Die Stadtgeschichte findet in Königsberg ein neues Domizil. Die Kommune überlässt dem Arbeitskreis "Heimat und Geschichte" Räumlichkeiten im Haus Marienstraße 14. Gedacht sind sie für die Sammlung und Lagerung historischen Gutes und deren gelegentlicher öffentlicher Ausstellung. Die Stadt möchte, wie es heißt, dadurch die örtliche Geschichtsforschung unterstützen und durch Ausstellungen die Geschichte der Heimat den eigenen Bürgern sowie Besuchern der Stadt anschaulich näherbringen.

Der Arbeitskreis richtet in Eigenleistung und auf eigene Kosten die Räume ausstellungstauglich her. Dies geschieht nach und nach, je nachdem, wie es die vorhandenen finanziellen Mittel erlauben.
Der Leiter des Arbeitskreises, Michael Burkard, sowie seine Mitstreiter freuen sich über diese vor kurzem mit der Stadt abgeschlossene Vereinbarung.
Dadurch werde es einfacher, die Ziele des Arbeitskreises, die Geschichte der Heimat zu erforschen, sie zu dokumentieren und durch Ausstellungen der Bevölkerung zu präsentieren, in die Tat umzusetzen.

Postkarten waren gefragt

So war zum Beispiel vor einigen Wochen die Ausstellung der historischen Postkarten von Königsberg und seinen Ortsteilen im Rathaussaal ein toller Erfolg. Über 400 Besucher schauten sich Königsberg in alten Ansichten an, und so manchem kamen dabei Erinnerungen an die gute alte Zeit wieder in den Sinn. Leider, so die Organisatoren, musste nach zwei Wochenenden alles wieder abgebaut werden.Solche Ausstellungen können dann im neuen "Haus der Geschichte" über einen längeren Zeitraum der Öffentlichkeit gezeigt werden.

Es soll aber auch keine Dauerausstellung entstehen,sagen die Verantwortlichen. Wechselnde Themen und vor allem aktuelle örtliche Ereignisse, wie historische Bilder und Dokumente zu Vereins- oder Kirchenjubiläen können in diesen Räumen als eigene Ausstellung präsentiert werden. Der Arbeitskreis würde gemeinsam mit den Vereinen oder Verbänden eine Ausstellung erarbeiten und sie zum entsprechenden Termin dann abhalten, hieß es.
Ein großes Anliegen von Michael Burkard und seinen Geschichtsfreunden ist es auch, die Geschichte Königsbergs in Form von Bildern und Unterlagen festzuhalten. Wer also alte Sachen hat, solle sie bitte nicht wegwerfen oder in die Fremde verkaufen. Der Arbeitskreis verfügt in eigenen Räumen über mehrere Stahlschränke, in die man diese Unterlagen oder Bilder einlagern kann. Alle Gegenstände werden vor dem Einlagern registriert, um sie bei Bedarf wieder an die Besitzer zurückgeben zu können.

" Nur durch die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Königsberger Bürgern, die uns Bilder und Unterlagen zur Verfügung stellten, konnten wir in den vergangenen zwei Jahren mehrere gelungene Ausstellungen abhalten", teilen die Aktiven mit.

Viel Arbeit wartet

Doch bevor die erste Ausstellung in den Räumen im Erdgeschoss des Gebäudes Marienstraße 14 stattfinden kann, steht den Mitarbeitern des Arbeitskreises "Heimat und Geschichte" noch jede Menge Arbeit bevor.
So werden die drei zur Straße liegenden Zimmer zur Präsentation und Darstellung hergerichtet. Im Eingangszimmer möchte man den Besuchern eine gemütliche Sitzgelegenheit anbieten, die einer alten Wirtshausstube gleichen soll. Auch eine kleine Infotheke wird aufgebaut.

In zwei Nebenräumen werden alle historischen Güter eingelagert, um bei Bedarf in den entsprechenden Ausstellungen verwendet zu werden. Bilder und Dokumente werden weiterhin in den Stahlschränken im alten Schulgebäude aufbewahrt.

"Nicht labern, machen!" - nach diesem Sinnspruch haben auch die ersten Arbeiten schon begonnen.
Doch die ausstellungstaugliche Renovierung einer Altstadtwohnung kostet natürlich neben Zeit auch einiges an Geld. Da der AK "Heimat und Geschichte" keine öffentlichen Mittel in Anspruch nehmen möchte, wird man immer nur mit den vorhandenen finanziellen Mitteln die Arbeiten nach und nach durchführen können. Zur weiteren Finanzierung des Unternehmens "Haus der Geschichte" in Königsberg sind bereits einige Aktionen geplant, die der Arbeitskreis in Kürze vorstellen will.

Wer in irgendeiner Form dem AK "Heimat und Geschichte", zu dem auch die "Künsberger Pflasterspieler" gehören, unterstützen möchte kann sich an den Leiter Michael Burkard wenden, der sich über jede Hilfe und Unterstützung sehr freut.