese wird neu begrünt, "damit das Areal nächstes Jahr schön ist"; denn wichtig sei, den Kindern müsse es gefallen, "damit sie Spaß haben und mit ihren Eltern oder Großeltern kommen", hebt Betz hervor.

Außerdem nutze man die ruhige Zeit, um die Technik auf aktuellem Stand zu halten. Dafür sind die beiden Techniker Dieter Müller und Herbert Schönmann zuständig. Sie sorgen das ganze Jahr über dafür, dass die Anlage in Schuss bleibt; denn auch in den Monaten außerhalb der Sommersaison muss die Technik überwacht und gewartet werden. Und beide machen das ehrenamtlich. "Ohne die zwei könnten wir das Bad nicht betreiben", ist sich Betz sicher.

Das Bad ist im Eigentum der Gemeinde Pfarrweisach. Seit dem Jahr 2005 sorgen die Mitglieder des damals gegründeten Schwimmbadvereins für den laufenden Betrieb. Auch ehrenamtlich. Damals, vor 15 Jahren, sollte das Bad geschlossen werden, war sich der Gemeinderat einig, weil jährlich 20 000 Euro für den Betrieb aufgebracht werden mussten. Nur durch eine gemeinsame Aktion einiger Erwachsener, der Kinder und Jugendlichen hat sich nach vielen Gesprächen, Verhandlungen, Versammlungen und medienwirksamen Auftritten die Gemeinde für die jetzige Lösung entschieden - weil die Verantwortlichen ein schlüssiges Konzept vorgelegt hatten. Der Gemeinderat hat damals entschieden, dem Schwimmbadverein jährlich 5000 Euro Zuschuss zu geben, um damit den Betrieb zu unterstützen. Dadurch konnte sich die Gemeinde 15 000 Euro sparen. Der Zuschuss ist jedes Jahr überwiesen worden. Und diese 5000 Euro gibt es auch heuer für den Verein, obwohl das Bad geschlossen bleibt. Das teilte Bürgermeister Markus Oppelt auf Anfrage mit.

Oppelt und der Gemeinderat finden es "sehr schade, dass das Bad heuer geschlossen bleiben muss". Umso mehr dankt der Bürgermeister dem Schwimmbadverein und den vielen ehrenamtlichen Bürgern, "die sich trotzdem um den technischen Erhalt und um die Pflege und Erneuerung der Außenanlagen kümmern". Oppelt weiter: "Die vielen Nachfragen, ob das Bad heuer geöffnet wird oder nicht und eben der tatkräftige Einsatz der Verantwortlichen und ehrenamtlichen Helfern zeigen erneut, wie beliebt und attraktiv das Kraisdorfer Schwimmbad in den vergangenen Jahren geworden ist". Mit dem Zuschuss in Höhe von 5000 Euro in diesem Jahr könne der Verein rechnen, damit im nächsten Jahr ein neuer Versuch gestartet werden kann, "das kleine, aber feine Schwimmbad in Kraisdorf zu öffnen".